Audi S7 Sportback 4,0 TFSI quattro Test Fahrbericht
Der neue S7 präsentiert sich als vernünftiger Kulturträger. Doch keine Sorge: Bei Vollgas kommt allemal noch Sau raus.
 

Testbericht: Audi S7 Sportback 4,0 TFSI quattro

Der vernünftige Kulturträger. Doch bei Vollgas kommt allemal noch Sau raus.

30.11.2012 Autorevue Magazin

Während in Europa langsam die Lichter ausgehen (angeblich), läuft draußen in der Welt die Party munter weiter (ebenfalls angeblich). Zum Beispiel in China. Für genau dieses Land vor allem, so die Leute von Audi, haben sie den S7 konzipiert. Man stutzt. Der S7, ein Signum des Reichtums, kleidet seinen Besitzer doch sehr dezent. Außerdem macht er nur wenig Spaß, wenn man nicht Auto fahren kann. Haben wir die Chinesen unterschätzt?

Ein paar Audi S7 werden wohl auch hier verkauft werden. Porsche Österreich schätzt oder hofft, dass es in Österreich heuer noch 40 Stück sein könnten.

In gewisser Weise ist der Audi S7 das ideale Auto für eine ideale Welt.

Ausreichend groß, sehr formschön, sehr elegant, ziemlich schnell. Und zumindest der Papierform nach auch vergleichsweise sparsam – Start-Stopp-Automatik und Zylinderabschaltung sind hier die Hauptverantwortlichen, abgesehen von der im Vergleich zum alten S6 völlig veränderten Gesamtgeometrie: acht statt zehn Zylinder, vier statt 5,2 Liter Hubraum, 420 statt 435 PS, zwei Turbolader statt gar keinem. Aus all dem ­heraus postuliert Audi einen Verbrauch von 9,6 Litern, der aber geträumt ist.

Der Audi S7 ist zweifelsohne ganz premium in der flotten Fortbewegung längs und quer.

Der Allradantrieb erlaubt Kurvengeschwindigkeiten jenseits des sinnvollen Reisens. Dass wir nebenan behaupten, eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h fehle uns, ist natürlich ein Witz, weil uns sonst nichts eingefallen ist. Bei 160 schwebt der S7 quasi lautlos und maximal komfortabel über die Bahn – liegt schwer, bewegt sich aber leicht. Und zwar so leicht, dass wir sagen können, es gibt kaum eine ­große Limousine, die so viel Fahrgenuss bereitet wie der S7. Ist um diesen Preis wohl auch nicht zu viel verlangt.

Die serienmäßige Luftfederung wird meistens auf comfort gestellt sein. Als wir sie auf sport klickten und halbwegs verhärtet drei echt zurückhaltende Besichtigungsrunden auf einem Racetrack drehten, haben die Bremsen nachher eine halbe Stunde lang gestunken.
Das nur dazu, was die Hersteller unter sportlich verstehen. Es ist damit immer die sportliche Anmutung gemeint. Ist auch logisch. Echte Straßensportautos verhalten sich übrigens kaum anders.

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