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Der europäische Automarkt nimmt langsam wieder Fahrt auf - die Hersteller konzentrieren sich trotzdem aufs Ausland.
 

Aufwärtstrend auf Europas Automarkt – echte Erholung ist aber nicht in Sicht

Positive Zeichen aus Deutschland, Spanien und Frankreich – deutsche Autohersteller verlassen sich aber nicht auf die langsame Erholung des heimischen Marktes

03.12.2013 APA

Der europäische Automarkt kommt langsam aus dem Tal. In Deutschland, Spanien und Frankreich mehrten sich im November die Zeichen für eine Stabilisierung, auch wenn die Nachfrage noch schwankt. Bei den deutschen Herstellern werden bereits Sonderschichten in der Weihnachtszeit eingelegt und die Ferien verkürzt, die Produktion läuft bereits auf vollen Touren – das liegt aber vor allem an der starken Nachfrage aus den USA und China. Deutschland selbst ist schon länger kein Wachstumsmarkt mehr. 2013 dürften laut dem deutschen Verband der Automobilindustrie (VDA) 2,93 Millionen Fahrzeuge neu zu gelassen werden, das sind fünf Prozent weniger als im vergangenen Jahr. 

Starker Anstieg in Deutschland wird nicht erwartet

2014 erwartet der VDA hingegen rund drei Millionen Neuregistrierungen. Die Prognose werde sich aber nur dann erfüllen, „wenn die Rahmenbedingungen stimmen und sich die derzeit erkennbare Erholung fortsetzt“, so VDA-Chef Matthias Wissmann. Schon seit Jahren pendelt die Nachfrage in Deutschland um die Marke von drei Millionen Fahrzeugen. Ein stärkerer Anstieg ist nach Meinung von Experten auch in den nächsten Jahren nicht in Sicht, da viele Menschen bereits zwei Wagen haben und neue Autos allenfalls gekauft werden, wenn der alte ausgedient hat. Auch würden sich immer Menschen ein Auto teilen, Carsharing-Angebote nutzen, oder wegen Parkplatzmangel und Staus auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

Produktion der Hersteller in Deutschland stagniert seit Jahren – Fertigung im Ausland nimmt zu

In Deutschland stagniert die Produktion der deutschen Hersteller Volkswagen, BMW und Daimler in Deutschland bei rund 5,5 Millionen Fahrzeugen. Im Ausland nimmt die Fertigung dagegen zu. Vor allem in Asien und Südamerika werden derzeit neue Werke gebaut. Der VDA kündigte für 2014 einen Zuwachs der Auslandsproduktion um sechs Prozent auf 9,2 Millionen Fahrzeuge an. „Das stellt Deutschland noch stärker in den Wettbewerb“, so Wissmann.  „Der Druck auf die deutschen Standorte dürfte sich also weiter erhöhen – trotz der aktuell guten Auslastung vieler deutscher Werke“, prognostizierte auch Peter Fuß, Automobilexperte und Partner der Unternehmensberatung Ernst & Young.

VDA warnt vor Einschränkungen für Automobilindustrie

Der VDA warnte vor weiteren Einschränkungen für die Automobilindustrie. Mit Sorge sehe man, dass auf dem Arbeitsmarkt bewährte und wichtige Instrumente eingeschränkt werden sollten, kritisierte Wissmann. Ohne die von Union und SPD geplanten Regelungen zu Leiharbeit und Werkverträgen zu nennen, sagte der VDA-Chef, die künftige Regierung solle in der Umsetzung des Koalitionsvertrags die Balance zwischen einem Ausbau des Sozialstaates und der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland wahren.

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