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Kilian Knorr wollte nicht mehr den Retter in der Not spielen.
 

Gelber Engel, roter Bengel

Der Rausch der Quere im Audi quattro. Kilian Knorr (18) wollte nicht mehr den Retter in der Not spielen.

29.01.2013 Online Redaktion

Der Bekanntenkreis bewegt sich folgendermaßen fort: ein Suzuki Ignis, dessen Innenraum, abgesehen vom Fahrersitz, völlig ausgeräumt ist, ein Audi A4 quattro, ein Dreier BMW und die Quer-bist-wer-Fraktion aus Japan. Um Salzburg herum, wo Kilian in die Schule geht, sind das vor allem im Winter lohnende Autos. Wenn Schnee liegt, fährt niemand aus der Gruppe im klassischen Sinn geradeaus.

Kilian selbst war der gelbe Engel der Gruppe. Er fuhr bisher einen Range Rover von 1976 und zog jene aus dem Schnee, die sich verschätzt hatten. Damit wird man zum Helden, Spaß macht das aber keinen. „Mit einem Range Rover kannst du zwar auch driften, aber dazu brauchst du viel Platz.“ Der Range ist eine Geschichte für sich und darf nicht unerwähnt bleiben. Für den 3,5-Liter-V8 hatte er ein Jahr zuvor 1.600 Euro bezahlt. In der heimischen Werkstatt musste er noch zweieinhalb Quadratmeter Blech verschweißen und das SUV war so gut wie … na ja … er war wieder gut in Schuss und Kilian begann seinen Job als gelber ­Engel.

Im Dezember 2011 sollte dann aber endlich Schluss sein mit der Plackerei. Ein Freund kam günstig an einen Audi quattro von 1986, der in einer Garage mit Wasserschaden stand. Der Putz bröckelte von der Decke und bombardierte den Audi. Nach einer Restaurierung wollte er den Quattro für 6.000 Euro verkaufen. „Ich gebe dir jetzt 4.500 Euro“, und das Auto gehörte Kilian.

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Doch erst musste die Pflicht erledigt werden – noch etwas Rost entfernen, den Tacho austauschen und ein paar Löcher im Kofferraum zuschweißen. Zum Glück hatte der bröckelnde Putz kaum Schäden hinterlassen, die meisten konnten rauspoliert werden. Dann folgte die Kür: Weil seiner Meinung nach das Auto mit 1200 Kilogramm zu schwer ist, hat Kilian die Rücksitzbank ausgebaut. Auch die Verkleidung hinten im Innenraum soll noch weg, genauso wie das ein oder andere Stück Dämmmaterial.

Aber wozu das Ganze? Zum Üben natürlich. Denn ein Rallye-Polo steht auch schon in der Garage. Der soll bis zur Herbstrallye in Leiben fertig sein. Viel sei eh nicht mehr zu tun. Nur noch eine Löschanlage einbauen, Rallyesitze samt Gurten montieren und das ­Getriebe überarbeiten – fertig. Das kleine Einmaleins, das sich immer so leicht anhört, wenn echte Enthusiasten sprechen.

Im kommenden Jahr will Kilian zum Bundesheer, weil er hofft, dann genug Zeit zu haben, sich um den Audi quattro zu kümmern. Er möchte das Auto komplett zerlegen, sandstrahlen und blau lackieren. Und vielleicht findet er auch einen Urquattro mit 20V-­Motor. Das einzige Modell, für das er seinen hergeben würde.

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