Audi TT 1,8 TFSI dyn voli
Der TT, der manches nicht hat und doch alles
 

Testbericht: Audi TT 1,8 TFSI

Verzicht ist schön und gut. Spüren sollte man ihn halt nicht.

21.04.2011 Autorevue Magazin

Hier kriegen wir die Frage be­antwortet, ob ein Auto wie der TT mehr als 160 PS haben muss, zum Beispiel 272, wie der TTS, nämlich: Nein, voll nicht. Da schießt er gleich weit über die 50.000 Euro hinaus und verliert damit die Unschuld, um die er als kleines Coupé eh schon zittern muss, wenn er in der Liga jenseits der 30.000 mitspielt.

Welche Extras müssen sein? Navi vielleicht für die Generation „zu alt fürs iPhone“, Leder definitiv nicht, weil „Stoff Tetris“ fühlt sich famos an. Wir hatten nicht einmal Einparkhilfe hinten (521 Euro), mit der Konsequenz, dass wir jetzt wieder einparken können wie früher. Berganfahrassistent ist was für Loser, und das Multifunktionslenkrad muss auch nicht sein, der Griff zum Radio hat noch keinem das Genick gebrochen.

Solchermaßen konfiguriert (bzw. eigentlich: nicht konfiguriert) ist der einfachste TT auch der beste, glauben Sie uns das. Leichtgängiges Kupplungspedal, flutschige Schaltung mit sechs Gängen: eine sehr ehrliche Sache mit hohem Identifikationspotenzial.

Die das Auto hassen (gibt es) sagen, es fährt sich wie ein Golf, womit sie unwissend ein schönes Kompliment aussprechen. Sie meinen natürlich die Bedienbarkeit und das ­höfliche Entgegenkommen des TT, ­keine Faxen zu machen. Schlüsseldrehen, schalten, schauen beim Einparken, das ist Autofahren wie früher plus ESP-Sicherheitsnetz. Piepsen tut der TT nur, wenn man sich nicht anschnallt, sonst schweigt er stilvoll.

Versteht sich, dass das Ding auf der Autobahn ein bissl weich ist, wenn das Spiel hart wird. Dafür ist der Einsteiger-TT nicht gemacht. Flott um die Ecke, schwungvoll über die Land-Serpentinen bei nettem Motorensound, das sind die Assets. Und alles ist eingepackt in diese so schöne Karosserie, die das Zeug zur Ikone hat, wie uns ein echter Designer jüngst verriet.

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