Der Lada Nova
Der Lada NoVa, derzeit rotes Tuch für Autokäufer.
 

Die verrücktesten Autonamen

Die Namenssuche für eine Automodellreihe ist nicht leicht – und ging bereits in einigen Fällen ziemlich in die Hose.

25.08.2014 Press Inform

„Nimmst Du heute den Cedric oder den Laurel mit?“, ist früh morgens aus einem ruhigen Einfamilienhaus zu hören. Doch anders als gedacht geht es in dem Gespräch nicht um die große Frage, wer welches Kind zur Schule bringt, sondern wer welches Auto fährt. Denn Cedric und Laurel sind zwei Automodelle des Herstellers Nissan. Ebenso hätte das Gespräch auch die Namen Gloria, Silvia oder Violet beinhalten können. Und auch das Modell Gazelle oder das Assoziationen an einen 62 Tonnen schweren Kampfpanzer weckende Modell Leopard stammen aus der japanischen Produktion von Nissan.

Der Nissan Leopard

Der Nissan Leopard

Von echten, numerischen und bedeutungslosen Namen

Seit Jahrzehnten werden die Straßen von Autos befahren, deren Namen nicht unterschiedlicher seien könnten. Namen, die sich in drei verschiedene Gruppen einsortieren lassen. Da wären die echten Namen, wie Pony von Hyundai oder Noah von Toyota; numerische Modelbezeichnungen, welche vor allem in Europa auf die Motorisierung hinweisen, wie ein BMW 520i, und die Gruppe der nett klingenden, aber völlig bedeutungslosen Namen. Letzteres kann, wird keine Rücksicht auf anderssprachige Länder genommen, auch ziemlich schnell zu großen Problemen führen.

Der Toyota Noah

Der Toyota Noah

Autonamen als Schimpfwort

Der unter dem Namen Honda Jazz bekannte Kleinwagen sollte ursprünglich in Skandinavien als Honda Fitta verkauft werden. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass der Begriff Fitta im schwedischen eine äußerst vulgäre Beschreibung des weiblichen Geschlechtsorgans ist. Für eine Gleichberechtigung der Beleidigungen sorgte der Ford Pinto, dessen Name in Brasilien umgangssprachlich ein kleines männliches Geschlechtsteil beschreibt. Ähnliches gilt für den Mitsubishi Pajero, dessen spanischer Name eine ebenfalls äußerst rüde Beleidigung ist.

Der Mitsubishi Pajero

Der Mitsubishi Pajero

Royaler Mist

Dass vor solch Namensentgleisungen selbst royale Marken wie Rolls-Royce nicht verschont geblieben sind, zeigt das Modell Silver-Mist für dessen Namen es keiner Übersetzung mehr bedarf. Er wurde jedoch schlagartig zum Silver-Shadow umgetauft. Doch auch die eigentlich so narrensichere Methodik der auf Technikdetails basierenden Namensgruppe lässt Spielraum für Missverständnisse. Diese Erfahrung musste Toyota mit dem MR2 machen.

Der Toyota MR2

Der Toyota MR2

Elektrische Sch****

Die für Mid-Engined Rearwheel-Drive Two-Seater stehende Abkürzung heißt französisch ausgesprochen schlicht und ergreifend Sch****. Mit dem gleichen Vorwurf muss sich Audi begnügen, dessen Elektroauto e-tron leider zu sehr an den französischen Begriff etron für Kothaufen erinnert.

Der Audi A3 Sportback e-tron

Der Audi A3 Sportback e-tron

Der Hengst aus den Sternen

Eher lustig wirkt die Entstehungsgeschichte des Namens Mitsubishi Starion. Offiziell heißt es, sei er auf Grund einer Sternenkonstellation des Sternbildes Orion zu seiner Modellbezeichnung gekommen. Warum dieser Name aus der für Mitsubishi typischen Nomenklatur herausbrach, wollte niemand erklären. Normalerweise trugen die japanischen Modelle an den Pferdesport angelehnte Namen wie Galloper oder Eclipse, welches ein berühmtes englisches Rennpferd war. Der Zusammenhang des Sternbildes Orion, das zwischen dem Fluss Eridanus und dem Einhorn auf dem Himmelsäquator liegt, scheint da schon sehr weit hergeholt. Und tatsächlich kam es zu dem Namen Starion auf Grund einer internationalen Sprachbarriere. Denn das 4,40 Meter lange und 145 PS starke Modell sollte eigentlich Stallion heißen, was aus dem Englischen übersetzt Hengst bedeutet. Da die japanischen Ingenieure mit der Aussprache Probleme hatten und den Namen nicht korrekt aussprechen konnten, übernahm die Marketingabteilung den falschen Namen Starion und trug ihn in die Welt. Für eine Umbenennung war es nun zu spät und es musste schnellstmöglich eine Begründung her – die der Orion lieferte.

Der Ford Pinto

Der Ford Pinto

Pastelogram, Silver Sword, Resilient Bullet und Varsity Stroke

Mit der Problematik der Namensfindung müssen sich aber nicht erst seit wenigen Jahren ganze Firmen herumschlagen. Anfang der 1950er Jahre hatte Ford das Problem eines fehlenden Mittelklasse-Modells. Diese Lücke wollten sie mit einer neuen Marke füllen, für die ein Name gefunden werden musste. Die Dichterin und Schriftstellerin Marianne Moore wurde von David Wallace, dem Manager für Marktforschung von Ford, mit dieser Aufgabe betraut. „Wer gut mit Worten kann, der kann auch einen guten Namen finden“, wird sich David Wallace gedacht haben. Herausgekommen sind Namen wie Pastelogram, Silver Sword, Resilient Bullet und Varsity Stroke. Letzten Endes wurde es Edsel – nach Edsel B. Ford, dem Sohn des Firmengründers.

Vielen Dank an die Kollegen von press-inform.com.

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