China Autoshow 2014
Starkes Wachstum in China und dennoch ein "riskanter" Markt.
 

Automesse Peking: Spiel mit dem Feuer

Starkes Wachstum auf dem weltgrößten Automarkt hält an und dennoch ist China ein „riskanter“ Markt.

18.04.2014 APA

Am Ostersonntag beginnt die Automesse Peking 2014 und bei einem erwarteten Wachstum von 9 bis 11 Prozent ist China das Mekka der Branche. Etliche Neuvorstellungen werden auf der Messe des weltgrößten Automarktes erwartet.

China bleibt ein „riskanter“ Markt

Auch die jüngste Konjunkturschwäche der zweitgrößten Wirtschaftsnation könne dem Autoabsatz vorerst wenig anhaben, meinten Experten am Freitag. Einige Stimmen warnten allerdings vor zu großer Abhängigkeit von einem „riskanten“ chinesischen Markt und wirtschaftlichen Schocks.

Automesse der Superlative

Mehr als 2.000 Aussteller aus 14 Ländern sind auf der Autoshow vertreten. Es gibt 118 Neuvorstellungen. Elektromobilität ist ein großes Thema: 79 Autos mit alternativen Antrieben werden präsentiert. In einer Weltpremiere stellen Daimler und sein chinesischer Partner BYD (Build Your Dreams) ihr gemeinsam entwickeltes Elektroauto Denza vor. Er hat eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Marktführer Volkswagen präsentiert auf seinem wichtigsten Markt den neuen Toureg sowie die Elektro-Version seines Kleinwagens „up!“.

Blase wird platzen

Mit dem starken Wachstum nimmt auch die Abhängigkeit deutscher Autobauer und besonders der Premiumhersteller von China zu. „Sicher ist, dass die Blase in der chinesischen Wirtschaft irgendwann platzen wird“, sagte der Experte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM). „Die Frage ist nur, wann und wie laut der Knall wird.“ Die Autohersteller müssten im Falle einer wirtschaftlichen Krise in China dann auch auf dem asiatischen Absatzmarkt einen Rückgang verkraften.

Verkaufszahlen verdreifacht

Die Zahl der von deutschen Herstellern in China verkauften Fahrzeuge hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht: Von 1,1 auf 3,7 Millionen Autos, berichtete der Unternehmensberater Ernst & Young (EY). Der Anteil Chinas am gesamten Absatz nahm von 12 auf 28 Prozent zu. „Die aktuelle Stärke der deutschen Autohersteller ist ganz maßgeblich dem chinesischen Absatzmarkt zu verdanken“, sagte EY-Partner Peter Fuß. Spätestens nächstes Jahr werde China ohnehin Europa als größten Absatzmarkt für deutsche Autobauer ablösen. Fuß nannte den chinesischen Markt aber „schwierig und risikobehaftet“.

„Panikkäufe“ von Kunden

Trotz des seit 18 Monaten langsamsten Wirtschaftswachstums in China im ersten Quartal 2014 wird der Automarkt gegenwärtig durch „Panikkäufe“ von Kunden beflügelt, die in weiteren Metropolen neue Beschränkungen bei der Autozulassung befürchten. Außer Peking, Tianjin und Shanghai könnten acht weitere Millionenstädte die Zahl der neuen Nummernschilder begrenzen, hieß es in Medienberichten.

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