Autojahr 2012 Best of 2012
Der neue SL hat eine Alu-Diät bekommen.
 

Autojahr 2012 – März (1)

Kraftvoll, sportlich, überflüssig. Aber spaßig auf jeden Fall. Der März 2012.

26.12.2011 Online Redaktion

Mercedes SL
Für den Ehrentag kam das Hüftgold weg.

Die Jubiläen-Findungskommission von Mercedes klärt auf: 2012 gibt es „60 Jahre SL“ zu feiern. Passend dazu wird die nächste Generation der „offenen S-Klasse“ serviert, wie die Deutschen ihr Luxus-Cabrio jetzt nennen. Das entpuppt sich als ­Versuchsplattform für die Ingenieure. Kein Wunder. Hoher Preis, geringe Stück­zahlen – da kann man was probieren. Zum ersten Mal gibt es bei Mercedes einen Vollaluminium-Rohbau. Das spart Gewicht. 140 Kilogramm beim V6-Motor (306 PS, 370 Nm) und 125 Kilogramm beim V8 (4,6 Liter, 435 PS und 700 Newtonmeter). Um das Luxuslevel hoch zu halten, wurde an der Innovationsschraube ­gedreht. Der Kofferraumdeckel ist mit Sensoren unterhalb des Stoßfängers ausgestattet. Per Winkbewegung mit dem Fuß lässt er sich öffnen. Dank Metallplättchen im Glas kann die Lichtdurchlässigkeit des Panoramadaches reguliert werden. ­Außerdem verfügt der SL über intelligente Spritzdüsen für den Scheibenwischer.

Was er ist: Der Beweis, dass man auch ohne jeden Komfortverlust oben ohne fahren kann. Was er kann: Vorfreude auf die reiferen Jahre machen. Was er kostet: 103.000 Euro für dem SL 350 und 137.000 Euro für den SL 500.

Honda Civic
Das C-Segment ist langweilig? Von wegen.

Die gute Nachricht ist, dass der Civic weiterhin sehr eigenständig bleibt. Er dürfte im eher biederen C-Segment auch in Zukunft leicht zu erkennen sein. Die hinteren Scheinwerfer sind als eine Art ­Spoiler ausgebildet, die Heckscheibe ist zweigeteilt und erlaubt ­einen besseren Blick nach hinten als die des Vorgängers. Einer­seits. Andererseits kommt der Civic nur mit drei Motoren. Die beiden Benziner (100 und 142 PS) könnten etwas mehr Leistung vertragen, stehen der Konkurrenz aber in nichts nach. Der Diesel (150 PS) ist vielen Mitbewerbern zwar voraus, steht aber einsam im Motorenprogramm. Mit etwas mehr Auswahl könnte der Civic zum großen Abräumer werden. Besonders gefällig: das Fahrwerk. Das wurde spürbar verbessert und gehört zu den sportlicheren auf dem Markt.

Was er ist: Die spannende Alternative im eher biederen Golfsegment. Was er kann: Viel Kofferraum (477–1331 Liter), aber nur wenige Motoren. Was er kostet: € 17.990,–, € 19.960,– oder € 21.990,–, je nach Leistung.

Fiat Freemont AWD: Eine Fiat-Frucht aus der Chrysler-Übernahme. Soll heißen: Ein Dodge Journey mit neuem Logo, erweitert um Jeep-Know-how (Allradantrieb). Was er kann: Vier Räder ­antreiben, sieben Personen transportieren. Was er kostet: 170-PS-Diesel: € 38.250,–, 276-PS-Benziner: € 40.250,–. Beide mit ­Automatikgetriebe.


Jeep Grand Cherokee SRT 8:
Völlig überflüssig. Es sei denn, Sie wollen Ihrem ehemaligen Physiklehrer Irrtümer nachweisen. Was er kann: Mit 470 PS und 630 Newtonmeter ein 2,3-Tonnen-Auto in 4,8 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Und das zur Not auch im Gelände. Was er kostet: In den USA 60.690 Dollar. Hier: nicht unter € 90.000,–.


Audi RS5:
Die vielleicht eleganteste Lösung, Übernatürliches in ein irdisches Blechkleid zu packen. Was er kann: Für ihn wurden dem V10 aus dem R8 zwei Zylinder entfernt. Es bleiben trotzdem 450 PS übrig. Was er kostet: Mit Audi-Mitarbeitern kann derzeit gewettet werden, ob der RS5 unter € 100.000,– bleibt. Wird spannend.

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