audi sq5 3,0 tdi
ÜBERHOLPRESTIGE Wenn dieses freundliche Gesicht sekundenschnell den Rückspiegel füllt, verlasse man die Spur und notiere sich das Kennzeichen.
 

Testbericht: Audi SQ5 3,0 TDI

Die Amerikaner kriegen den SQ5 mit Benziner. Wir müssen sie nicht beneiden.

14.08.2013 Autorevue Magazin

Ziemlich eindeutig fährt Audi eine Politik der Stärke, geboren aus dem Selbstbewusstsein, unaufhaltbar zu sein. Der SQ5 ist eine logische Konsequenz dieser Politik. Eben erst wurde der Q5 als solcher im Rahmen eines Facelifts erneuert, jetzt wird noch ein Zeichen der Hegemonie draufgesetzt – und das auch noch klug abgestuft nach Kontinenten und Wertevorstellungen. Wir kriegen den SQ5 als Biturbo-Diesel mit 313 PS. In den USA, China, ­Japan und ein paar südamerikanischen Staaten folgt Audi den SQ5 hingegen mit TFSI-Motor mit 354 PS aus.
Wir müssen uns nicht benachteiligt fühlen. Der Benziner beschleunigt in 5,3 Sekunden von Null auf Hundert und hat Vmax von 250 km/h. Der Diesel ist um 0,2 Sekunden schneller auf Hundert, Vmax ist gleich. Verbrauch im Drittelmix laut Hersteller: Benziner 8,5 Liter, Diesel 6,8 Liter.

audi sq5 3,0 tdi

Wer hat jetzt also Grund, neidisch zu sein?

Der SQ5 ist ein Kraftmeier, aber kein Viech. Er klingt gut. Ein bissl rau, im Antritt sehr sportlich und auf keinen Fall nach Diesel. Das ist nun schon aus den anderen Audis mit diesem Motor bekannt. Dahinter steckt ein Sound-Aktuator, der in die Abgasanlage eingebaut ist. Dabei empfängt ein Mikrophon die vom Motor ausgesandten Schallwellen. Diese werden von einem ­Microcomputer analysiert, welcher wiederum einen Soundmodulator Schallwellen erzeugen lässt, die, mit jenen des Motors abgestimmt, den benzinigen V8-Sound erzeugen. Ein bissl künstlich, also eigentlich komplett künstlich, aber wenn der Zweck die Mittel heiligt, dann passt’s. Und der Klang passt.

Das serienmäßige S-Sportfahrwerk ist straffer abgestimmt als das im normalen Q5, deswegen aber keineswegs ­unangenehm hart.

Hat man sich um 1.676 Euro das Fahrwerk mit Dämpferregelung plus „Audi drive select“ gegönnt, wird man feststellen, dass das Fahrwerk sogar in der Einstellung dynamic noch komfortabel ist, freilich ohne eine Spur schwammig zu sein. In diesem Modus geht natürlich sofort die Drehzahl nach oben, was eher nervig kommt, weil hochtourig hat der SQ5 kaum nötig. Es ist durchaus genug Dreh­moment vorhanden für gelassenes Drücken von unten heraus.
Dazu feines Sitzen, gute Sicht, perfekte Ergonomie und sichere Verarbeitung bei Verwendung unpeinlicher Mate­rialien. Ewiger Kritikpunkt ist die umständliche Klima­einstellung mit dem Zwang ins Untermenü, wenn man nur die ­Gebläserichtung oder -stärke ändern will. Ebenfalls unnötig ist das unten abgeflachte Lenkrad. Freaky wiederum der ­optionale Spurhalteassistent. Er arbeitet mit Gegendruck. Das wirkt, als wäre die Lenkung kaputt: 700 Euro zum Einsparen.

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