Audi RS4 Avant Kombi V8 Test
In seiner dritten Generation setzt der RS4 Avant seine Akzente klar und ohne Zweifel.
 

Vorstellung: Audi RS4 Avant

Der Kombi, der in der Porsche-Carrera-Liga spielt. Der Audi RS4.

19.09.2012 Autorevue Magazin

Ein Mittelklassekombi mit mehr als 400 PS um 100.000 Euro ist nicht auf den ersten Blick vollkommen logisch. Entsprechend klein ist das Angebot insgesamt, es wird von Audi, Mercedes, BMW (derzeit nicht) und manchmal einem wagelustigen Exoten (derzeit Cadillac) bestritten, und verkauft wird auch fast nichts: Von der Vorgängergeneration des Audi RS4 Avant, produziert zwischen 2005 und 2009, wurden in Österreich 71 Stück verkauft. Die Marken betrachten solche Autos denn auch als Imageträger, was eine wässrige Angelegenheit ist, weil von kaum errechenbarer Wirkung.

Schon eher lässt sich die Wirkung eines RS4 in konkreter Anwendung errechnen, sie ist nämlich stets maximal. Die Spreizung von zurückhaltender Optik und ultra-arger ­Leistung ist schon immer reizvoll gewesen, psychologisches Hauptmoment: Ich sehe harmlos aus, werde ausgelacht (bzw. überholt) und schlage auf einmal unerbittlich zu, worauf die anderen die Blöden sind.

Der Audi RS4, 20 mm näher am Erdmittelpunkt als der A4, performt idealerweise auf der Rennstrecke, und wir konnten das in Spielberg nachvollziehen. Der Achtzylinder-Sauger, in Handarbeit gefertigt und nur 216 Kilo schwer, ­leistet bei 8250 Umdrehungen sein Maximum von 450 PS, ab 4000 Umdrehungen drücken die ganzen 430 Nm Dreh­moment. Die Fuhre zieht gut davon, kommt auch aus dem Drehzahlkeller bzw. der engen Kurve schnell heraus. Allrad ist toll und unverzichtbar. Noch besser geht es freilich rund um die 8000 Umdrehungen, auch akustisch.

Wir sortieren mittels 7-Gang-Doppelkupplungs­getriebe manuell oder lassen schalten, was eh besser ist. Die Fahrdynamikprogramme Drive und Sport sind serienmäßig anwählbar. Gegen Aufpreis gibt’s Dynamic Ride Control: unter anderem „comfort“ und „dynamic“ sind die ­Stufen zur Glückseligkeit betreff Motorcharakteristik und Dämpfung. Dynamic ist sehr hart und nur auf der Renn­strecke sinnvoll, comfort geht für den Alltag, ist aber auch noch recht grenzwertig knackig.

Was inklusive Insassen mit zwei Tonnen zu machen ist, macht der Audi RS4 Avant. Lange, schnelle Kurven liebt er, Slalom nicht ganz so. Volles Rohr mag er grundsätzlich immer. Was er da verbraucht? Na Benzin, was sonst.

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