Das Logo von Peugeot auf einem 207
Peugeot und Rot - keine guten Aussichten
 

Automarkt: Hersteller am Scheideweg

Die Autohersteller leiden unter ihren rückläufigen Absatzzahlen. In den nächsten Jahren ist es nicht ausgeschlossen, dass einige Traditionsmarken vom Markt verschwinden.

02.07.2013 APA

 

Der Leiter des Münchner Instituts für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation, Helmut Becker, rechnet damit, dass die Zahl der Automarken in Zukunft geringer sein wird. „Es trennt sich die Spreu vom Weizen“, so der Autoexperte.

Automarkt befindet sich in der tiefsten Krise seit zwei Jahrzehnten

Ein Aufwärtstrend ist zurzeit noch nicht absehbar. In den nächsten Jahren ist es nicht ausgeschlossen, dass die Traditionsmarken „Peugeot und Fiat am Ende durch den Rost fallen „, meint Becker. Den großen deutschen Marken Volkswagen, BMW und Daimler könnte das, auf Kosten der schwächeren Konkurrenz, Aufwind geben.

VDA hat schon seine Absatzprognose gesenkt

Auch am größten europäischen Automarkt Deutschland sind die Verkaufszahlen im freien Fall. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) senkte bereits Anfang Mai seine Absatzprognose für das laufende Jahr auf 2,9 bis drei Millionen Neuanmeldungen. Bisher war der Verband für dieses Jahr von gut drei Millionen verkauften Fahrzeugen ausgegangen, nachdem 2012 knapp 3,1 Millionen Pkw verkauft worden waren. Wenn VDA-Chef Matthias Wissmann am Dienstag (2. Juli) in Berlin Bilanz der ersten sechs Monate zieht, könnte er die Vorhersage angesichts der düsteren Aussichten präzisieren.

Wer nicht Auslagert verliert?

Die deutschen Premiumhersteller BMW, Audi und Mercedes-Benz spüren die schwache Nachfrage auf dem Heimatkontinent zwar, können dies aber durch bessere Verkäufe in Asien und den USA wettmachen. Massenhersteller wie Opel und Peugeot leiden sehr viel stärker, weil sie ihre Fabriken nicht durch Exporte in andere Regionen auslasten können. Hohe Kosten wegen ungenutzter Produktionsanlagen und Abschreibungen sorgen für tiefrote Zahlen.

Automarkt in Südeuropa besonders betroffen

Vor allem im Süden des Kontinents trauen sich die Verbraucher wegen der hohen Arbeitslosigkeit derzeit nicht, neue Autos zu kaufen. Das bekommen besonders Peugeot, Renault, Fiat und Opel zu spüren, deren Modelle vor allem in Ländern wie Italien oder Spanien sehr beliebt sind.

Der Markt ist gesättigt

Die meisten Menschen haben schon ein Auto, viele zwei, manche sogar drei. Für jüngere Menschen in Großstädten hat der eigene Wagen außerdem nicht mehr die Bedeutung als Statussymbol, sie teilen sich lieber einen fahrbaren Untersatz mit anderen, mieten ein Auto für kurze Zeit oder fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und die Fahrzeuge halten auch noch länger: Das Durchschnittsalter der Pkw auf deutschen Straßen lag zuletzt bei 8,7 Jahren.

Experten: 2013 wird kein Autojahr mehr

Das sorgt dafür, dass die Pkw-Nachfrage in der EU schon seit geraumer Zeit vor sich hin dümpelt. 2012 war mit zwölf Millionen verkauften Fahrzeugen das schlechteste Autojahr seit 1995. Experten rechnen für 2013 in Westeuropa mit einem weiteren Rückgang, das wäre das sechste Jahr in Folge. Dann könnte die Talsohle erreicht sein, schätzen Experten. Allerdings zeichnet sich damit längst keine Erholung ab. Die Beratungsfirma Alix-Partners rechnet mit weiteren Jahren Stagnation.

Italienische Werksauslastungen im freien Fall

Die dauerhaft niedrigen Neuzulassungen machen vor allem den Massenherstellern zu schaffen. Am kritischsten ist die Lage in Italien, wo die Werksauslastung Alix zufolge auf durchschnittlich 46 Prozent geschrumpft ist. Dahinter folgt Frankreich mit einer Auslastung von 62 Prozent und Spanien mit 67 Prozent. Um Gewinne zu schreiben, müssten die Fabriken im Schnitt zwischen 70 und 80 Prozent ausgelastet sein.

Für Peugeot könnte es um die Existenz gehen

Von dieser Marke sind Experten zufolge vor allem Fiat, Peugeot und Renault weit entfernt. Fiat kann die Verluste in Europa bisher durch bessere Geschäfte seiner Tochter Chrysler in den USA ausgleichen. Renault hält sich dank seines Partners Nissan und der Zusammenarbeit mit Daimler. Für Peugeot aber werde die Situation langsam brenzlig, ist Stefan Bratzel von Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach überzeugt: „Die Lage von Peugeot ist existenzbedrohend.“ Die nächsten Monate würden zeigen, ob der GM-Partner überleben könne.

 

  • erwin frieszl

    guten tag!entschuldiung aber was ihr schreibt ist ja für einen peugeot – händler existenzbedrohend-würde mal selbst erkundigungen einholen bevor ich mich von deutschen aussagen leiten lasse-bevor es nicht soweit ist würde ich mal überdenken das peugeot erst diese woche das dritte werk in china eröffnet hat das der 2008 doppelt soviele vorbestellungen als erwartet hat das psa der zweitgrößte hersteller europas ist und in frankreich jeder 5te bei einem psa konzern arbeitet also erst schreiben wenn es eintritt mfg erwin frieszl

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