Offroad oder Sportback, wer schafft den Sprung in die TT-Modellfamilie?
 

Audi TT Sportback vs. Offroad

Der Audi TT bekommt Nachwuchs, ob es die Studie Sportback oder doch Offroad schafft, ist noch ungewiss. Oder doch ein TT-SUV?

08.12.2014 Press Inform

Neulich in Cannes, keine Filmfestspiele, sondern Audi lädt zur Besichtigung und Fahrt des neuen TT-Trios ein. Das Wetter spielte leider nicht ganz mit und den Verantwortlichen wurde ein wenig bange, immerhin handelt es sich um handgefertigte Einzelstücke. Zwar voll bestückt mit allem, was ein Auto so zum Fahren braucht, aber auch so potenziell undicht, wie es Autos nur sein können, die eigentlich niemals aus einer Ausstellungshalle in die raue Welt da draußen rollen sollten. Allein schon, wenn ein bisschen Wasser durch die Scheinwerferdichtungen dringen würde, müssten teure Modellbauer ran und den Wasserschaden wieder richten.

Audi TT Sportback vs. Offroad

Audi TT Offorad vs. Sportback

Wer schafft es in die Modellfamilie des Audi TT?

Audi will den TT – „eine der letzten Stilikonen der letzten 20 Jahre“, wie Audis Entwicklungschef Ulrich Hackenberg immer wieder betont – zu einer ganzen Modellfamilie ausbauen. Das ist klar und das ist sicher. Nur, was sich als nächstes zu Coupé und Roadster gesellen soll, das ist noch unklar. „Ganz sicher nicht“ habe man sich schon entschieden, versichert Löffler. Zwei Optionen stehen zur Auswahl – und fahrbereit im beheizten Zelt auf dem Innenhof eines Nobelhotels in Cannes: Ein marsroter TT Sportback mit vier Einzelsitzen, weit öffnender Heckklappe und 400-PS-Benziner unter der Fronthaube, sowie ein gelber hochbeiniger TT Offroad, ebenfalls mit vier Sitzen, aber einem 408-PS-Hybridantrieb im Motorraum. Momentan testen die Audi-Designer beides auf ihre Publikumswirkung. Mit beiden Fahrzeugen waren sie in Cannes schon öffentlich unterwegs und beide TT haben für wohlwollende Aufmerksamkeit gesorgt – bis hin zu ersten Kaufangeboten, ohne Rücksicht auf den Preis. Kein Wunder: Derzeit ist eine Millionärsmesse in der Küstenstadt und Geld spielt für viele der Gäste nicht wirklich eine Rolle. „Für uns ist es wichtig, solch einen Auto-Prototypen auch mal außerhalb des Studios im realen Straßenverkehr zu sehen“, sagt Löffler. Erst dann sei eine realistische Einschätzung möglich. Da jedoch SUV boomen und der TT Sportback näher als nah am Audi A5 Sportback kratzt erscheint ein Crossover wahrscheinlicher.

Audi TT Sportback

Audi TT Sportback

Audi TT Sportback

Das Sportback-Showcar war statisch auch schon auf dem Pariser Automobilsalon im Spätherbst 2014 zu sehen. Niemand hat es je ausprobiert – aber rechnerisch sind die Audi-Ingenieure bei dem mit 7-Gang S tronic und permanentem Allradantrieb bestückten Schaustück auf üppige Beschleunigungswerte gekommen: In 3,9 Sekunden soll der 4,47 Meter lange, 1,89 Meter breite und nur 1,38 Meter hohe Fünftürer aus dem Stand auf Tempo 100 kommen.

Im Vergleich zum TT-Seriencoupé

In der Länge bietet der Sportback-Entwurf 29 Zentimeter mehr als das TT-Seriencoupé, beim Radstand sind es zwölf Zentimeter mehr. Das sorgt zwar nicht für eine wirklich bequeme zweite Reihe, wohl aber dafür, dass TT-Fans ihre Sportauto-Phase zumindest bis in die ersten Schuljahre ihrer Sprösslinge hinein verlängern könnten: Kindersitze lassen sich hinten bequem festzurren und auch Schulkinder finden gut Platz auf einem der beiden Einzel-Schalensitze hinten. An Technik haben die Ingolstädter vom Laser-Spot in den Frontscheinwerfern bis zu LED-Rückleuchten, die optisch das „TT“ zitieren, so ziemlich alles in den Show-TT gepackt, was nicht mehr den „Geheim“-Stempel der Entwicklungsabteilung trägt.

Audi TT Sportback

Audi TT Sportback

Audi TT Offroad

Ähnlich bei dem 4,39 Meter langen, aber 1,53 Meter hohen Offroader. Angetrieben wird das rustikale Conceptcar von einem Plug-in-Hybrid-System, das in der Summe auf 300 kW/408 PS kommt. Die hochgerechneten Fahrwerte: Problemlos 250 km/h in der Spitze und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in gerade mal 5,2 Sekunden. Der Verbrauch: 1,9 Liter auf 100 Kilometern. Aufgeladen werden kann der Lithium-Ionen-Akku vor der Hinterachse nicht nur über Steckdose oder Wallbox, sondern auch kontaktlos über Induktion. Dem Verbrennungsmotor leisten zwei Elektromotoren Beihilfe zum Vortrieb, jeweils einer an der Vorder- und der Hinterachse.

Der Designer über sein Werk

Beide Entwürfe „nutzen die Formensprache des TT“, erklärt Löffler die Grundidee, „setzen deren Elemente jedoch in einen neuen Zusammenhang“ – der Offroad mehr, der Sportback etwas weniger. „Man ist wie in einem Maßanzug wirklich von TT umgeben“, schwärmt der Designer. Nahezu komplett übernommen wird das Armaturenbrett mit dem virtuellen Cockpit aus dem aktuellen TT, Schalter, Blenden, Lüftungsdüsen. Außen lassen die Grundproportionen mehr oder weniger deutlich die TT-Gene erkennen, so der breiter gewordene Singleframe-Grill oder die runden Radhäuser, die vorne und hinten die Seitenansicht bestimmen.

Audi TT Offroad

Audi TT Offroad

Und wann kommt der 3. TT?

Nachmittags ist in Cannes für eine gute Stunde Regenpause, ein paar mal bricht sogar die Sonne durch. Für die geplante Stadtfahrt reicht es zwar nicht – die Schönen und die Reichen auf dem Weg zur Millionärsmesse müssen noch Minimum zwei Jahre warten, bis sie den dritten TT real zu Gesicht bekommen. Aber immerhin langt es für ein paar Fotorunden auf dem Heli-Port des Hafens. Eine gute Figur in freier Wildbahn und unter wildem Regenwolkenhimmel machen beide. Welcher schließlich in Serie geht – es werden noch Wünsche angenommen…

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