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Schicksalsschläge

Durch die hohe Dynamik der Märkte liegen Sieg und Niederlage sehr nahe beisammen.

07.12.2012 Autorevue Magazin

Audi
Starke Zuwächse in USA und China sorgten dafür, dass Audi bereits nach drei Quartalen die Millionenmarke überschritt. Auch das Geschäft in Europa lief gegen den allgemeinen Trend sehr gut.

BMW/Mini
Eine ähnliche Situation wie bei Audi: Kräftige Zuwächse in USA und China, moderate Steigerung in Europa. Mini begann stark, schwächelt aber zuletzt etwas. Rolls-Royce mit leichtem Minus.

Mercedes
Das Geschäft läuft trotz neuer A- und B-Klasse nicht so gut wie für Audi und BMW. Während das USA-Geschäft boomt und sogar Südeuropa einigermaßen läuft, schwächelt der deutsche Heimmarkt.

Peugeot/Citroën
Die Franzosen sind durch ihre traditionelle Fokussierung auf Süd­europa am stärksten von der Krise betroffen. Außerdem ist die Herstellung ihrer Autos in den französischen Werken am teuersten. Der Ausweg: Werksschließungen, Kündigungen, komplette Neustrukturierung.

Renault/Nissan/Dacia:
Renault selbst hat ähnliche Probleme wie Citroën/Peugeot, ­außerdem hat man durch die Konzentration aufs Elektroauto einiges an Entwicklung vernachlässigt. Aber die Allianz mit Nissan und der Erfolg der Billigmarke Dacia schützen vorläufig noch vor größerem Unheil. Eine Verlagerung der Produktion an billigere Stand­orte droht, etwa in die Türkei.

Fiat
Durch den Partner Chrysler und den boomenden US-Markt treten Fiats Probleme nicht so offensichtlich zutage. Doch das ­Europa-Geschäft ist mehr als mühsam. Zum schwächelnden Heimmarkt kommt noch eine Modellpalette, die eine klare Struktur vermissen lässt. Weitere Werksschließungen nach dem sizilianischen Werk Termini Imerese stehen zur Diskussion. Immerhin: Ferrari und Maserati machen Kohle.

Ford
Der europäische Ableger des US-Konzerns verzeichnet ähnliche Absatzrückgänge wie Opel/GM, reagiert im Gegensatz zu Opels Sparwelle aber offensiv mit hohen ­Investitionen in die Entwicklung neuer Fahrzeuge und Motorenfamilien und versucht als Erster aus der Krise wieder aufzutauchen.

Opel/GM
Drama als Fortsetzungsserie. Die anhaltende Vertrauenskrise der Mutter General ­Motors führte zu ­einer Spirale nach unten, die durch die allgemeine Absatzkrise noch einmal verschärft wird. Der britische Markt läuft besser als jener am Festland, deshalb soll etwa der Astra künftig dort anstatt in Deutschland gebaut werden.

Seat
Der Fokus auf den südeuropäischen Markt mit seinen eklatanten Rückgängen macht natürlich auch der VW-Tochter Seat schwer zu schaffen.

Volkswagen
Während bei anderen die Absätze einbrechen, feiert VW Rekorde. Hauptgrund dafür sind wie bei den Premiummarken die guten Geschäfte in China, USA und Südamerika. Am europäischen Markt sollte der neue Golf helfen, Rückgänge abzufedern. Die VW-Tochter Skoda hält sich tapfer und setzt große Hoffnung auf das neue Modell Rapid.

Toyota
Trotz aller Probleme und Rückruf­aktionen bleibt Toyota laut dem Ranking „Best Global Brands 2012“ der wertvollste ­Autohersteller der Welt, gefolgt von Mercedes und BMW. Aufgrund der globalen Positionierung bleibt der europäische Markt für die Japaner eher ein Nebenschauplatz.

Kia/Hyundai
Die Koreaner produzieren einen Großteil ihrer Autos für den europäischen Markt in Tschechien und der Slowakei und verzeichnen aufgrund vieler neuer attraktiver Modelle sogar steigende Absatzzahlen. Auch zum Glück für die Volkswirtschaften dieser Länder, die stark vom Autogeschäft abhängig sind.

Jaguar/Land Rover
Die Briten mit indischem Eigentümer setzen auf den starken Heimmarkt, steigern kontinuierlich ihre Produktivität und Mitarbeiterzahl im eigenen Land und wollen gemeinsam mit Chery auch den chinesischen Markt bearbeiten.

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