audi r8 e-tron
Audi arbeitet an einem Wagen, der Tesla die Stirn bieten soll. © audi
 

Audi will’s mit Tesla aufnehmen

Audi denkt über den Bau einer Elektrosportwagens mit bis zu 450 km Reichweite nach. Lt. Analyst stehen für Durchbruch der E-Autos noch 7 Jahre an.

19.06.2014 APA

Audi erwägt offenbar den Bau von besonders leistungsfähigen Elektroautos, um dem US-Pionier Tesla etwas entgegenzusetzen. Vorreiter solle die 2015 geplante nächste Generation des Supersportwagens R8 sein, die es auch in einer rein batteriegetriebenen Version geben werde, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

R8 e-tron mit 450 km

Audi plane, das Fahrzeug zunächst auf Basis von Kundenbestellungen in kleiner Stückzahl anzubieten. Eine Batterieladung des R8 e-tron solle für 450 Kilometer reichen und damit doppelt so weit wie die von Audi vor zwei Jahren auf Eis gelegte Version. Damit käme Audi nahe an die Reichweite des Tesla-Modells S heran, dessen Batterie erst nach etwa 500 Kilometern aufgeladen werden muss.

R8 e-tron als Technikvorreiter

Mit dem R8 e-tron wolle Audi den Weg für weitere Hochleistungs-Elektroautos ebnen, sagte ein Insider. So werde derzeit über den Bau eines Elektro-Geländewagens Q8 als Konkurrenz zum geplanten Model X von Tesla nachgedacht. Audi-Chef Rupert Stadler hatte bereits die Möglichkeit weiterer Elektroautos angedeutet. „Wenn sich die Zelltechnologie weiter so vielversprechend entwickelt, wird es auch bei Audi weitere reine Elektroautos geben“, sagte er unlängst in einem Interview.

Tesla-Konkurrent mit Baukastensystem

Um die Kosten in Grenzen zu halten, will Audi das Baukastenprinzip des Konzerns auch für seine Elektroantriebe nutzen. Audi hat schon vor längerem den Modularen-Längsbaukasten (MLB) für größere Modelle eingeführt, deren Motor längs zur Fahrtrichtung eingebaut sind. Kleinere Fahrzeuge vom Polo über den Kompaktwagen Golf bis hin zum Mittelklasseauto Passat baut VW inzwischen auch nach diesem Prinzip (MQB), das einem Legobaukasten ähnelt. Die neue Architektur, bei der sich immer mehr Autos bestimmte Baugruppen wie Achsen, Motor und Getriebe teilen, soll die Kosten deutlich sinken lassen. Auch VW bringt derzeit Elektroautos auf den Markt.

Geringe Reichweite schreckt Käufer ab

Autokäufer machen bisher einen großen Bogen um rein batteriegetriebene Wagen, weil sie als zu teuer gelten und sie fürchten, mit leerer Batterie stehenzubleiben. Im Schnitt reicht eine Batterieladung bei den meisten Modellen am Papier derzeit etwa 150 Kilometer (praktisch weniger). Tesla hat mit seiner Batterietechnologie gezeigt, dass auch längere Strecken möglich sind und damit Elektroautos zu neuer Attraktivität verholfen. Auf diesen Zug springen die deutschen Premiumautobauer auf: BMW hat gerade den Stadtwagen i3 mit viel Werbeaufwand auf den Markt gebracht. Rivale Mercedes-Benz baut die B-Klasse seit kurzem auch als reines Batterieauto. Den kleineren Smart gibt es bereits seit längerem auch als reines E-Auto. Der Stuttgarter Mutterkonzern Daimler ist zudem mit vier Prozent an Tesla beteiligt.

Elektroanteil ist noch schwindend gering

„Alle großen deutschen Autobauer haben Pläne für Elektroautos in der Schublade. Sie wollen vorbereitet sein, wenn die Nachfrage anzieht“, sagt Autoanalyst Frank Schwope von der NordLB. Er rechnet damit, dass es noch bis zu sieben Jahren dauern wird, bis reine Stromer in nennenswerter Stückzahl auf den Straßen rollen. Bisher sind es in Deutschland erst gut 12.000 Stück, verglichen mit einem Fahrzeugbestand von insgesamt fast 44 Millionen.

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  • Johann Lang

    Den Tesla als ausgereift zu bezeichnen ist – sagen wir einmal – gewagt.
    Tesla Bericht aus den USA.
    … Die Reichweite sank während der Fahrt überproportional zur zurückgelegten Strecke. Obendrein entluden sich die Akkus bei einem nächtlichen Stopp aufgrund der winterlichen Kälte und verloren bis zum morgen mehr als zwei Drittel des zuvor angezeigten Ladestands. Nach Rücksprache mit Tesla erhielten wir einige Tipps, um die rettende Ladestation in Milford doch noch zu erreichen. So verzichteten wir während der Fahrt trotz Minusgraden auf die Heizung, legten einen zusätzlichen Ladestopp ein und froren uns bei permanenter Schleichfahrt Hände und Füße ab. Vor dem Abschlepper bewahrten uns die Maßnahmen jedoch nicht. Resüme: Tesla-Fahrer mögen sich bitte immer warme Sachen anziehen.

  • astso

    AUDI ist und bleibt der Ankündigungsweltmeister schlecht hin – Vorsprung durch Technik findet sicherlich nicht mehr bei AUDI statt!

  • Karl Heisler

    Wie rückständig ist doch die deutsche Automobilindustrie im Bau von E-Autos. TESLA bietet ausgereifte Autos mit einer akzeptablen Reichweite u. wenn notwendig Aufladung in einer Kaffeepause an. Wer ist so blöd u. kauft einen SMART wo man Batteriemiete zahlen muss. So wird das E-Zwergerl schon sehr teuer. Wer rechnet hat bei einem TESLA
    eine Luxuslimousine zu einen vernünftigen Preis. Man zahlt auch für die drei deutschen Premium-Marken sehr viel Geld u. hat dann einen Diesel oder Benziner. Diese Autos wird man in ein paar Jahren wenn das E-AUTO siegt, nur noch verschrotten können.

    • Marcus

      Wahrscheinlich werden in den nächsten 10 – 20 Jahren verschiedene Antriebskonzepte parallel existieren, und welches davon das sinnvollste ist, liegt in der Magengrube des (leider meist) technisch nicht versierten Benutzers. Ich persönlich halte einen „Sieg des E-Autos“ eher für ein Negativszenario – glaube aber, dass leichte effiziente E-Autos eine tolle Sache sind.
      Tesla ist m.M.n. eher das Gegenteil: Eine 2,1 t Luxus-Protzkiste, die sich mit einem neuen Akku alle 100.000 km niemals rechnet, und die halt statt einem Spritfresser ein Stromfresser ist.
      Irgendwie ist es auch eine Ironie des Schicksals, dass Tesla in Zukunft eher Akkus statt Autos bauen will, nachdem sie bisher einfach 6900 Fahrradlicht-Lithium-Akkuzellen aus China zu einem Bastler-Akku zusammengelötet haben – die haben bisher noch nie einen Akku entwickelt – geschweige denn gebaut.
      Muss ich noch erwähnen, dass der Model S nach einem einzigen Beschleunigungsvorgang für längere Zeit auf halbe Maximalleistung gedrosselt wird, weil er thermisch so knapp ausgelegt ist?

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