Audi RS3 Sportback Exterieur Dynamisch Front
Sportback vulgo Fastkombi.
 

Vorstellung: Audi RS3

340 PS unter der Tuchent eines eigentlich stillen, seriösen, überaus praktischen Kompaktwagens

17.04.2011 Autorevue Magazin

Man neigt ja dazu anzunehmen, dass eigentlich eh schon alle Nischen besetzt sind, und dann gelingt es trotzdem immer wieder, ein Auto auf die Räder zu stellen, bei dem man sich schwer tut, einen passenden Konkurrenten zu finden, um den Auftritt daran zu messen. Beim Audi RS3 dauert die Suche erst mal nicht lange, da bleibt man beim BMW 1er M hängen: gleich viele PS, etwa gleiche Abmessungen. Allerdings: Stufenheck, kein Allrad, nur Hinterradantrieb. Dann sehen wir aber nur mehr die üblichen Verdächtigen, die Rallye-Ikonen Subaru und Mitsubishi, beide um die 300 PS, ­Allrad, aber auch Stufenheck.

Wer also ein urpraktisches, total vernünftiges fünftüriges Auto sucht, das schon fast ein Kombi ist, liegt hier nicht so falsch. Dieses Auto ist in weiten Bereichen lässig argumentierbar. Etwa: Doppelkupplungsgetriebe für die Bequemlichkeit, Allradantrieb für die ­Sicherheit und für den Winter. Die 340 PS muss man ja nicht so betonen, zumal der relativ dezente Auftritt des RS3 diese Seite auch nicht schreiend vor sich herträgt. Also: Wir haben hier ein grundvernünftiges Auto mit einem kleinen, aber wesentlichen Geheimnis ­unterm Hauberl.

Den Fünfzylindermotor kennen wir bereits vom Audi TT RS. Auch im RS3 ist er ausschließlich in Kombination mit dem Doppelkupplungs­getriebe zu haben, was uns nur recht ist. Der Allradantrieb entspricht der bekannten ­Architektur mit Haldex-Kupplung an der Hinterachse. Der Sound des Fünfzylinders ist grandios, trotz des mächtigen Turboladers mit bis zu 1,2 bar Ladedruck gibt’s kein Turboloch, sondern eine saftige Kraftentfaltung. Das Fahr­erlebnis lässt sich ebenso kompakt beschreiben, wie das Auto an sich ist: Jede Bewegung sitzt, präzise Lenkung, agiles Fahrwerk, supersicheres Feeling.

Dieser Fünfzylinder, dessen schillernde Vorgänger einen wesentlichen Beitrag zu Audis Image-Höhenflug geleistet ­haben, gehört übrigens zu den bedrohten Arten. Er passt nämlich nicht in die neue ­Modulbaukasten-Strategie. Mit dem Modellwechsel des A3, der spätestens in zwei Jahren erfolgen wird, soll Schluss sein mit Fünfzylinder, was diesen konkreten RS3 gewissermaßen zur Rarität stilisieren wird.

Über die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h wollen wir weiter kein Wort verlieren. Beachtlich hingegen die Beschleunigung in 4,6 Sekunden auf 100 km/h. Alles, was unter 5 Sekunden liegt, stellt bekanntermaßen den physikalischen Grenz­bereich dar. Um diesen tatsächlich auszureizen, besitzt der RS3 eine Launch Control, auf dass der Wagen bei voller Beschleunigung nicht wegen eines Bedienfehlers verglühe.

Der Preis von über 60.000 Euro wirkt schon etwas anstrengend, das liegt im Wesentlichen an der neuen harschen NoVA-Regelung. Der Wagen kostet in Deutschland knapp unter 50.000 Euro. Immerhin ist die Ausstattung ziemlich komplett, sogar inklusive ­Xenonlicht.

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