Ein Auto auf einer Landstrasse im Sonnenuntergang
Österreich, ein Autoland
 

Heimat bist du vieler Autos

Mit 543 Autos auf 1.000 Einwohner liegt Österreich über dem EU-Schnitt. Bei den Bundesländern gibt es ein starkes Ost-/Westgefälle.

21.07.2013 APA

 

Autoland Österreich – Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hat Zahlen veröffentlicht, die eine steigende Tendenz bei der Anzahl der Autos in Österreich belegen. Weiters gehen aus den Daten starke Unterschiede der einzelnen Bezirke hervor. Die Nummer Eins in dem Autoranking ist mit 678 Pkw auf 1.000 Einwohner, die Region Waidhofen/Thaya. Dahingehen war vorhersehbar, dass es in Wien, wo das öffentliche Verkehrsmittelnetz sehr dicht ist, den Bezirk mit den wenigsten Autos gibt. Und mit jeweils 306 Autos in den Bezirken Brigittenau und Rudolfsheim-Fünfhaus sogar zwei.

Österreich vor Schweiz und Deutschland

Der Durchschnitt bei den Autozahlen ist in Österreich mit 543 auf 1.000 Einwohner im Vergleich zu 2011 (537 Pkw) gestiegen. Damit liegt Österreich vor anderen EU-Staaten, wie der Schweiz (535) oder dem Autoherstellerland Deutschland mit 535 Pkw je 1.000 Einwohner. In Dänemark waren es 2011 (neueste Daten) 394 Autos und in den Niederlanden 470. Der EU-Schnitt belief sich auf 483 Pkw je 1.000 Einwohner.

Vernachlässigte Regionen

In 74 Bezirken liegt der Motorisierungsgrad über dem Österreichschnitt. Hinter Waidhofen/Thaya folgen die Bezirke Eisenstadt (658) und Zwettl (657). „Die Regionen wurden völlig im Stich gelassen, was den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs angeht“, stellt VCÖ-Fachmann Markus Gansterer fest. „Die massive Autoabhängigkeit wird für viele Haushalte zur Kostenfalle.“

Ost-West-Gefälle

Auffallend ist ein offenbares West-Ost-Gefälle: In Vorarlberg gibt es keinen einzigen Bezirk der im Motorisierungsgrad über dem Österreichschnitt liegt und in Tirol mit Reutte nur einen. Auch in Salzburg sind es mit Salzburg-Umgebung und Tamsweg nur zwei Bezirke, die dem Österreichschnitt fahren.

Strukturschwächere Regionen mit mehr Autos

Das Gegenteil ist im Burgenland, Teilen Niederösterreichs und der Steiermark sowie in Kärnten der Fall: In diesen strukturschwächeren Regionen im Osten und Süden Österreichs gibt es, so der VCÖ, im Verhältnis zur Einwohnerzahl überdurchschnittlich viele Autos. In der Steiermark gibt es die meisten Autos pro 1.000 Einwohner mit 654 in Hartberg, in Kärnten im Bezirk Klagenfurt Land mit 633. „Dort, wo der Öffentliche Verkehr gut ausgebaut ist und mehr Bahn- und Busverbindungen angeboten werden, ist der Motorisierungsgrad niedriger, die Menschen sind weniger vom Auto abhängig. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Brieftasche“, so Gansterer.

Mehr Platz für die Menschen

Wieder zum Beispiel Wien: 16 Bezirke weißen dort weniger als 400 Autos pro 1.000 Einwohner auf. In 15 Bezirken wuchs die Bevölkerungszahl im vergangenen Jahr stärker als die Zahl der Autos. „Weniger Autos bedeutet mehr Platz für die Menschen. Zusätzlich verringer sich damit die Mobilitätskosten der Haushalte“, sagt Gansterer.

Die Landeshauptstädte im Überblick

In den Landeshauptstädten sieht die Autoquote pro 1.000 Bürger so aus: Klagenfurt hat abgesehen von Eisenstadt mit 605 Autos die höchste Rate, dann folgen St. Pölten (567), Linz (515), Bregenz samt dem Bezirk Bregenz (512), Salzburg (501), Graz (472) und Innsbruck 447.

 

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