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Vorstellung: Audi RS5

Wohin nur mit all der Kraft? In den RS 5 zum Beispiel. Und dann? Dann hat man sich zu entscheiden.

01.05.2010 Online Redaktion

Der Innenraum eines Audi RS 5 ist kein ganz schlechter Ort, um festzustellen, wie es um einen bestellt ist. Ein Auto wie ein Pendel zwischen Genie und Wahnsinn. Gestresste werden ruhig, Entspannte schnell. Seelischer Luxus, den sich leisten kann, wer 450 PS an der auditypischen Grenze zur technischen Perfektion bewegt (das werden bis Jahresende etwa 25 Österreicher sein, der Verkauf beginnt im Mai).

Die erste Ausrichtung, das Schnellsein, erklärt sich über die Kraft. Audi entschied sich für einen V8-Saugmotor. Erstens, weil der als Zehnzylinder bereits im R8 hervorragende Dienste leistet, zweitens, weil man die Gefahr eines Turbolochs umgehen wollte, und drittens, weil es in der Entwicklungsabteilung des RS 5 Leute gibt, für die Downsizing ein Schimpfwort ist. Aber da steckt man schon wieder tief im Sumpf firmeninterner Grabenkämpfe.

Die Fakten: Der Motor dreht bis maximal 9000 Touren hoch, erst bei 8250 stehen besagte 450 PS an, das Drehmomentmaximum beißt zwischen 4000 und 6000 Touren zu. „Drehfreudig“ ist Understatement. Also Start, Gas durchtreten. Die Launch Control regelt alles weg, was stören könnte. Nach 4,6 Sekunden ist man bei Tempo 100, nach ca. 5,0 Sekunden (Tempo 120) fährt der hintere Spoiler aus, was dem Heck optisch sehr gut tut, nach 10,9 Sekunden ist man auf Tempo 200. Wer sich in diesen fahrerischen Sphären bewegt, sollte, bei allem Lob für Audis Doppelkupplungs-Automatik, die manuelle Bedienung über die Paddles wählen. Wer am Scheitelpunkt oder beim Überholen das Gaspedal durchdrückt und den sofortigen Tritt in den Rücken erwartet, wird enttäuscht. Gänge sortieren, dann erst wird’s richtig brutal. Der Dynamic-Modus von Audis Drive Select (Comfort, Automatisch, Dynamisch) sorgt für eine gewisse Verschärfung, ersetzt aber nicht das selbständige Denken einer manuellen Bedienung.

Womit wir beim gemütlichen Teil wären. Denn zum einen gibt es nichts Entspannenderes, als so viel Kraftreserve hinter sich zu wissen, zum anderen verleiht der Quattro-Antrieb mit Kronenrad-Mitteldifferenzial diesem immerhin 1725 Kilo schweren Coupé eine staatsmännische Souveränität. Die Grundverteilung ist mit 40:60 betont hecklastig. Je nach Fahrsituation variiert die Verteilung zwischen 70:30 und 15:85. Für 1.059 Euro extra gibt es noch ein Sportdifferenzial an der Hinterachse.

Wichtig: immer auf den Tacho schauen. Tempo 100 fühlt sich an, als würde man stehen, bei 160 schätzt man gemütliches Landstraßentempo.

Und wo es grad so entspannt ist, genießt man den Sound. Der Sound. Der Sound! Fauchen, brüllen, rülpsen, die ganze animalische Palette spielt der RS5 durch. Die beiden Endrohre wurden mit Abgasklappen ausgestattet, die sich öffnen, sobald man den Dynamic-Modus aktiviert. Das ist nicht genug. Weswegen man gleich noch manuell runterschaltet und sich die Zwischengas-Gänsehaut abholt.

Bevor es ungeschrieben bleibt: Die Reibung der Zylinderlaufbahnen und des Kettentriebs wurde minimiert, die Ölpumpe arbeitet bedarfsgerecht, und ein Rekuperationssystem ist an Bord. Macht auf dem Papier 10,8 Liter auf 100 Kilometer.

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