© Bild: Roland Weihrauch / EPA / picturedesk.com
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Autozulieferer Capricorn kauft Nürburgring

Der Automobilzulieferer Capricorn aus Düsseldorf kauft den 2012 in Insolvenz gegangenen Nürnburgring.

11.03.2014 APA

Der insolvente Nürburgring hat einen privaten Käufer gefunden. Den Zuschlag bekam der Automobilzulieferer Capricorn, wie Sanierungsgeschäftsführer Thomas Schmidt und Sachwalter Jens Lieser am Dienstag in Koblenz mitteilten. Die Gläubiger der insolventen Rennstrecke in der Eifel gaben am Dienstag dem Düsseldorfer Unternehmen nach stundenlangen Verhandlungen den Vorzug vor dem Gebot des US-Finanzinvestors H.I.G. Capital. Bisher ist die insolvente Nürburgring GmbH nahezu komplett im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz, sie hatte im Juli 2012 Insolvenz angemeldet.

„Knappe Entscheidung“

„Es war eine knappe Entscheidung“, sagte der Sachwalter der Nürburgring GmbH, Jens Lieser in Koblenz. Er bezifferte das Transaktionsvolumen auf mehr als 100 Millionen Euro. Davon sollen bis zu 25 Millionen Euro in den Ausbau des Nürburgrings fließen. Die Gläubiger hätten sich für das „etwas bessere Konzept“ entschieden, sagte Lieser.

Technologiepark am Rande der Rennstrecke geplant

Capricorn und deren Eigentümer Robertino Wild wollen die Motorsport-Aktivitäten an der Formel-1-Rennstrecke fortsetzen und am Rande des Areals einen Technologiepark errichten. Das Unternehmen arbeitet für die Auto- und Luftfahrt-Industrie, liefert aber auch an den Motorsport. Der Käufer soll den 1927 errichteten Nürburgring zum 1. Januar 2015 übernehmen. Alle Rennen sollen in diesem Jahr wie geplant stattfinden. H.I.G. Capital hatte die geplante Übernahme bereits beim Bundeskartellamt zur Genehmigung angemeldet, geht nun aber leer aus.

Nürnburgring ist seit 2012 insolvent

Das Land Rheinland-Pfalz hatte mehr als 300 Millionen Euro in den Ausbau des Nürburgrings zu einem Freizeitpark gesteckt. Doch die hochfliegenden Erwartungen erfüllten sich nicht, die Besucherzahlen waren zu niedrig für einen profitablen Betrieb. Als die EU-Kommission weitere Zuschüsse aus der Staatskasse unterband, ging der Nürburgring vor 20 Monaten in die Insolvenz. Auf dem Nürburgring gastiert alle zwei Jahre die Formel 1. Dort unterziehen aber auch viele Autohersteller ihre neuen Modelle einem Belastungstest, an Wochenenden zahlen Hobby-Fahrer Geld, um die als „Grüne Hölle“ bekannte Nordschleife mit dem eigenen Auto abfahren zu können. Sie war einst mit 20 Kilometern die längste Formel-1-Strecke der Welt. Heute fährt die Rennserie nur noch auf einem 5,1 Kilometer langen Kurs. Auch für Musik-Festivals und andere Events wird das Areal genutzt.

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