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Audi RS 3 Sportback: Nicht auffallen

Die Kaufentscheidung ist auf den Audi RS 3 Sportback gefallen? Muss jetzt zwangsläufig auf Rennstrecken im Kreis gefahren werden, oder gelingt der Alltag?

14.04.2015 Press Inform

Nein, political correctness ist nicht seine Stärke. Das räumen seine Entwickler gerne und mit einem breiten Grinsen ein. Wer mit dem Audi RS 3 am Ortsbeginn vom Gas geht, der sorgt für einen böse krakelenden Stoß Zwischengas, der die Dorfhunde noch vier Stunden später entrüstet kläffen läßt. Den Krach produziert kein elektronischer Soundgenerator. Beim Audi RS 3 steuern zwei Klappen hinter dem Endschalldämpfer den Strom der Abgase und sorgen so für das, was Audi ganz harmlos „ein noch intensiveres Klangerlebnis“ nennt. Gegen Aufpreis lässt sich dieses „Erlebnis“ mit der RS-Sportabgasanlage nochmals intensivieren. Und wer per Knopfdruck am Armaturenbrett den „Comfort“-Modus wählt, der kann den Hunden auch ihre Ruhe gönnen. So ist die Charakteristik des neuen Audi RS 3 Sportback denn auch am besten zusammengefasst: Wer will, der kann – und wer nicht will, der muss auch nicht.

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© Bild: Werk

Audi RS 3 Sportback mit beachtlichen Motordaten

Kernstück ist der 2.5 TFSI Fünfzylinder. Der Benziner, so wird Audi nicht müde zu betonen, hat im Hause eine lange, sportliche Tradition. In den 1980er Jahren trieb er die Rallye- und Tourenwagen der Ingolstädter gnadenlos voran. Der aktuelle Turbo-Fünfzylinder im RS 3 liefert aus seinen 2.480 ccm Hubraum nun 270 Nm/367 PS ab. Mehr bietet in der Kompaktklasse derzeit keiner – selbst der Mercedes A 45 AMG muss sich mit 360 PS zufrieden geben. Dazu kommt, dass die Leistung im RS 3 auch schon früh im Vorwärtsdrang umgesetzt wird: Das maximale Drehmoment von 465 Nm liegt bereits bei 1.625 U/min. an und hält sich konstant bis 5.550 Touren.

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© Bild: Werk

Was bedeutet das im Alltag?

Der RS 3 beschleunigt schon aus niedrigen Geschwindigkeiten mit voller Leistung und spurtet los. Da die Kraft dank Allradantrieb auch nahezu verlustfrei auf die Straße gebracht wird, sind Überholmanöver, das Herausbeschleunigen aus der Kurve oder das Einfädeln in die Autobahn reines Vergnügen. Die offiziellen Fahrwerte sehen denn auch entsprechend aus: Von 0 auf 100 km/h rennt der RS 3 in 4,3 Sekunden – schneller als ein Porsche 911 Carrera GTS. Bei 250 km/h regelt der RS 3 automatisch ab – gegen Aufpreis kann sich die Grenze von Audi auch auf 280 km/h anheben lassen. Über den Benzinverbrauch (Super plus wird empfohlen) ist es müßig zu diskutieren: Der blieb zwar zehn Prozent unter dem seines Vorgängers, aber trotz Start-Stopp-Automatik immer noch bei offiziellen 8,1 Litern auf 100 Kilometern – das entspricht 189 g CO2/km. Wer real unter 11, 12 Litern bleibt, der ist mit einem „normalen“ A3 Sportback ohnehin besser bedient: Selbst der mit 180 PS gewiss nicht schwachbrüstige 1.8 TFSI ist mit 5,8 Litern Durchschnittsverbrauch sehr viel genügsamer.

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© Bild: Werk

7 Gang S tronic

Zwischen Motor und dem Allradantrieb vermittelt die 7 Gang S tronic. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet butterweich. Unterbrechungen des Kraftflusses sind praktisch nicht zu merken. Geschaltet werden kann auch manuell über die beiden Wippen am Lenkrad oder den Schalthebels auf der Mittelkonsole direkt. Wer es darauf anlegt: Eine Launch Control sorgt bei Bedarf während des Starts für optimale Traktion und kaum Reifenschlupf. Die siebte Gangstufe ist lang übersetzt, um wenigstens da den Verbrauch ein wenig zu senken. Die elektronisch gesteuerte und hydraulisch betätigte Lamellenkupplung des permanenten Allradantriebs, der je nach Bedarf zwischen 50 und 100% der Antriebskräfte an die Hinterräder leitet, wurde neu entwickelt und sitzt nun an der Hinterachse.

Der RS 3 auf der Rennstrecke

Das verbessert gegenüber dem Vorgänger die Achslastverteilung und sorgt für ein optimiertes Fahrverhalten. Selbst auf der Rennstrecke ist der Audi RS 3 auch bei hohen Geschwindigkeiten kaum aus der Kurve zu drängen. Selbst ein leichtes Schwänzeln des Hecks lässt sich kaum mal provozieren. Die Progressivlenkung verändert ihre Übersetzung je nach Lenkeinschlag und reagiert sehr präzise und direkt. Wer es sich leisten will, der kann gegen Aufpreis statt der auch so schon griffigen Bremsen des RS 3 eine Karbon-Bremsanlage ordern. Das gegenüber dem A3 Sportback um 25 mm tiefer gelegte Fahrwerk ist über den Drive select-Knopf je nach Gusto einstellbar: Im comfort-Modus ist man ähnlich entspannt unterwegs wie in einem herkömmlichen A3. Der dynamic-Modus macht die Federung deutlich härter, ohne aber die Bandscheiben wirklich zu malträtieren.

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© Bild: Werk

Alltag, Sitze und Preis

So böse der kleine Audi sein kann, so sanft gibt er sich im Alltag. Das Gaspedal ist mit seiner feinen Dosierbarkeit volltauglich für den Supermarktparkplatz, Audis Einparkhilfe plus gehört zur Serienausstattung. Zumindest vorne ist reichlich Platz, hinten eher weniger. Immerhin ist der Einstieg ins Heckabteil des Fünftürers problemlos. Die Sportsitze taugen – je nach Wahl in der Preisliste – auch für längere Touren oder sind eher sportlich griffig, aber knapp. Audi-Kunden finden sich bei Bedienung und Instrumenten auf Anhieb zurecht. Innen herrschen schon in der Serienausstattung Leder und Alcantara vor. Und selbst beim Laderaum braucht man mit 280 bis 1120 Litern keine Abstriche machen. Bleibt der Preis. Der liegt für die schon relativ gut ausgestattete Basisversion bei 63.400 Euro.

Ausstattungs- und Preislisten zum Audi RS 3 Sportback in Österreich

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