Audi Q5 hybrid quattro 2,0 TFSI Elektromotor Test Seitenansicht
Der Hybridbotschafter.
 

Testbericht: Audi Q5 Hybrid quattro

Der Q5 Hybrid ist der Vorbote einer hybridisierten Zukunft und damit eine Kriegserklärung an Lexus.

01.02.2012 Online Redaktion

Die Straßen sind leer. Niemand schneidet dich. Alle Ampeln stehen auf Grün. Du bist entspannt. Du bist ruhig. Langsam gleitet dein Fuß vom Gas. Du erinnerst dich an das Gespräch mit dem Verkäufer. Drei Kilometer rein elektrisch fahren bei Tempo 60, sagte der. Tempo 100, ebenfalls rein elektrisch, sagte er auch.

Der Audi Q5 als Hybrid ist eine Frage der inneren Haltung, und damit kein schlechter Ort, um sein Chakra auszupendeln. Wer den Fuß eines Arnautovic hat und gegen das Gas­pedal tritt wie das Fußball-­Enfant-terrible gegen den Ball (so er denn spielen darf), der steht sich im Audi Q5 Hybrid selbst im Weg.

Fünf Betriebszustände kennt die Betriebsanleitung: den klassischen Hybridantrieb mit Benzin- UND Elektromotor (245 PS), Antrieb rein elektrisch (54 PS), konventionell (211 PS), Rekuperation und Boost. Wobei die beiden Letztgenannten ­Extremformen der beiden Erstgenannten sind. Per Fahrmodi – EV, ­Normal und Sport – kann der Fahrer sanft Einfluss nehmen. Freilich ohne das System zu etwas zwingen zu können.

Um es kurz zu machen: Die angegebenen Höchstwerte in Sachen elektrisch Fahren wird man im echten Leben nie erreichen. Das ist einfach zu weit weg vom Labor. Entweder ist bei Tempo 100 die Batterie schon halb leer oder bei Tempo 60 stellt sich einem eine Steigung in den Weg oder, oder, oder …

Der Audi Q5 Hybrid ist nicht als Weltenretter angetreten, sondern als Driving-Showroom. Der Q5 verkauft sich auf jedem Markt gut, und bei 1910 Kilogramm Leergewicht fällt ein zusätz­licher Elektromotor samt ­Lithium-Ionen-Batterie nicht weiter auf. Damit ist er die ­ideale Speerspitze für Audis Hybrid-Strategie, die mit Einführung von A6 (Februar), A8 (Mai) und A4 (Termin noch nicht fixiert) in die Breite und damit aufgehen soll.

Mit dieser Erkenntnis im Gepäck kann man auch auf­hören, sich emotional selbst zu fesseln. Startknopf gedrückt, lautlos ausgeparkt. Immerhin. Bei der Steigung der Garagenausfahrt springt zum ersten Mal der Motor an. Dezent. ­Leise. 245 PS sind akustisch nicht nachweisbar, aber spürbar. Der Audi Q5 zieht in jeder ­Lebenslage. Besonders beeindruckend: Gangwechsel. Audi setzt auf eine Achtgangautomatik ohne Drehmomentwandler. Der wurde durch den Elektromotor ersetzt, der mit einer Lamellenkupplung kombiniert ist. In der Praxis wirkt sich das so aus, dass die japanische Konkurrenz in Sachen Fahrgefühl ziemlich nass gemacht wird.

Hier ein Trailer zum Audi Q5:

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