ford dunkelheit
 

Dieser autonome Ford fährt ohne Licht durch völlige Dunkelheit

Ganz ohne Licht, Kameras oder Fahrbahnmarkierungen: Autonomer Ford fährt durch völlige Dunkelheit

21.04.2016 Online Redaktion

Die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen schreitet immer weiter voran. Teslas Autopilot ist nur eines der populären Beispiele dafür, dass Fahrzeuge unter gewissen Voraussetzungen bereits in der Lage sind, ohne menschliche Hilfe ihren Weg durch den Verkehr zu finden – auch, wenn es für die Fahrzeuginsassen ziemlich schwer zu glauben ist.

Ford schickt autonomes Auto durch völlige Dunkelheit

Derzeit stellen kleine Probleme wie undeutliche Fahrbahnmarkierungen oder Schatten auf der Straße ein großes Problem für selbstfahrende Autos dar. Umso schwerer ist es zu glauben, dass sich ein autonomes Fahrzeug in völliger Dunkelheit zurechtfinden kann, Doch genau das bewies Ford mit einem Test in der amerikanischen Wüste.

Verkehrsrisiko Dunkelheit

„Um etwas so Ambitioniertes zu tun wie ein Auto sich selbst fahren zu lassen, braucht man zahlreiche Tests an zahlreichen Orten um alle Szenarios berücksichtigen zu können, die jemals eintreten könnten“ so Jim McBride, Ford Technical Leader for Autonomous Vehicles. Wären selbstfahrende Autos in der Lage, sich auch in der Dunkelheit zurechtzufinden, könnte dies Menschenleben retten: In den USA hat eine Untersuchung der National Highway Traffic Safety Administration ergeben, dass während der Nachtstunden etwa dreimal mehr Pkw-Insassen ums Leben kommen als tagsüber.

LiDAR-Sensoren geleiten Ford durch die Nacht

Bei seiner Fahrt über die einsame Wüstenstraße auf dem Ford Arizona Proving Ground konnte sich das Ford Fusion Hybrid-Forschungsfahrzeug mit Hilfe von LiDAR-Sensoren im Zusammenspiel mit der virtuellen Fahrer-Software orientieren. Bei LiDAR (Light Detection And Ranging) handelt es sich um einen Laser-Sensor, der die Umgebung bis zu 2,8 Millionen Mal pro Sekunde scannt.

lidar
© Bild: YouTube

Detaillierte 3D-Karte

„LiDAR nutzt Infrarot-Laserlicht bis zu einer Entfernung von rund 200 Metern und erstellt aus den ermittelten Daten eine virtuelle 3D-Karte zur digitalen Darstellung der Fahrzeugumgebung“, erklärt Ford das System. „Das funktioniert normalerweise im Zusammenspiel mit Radar-Technologie und Digitalkameras zur Erkennung weiterer Faktoren im Umfeld des Fahrzeugs“.

Autonome Fahrt ohne Licht oder Kameras

„Dank LiDAR sind die autonomen Testfahrzeuge weder auf Tageslicht noch auf Kameras und Fahrbahnmarkierungen angewiesen“, so Jim McBride.  „In der Tat erlaubt LiDAR das autonome Fahren, völlig unabhängig von der jeweils vorherrschenden Lichtsituation“. Für die Navigation im Dunklen gleicht das autonome Auto die erfassten Impulse des LiDAR-Laser-Sensors in Echtzeit mit einer hochauflösenden 3D-Karte und den Daten des Bordradars ab.

Auch kurvige Strecke problemlos absolviert

Die Testfahrt in der Dunkelheit wurde von Ford-Ingenieuren mit Nachtsichtbrillen überwacht – insbesondere für die Fahrzeuginsassen ein besonderes Erlebnis: „Im Inneren des Fahrzeugs konnte ich fühlen, dass sich das Fahrzeug bewegt, aber wenn ich aus dem Fenster sah, war da nur Dunkelheit“, sagte Wayne Williams, Forschungsingenieur bei Ford. „Vom Rücksitz aus habe ich das Auto mittels Echtzeit-Computer-Monitoring überwacht. Es blieb auch auf kurviger Strecke stets akurat auf seinem Weg“.

Ford will autonome Fahrzeug-Flotte ausbauen

Bis Ende 2016 will Ford seine autonome Fahrzeug-Testflotte in den USA verdreifachen. Etwa 30 selbstfahrende Fusion Hybrid-Modelle sollen für Straßentests in den Bundesstaaten Kalifornien, Arizona und Michigan eingesetzt werden.

Mehr zum Thema
pixel