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Aufladen per Induktion: Elektroautos und Plug-in-Hybride

Elektroautos und Plug-In-Hybride haben es noch immer nicht leicht, kämpfen mit einem Image des Sonderlings. Das Aufladen per Induktion könnte dies ändern.

28.06.2016 Press Inform

Elektroautos sind nicht auf dem Vormarsch, sie stecken noch in den Kinderschuhen, wenn man die Zulassungszahlen betrachtet. Einer der größten Kritikpunkte sind die Ladezeit und die geringe Reichweite. Ersterem Problem soll mittels Afladen per Induktion gegengesteuert werden.

Prämie für Elektroautos

Trotz mächtiger Marketing- und Imagekampagnen scheint der Kunde kein großes Interesse an automobilen Elektrospielereien zu haben. Diesel und Benziner sind das, was er seit Jahrzehnten kennt – schätzt und kauft. Und auch die Elektroprämie wirkt eher wie politische Almosen für die ohnehin gut verdienenden Autohersteller. Der wenig geneigte Autokunde schüttelt auch mit Elektroprämie sein Haupt.

Wie funktioniert das induktive Laden bei Autos?

Die Gründe für das Desinteresse am elektrischen Antrieb sind vielfältig. Neben den gigantischen Hürden, etwas wirklich Neues zu kaufen stehen hohe Preise und geringe Realreichweiten ganz oben. Diese Kritikpunkte werden sich mittelfristig kaum kaschieren lassen. Immerhin sind die Fortschritte bei der Akkutechnik spürbar und die Angstreichweiten bei geringen Temperaturen sowie zahlreichen eingeschalteten Verbrauchern sollten mit neuen Batterieupdates wie sie zum Beispiel die Elektroautos BMW i3, VW E-Golf oder Nissan Leaf bald bieten, bald Vergangenheit sein. Noch mehr versprechen sich die Technikverantwortlichen von Autoherstellern und Zulieferern jedoch mit der induktiven Ladung. Ähnlich dem Prinzip der Elektrozahnbüste wird das private Auto geladen, wenn es in der heimischen Garage parkt. Auf dem bekannten Stellplatz ist in einer Platte eine Magnetspule eingelassen, die einen Stromkreis bildet, sobald man über dem gräulichen Kissen parkt.

Induktives-Laden-BMW (5)
© Bild: Werk

Komfortables Aufladen

So muss man nicht mehr, mit dem oftmals verdreckten Stromkabel, eine mechanische Verbindung zwischen Auto und Wallbox herstellen. Kurz gesagt wird der Ladeprozess deutlich komfortabler für den Nutzer des Plug-In-Hybriden oder Elektrofahrzeugs. Die verschiedenen Hersteller arbeiten allesamt seit Jahren an der Einführung dieser Technik, denn die Komfortprobleme, die ein schweres Ladekabel im Kofferraum bedeutet, sind als Kaufabschreckung bestens bekannt. Können sich damit ein paar Elektropioniere noch arrangieren, sieht das bei Kunden einer Luxuslimousine oder eines teuren SUV ganz anders aus. Nicht alle, die aus Imagegründen einen Plug-In-Hybriden fahren, laden diesen auch auf. Oftmals ist nur ein strahlendes Aushängeschild für das grüne Gewissen. Der an Bord befindliche Verbrenner treibt den PS-Koloss doch ebenso gut an und das Laden mit dem Kabel entfällt.

Mercedes S-Klasse optional mit kabellosem Laden

Gerade die Premiumhersteller machen Druck in Sachen Induktion. Die Mercedes S-Klasse wird ihren Plug-In-Hybriden S 500e nach der Modellpflege im Frühjahr kommenden Jahres zumindest optional mit einem induktiven Ladesystem ausstatten. Mercedes arbeitet bei seinen Ladebemühungen intensiv mit der Konkurrenz zusammen. So will man dafür sorgen, dass die auf dem Boden verbaute Ladetechnik nicht allein für Fahrzeuge mit dem Stern arbeitet, sondern auch Fahrzeuge von BMW, Audi oder Volkswagen aufladen kann. BMW will das System mit seinem kommenden 5er PHEV bringen, Audi und VW planen die Einführung mit dem Luxus-Crossover Q6 und der chinesischen Luxuslimousine Phideon – spätestens jeweils in 2018.

Induktives-Laden-BMW (3)
© Bild: Werk

Ladevorgang bei Induktion

Beim induktiven Laden wird die elektrische Energie berührungslos über ein Magnetfeld, zwischen der Ladeplatte auf dem Boden von Garage oder Carport sowie der Sekundärspule im Fahrzeugboden (unter dem Verbrennungsmotor), übertragen. Ob sich das Fahrzeug im Toleranzbereich über der Ladestation befindet, sieht der Fahrer über eine Anzeige im Cockpit. Sobald die Ladeposition erreicht ist, wird der Ladevorgang automatisch gestartet und permanent durch das System überwacht. Die elektrische Energie wird berührungslos mit einer Leistung von bis zu 3,6 kW übertragen. Mit einem Wirkungsgrad von knapp 90 Prozent lässt sich die Hochvoltbatterie im Fahrzeug so effizient und komfortabel aufladen. Besonders gut klappt das bei Sportwagen mit geringer Bodenfreiheit, denn je geringer der Abstand zwischen beiden Spulen, umso geringer ist der Widerstand und desto größer der Stromfluss. Der hybride BMW i8 lässt sich mit entsprechender Ausstattung sogar schon mit einer induktiven Power-Ladung von 7,2 kW erstarken – Woche für Woche zu sehen bei der Rennserie Formel E, wo der Plug-In-Sportler als Pacecar eingesetzt wird.

Und wann kommt die Induktion auf öffentlichen Parkplätzen?

Das elektrische Feld für das induktive Laden ist vielfach abgesichert. Wenn zum Beispiel metallene Gegenstände auf dem Ladepad liegen, die Hauskatze dort ein Schläfchen macht oder den Kindern Getränkedosen in den Gefahrenbereich rollen, wird das Laden automatisch unterbrochen. Fremdkörper wie Dreck, Blätter oder Schnee sind kein Problem und so können die Platten für das induktive Laden auch im Boden verbaut und mit einer schützenden Deckschicht auf dem Parkplatz verbaut werden. Langfristig sind sogar öffentliche Parkplätze denkbar, bei denen die Fahrzeuge während des Großeinkaufs zu Kräften kommen. Doch soweit sind weder Kunden noch die Infrastruktur.

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