audi q3 tdi quattro dauertest s-tronic rot orange vorne front seite
Der geringe Unterschied zum Q5 liegt an Audis Gleichdesign-Strategie.
 

Dauertest-Einstieg: Audi Q3 2,0 TDI quattro S-tronic

Dauertest-Einstieg: Als Q3 kommt Audis SUV-Programm seinen Käufern am nächsten. Wie viel Schmalz und Technik dennoch drin Platz hat, wird unser Dauertest zeigen.

08.10.2013 Autorevue Magazin

Wenn Audi den SUV-Gedanken bis zum Q3 verkleinert, dann wollen wir ihn beim ­Motor wieder ein wenig auf­fetten. Immerhin werden wir in diesem Q3 ein ganzes Jahr verbringen, das einerseits sparsam ablaufen soll (also TDI), aber mit Schmalz (also stärkster TDI) und Souveränität (folglich quattro und einige Aufpreisextras obendrein). Der teuerste Posten dabei ist das feine Navigationssystem, das per großem Bildschirm mit uns kommuniziert und sich gewiss auszahlen wird, denn die Dauertestdistanz findet nicht im Wiener Stadtgebiet Platz. Weiters auf unserer Aufpreisliste: das Komfortpaket mit Klimaautomatik, Xenon plus, Tempomat und Sitzheizung vorne, beispielsweise; oder die Feinnappa-Ledersitze, die gut mit dem Multifunktions-Sportlenkrad harmonieren. Auch noch vierstelligen Preises sind die 18-Zoll-Alu­felgen und die Anhängerkupplung – immerhin darf der Q3 bis zu zwei Tonnen ziehen, und wir mögen Oldtimer ­wirklich sehr. Weiters auf der Liste: Einparkhilfe vorne wie hinten (nach hinten zu auch mit Rückfahrkamera), abgedunkelte Scheiben, Dekoreinlagen „Aluminiumnetz“, die mit ihrer technoiden Kühle wunderbar die wärmende Materialwahl innen kontrastieren. Bei der Farbwahl hat sich der bunte Teil der Redaktion durchgesetzt. Das Samoa-Orange ist jener Farbklecks, der den ­Straßenverkehr erfrischt, und Metallic-Lack ist ohnedies Pflicht: Aufpreisfrei reicht Audi nur Schwarz oder Weiß, also keine Farben, nur Lacke.

So erklärt sich, dass auf der Rechnung aus den 39.900 Euro Basispreis stattliche 55.560,87 Euro wurden. Sagen wir so: Der Grundpreis bleibt in Sichtweite der Kompakten, per Aufpreis kann man dann in höhere Segmente abheben.

audi q3 tdi quattro dauertest s-tronic rot orange vorne front
Der Vollständigkeit halber: Wer sich ein Zusammenleben mit Frontantrieb und 140-PS-TDI, aber ohne Extras vorstellen kann, lässt lediglich 31.300 Euro beim Audi-Händler.

Dass sich der Q3 von außen so dezent vom größeren Q5 unterscheidet, liegt an ­Audis Gleichdesign-Strategie (wenn ein Motor für mehrere Modellreihen taugt, darf dergleichen auch von den Design-Merkmalen erwartet werden), das kommt den Q3-Fahrern aber sicher zupass: Nur streng praktizierenden Audiologen sind die winzigen Unterschiede (Form der Rückleuchten, zum Beispiel, und die 25 cm Längenunterschied fehlen eher am Heck) sofort geläufig, der Schriftzug am Heck darf aufpreisfrei entfallen, und Fahrer nachfahrender Autos sehen meistens eh nicht so weit.

Steht man erstmals vor dem Q3, dann kommt er einem (von außen) tatsächlich klein vor. Das Schlagwort vom Kompakt-SUV steht plötzlich mitten im Leben, die Sitzposition darf hoch bleiben, aber der Auftritt ist höchst europakompatibel, danke.

audi q3 tdi quattro dauertest s-tronic rot mittelkonsole schalter schaltebel

Mehr als 5000 km sind während der ersten Wochen im Audi Q3 zusammengekommen, und es waren lange Reisen dabei.

Erkenntnisse: Die Langstreckentauglichkeit braucht keinen größeren Q als den Q3. Der Motor ist ohnedies über jeden Zweifel erhaben, 177 PS und 380 Nm strengen sich nicht sonderlich an mit den 1585 kg Leergewicht, und dass sie aus lediglich zwei Litern Hubraum gepresst werden, merkt man der Kraftentfaltung nicht an: Drehmoment ist immer da, ein -loch nie. Immer ein bisserl da ist auch das Motorgeräusch, kernig, aber gut geglättet und darob nie aufdringlich. Verbrauch: 7,2 Liter im Schnitt, da ist allerdings die lange Reise mit Hänger und (einem eh überaus aerodynamischen) Oldtimer drauf ausgeklammert – da lag der Dieselkonsum doch um drei Liter drüber.

audi q3 tdi quattro dauertest s-tronic rot

Wer die Hängerkupplung dazubestellt, kann sie per Seilzug sauberen Fingers ausklappen.

Großes Lob gebührt dem 7-Gang-DSG und den Sitzen.

Man muss nie wieder Gedanken an Gänge verschleudern, weil sie einfach immer in ausreichender Zahl da sind und der richtige drin ist.

Wirklich perfekt ist der Sitzkomfort: Man sitzt im Q3 hoch, aber dennoch gut ins Auto eingebettet, Sitze und Lenkrad lassen sich so gut mit- und gegeneinander verstellen, dass man die optimale Sitz­position gar nicht verpassen kann. Auch die Bewegungsfreiheit der Fondpassagiere ist für einen Kompakten überdurchschnittlich – man muss schon sehr lang sein, um die Knie in Tuchfühlung zur Vordersitzlehne zu bringen.

audi q3 tdi quattro dauertest s-tronic rot kofferraum reserverad subwoofer orange

In der Mitte des Reserverades wohnt der Subwoofer.

Vom Zurechtrücken der ­Dimensionen angekratzt wurde lediglich der Kofferraum: 460 bis 1365 Liter sind zwar am Datenblatt nicht zu knapp, beim Einladen von Fahrrädern merkt man aber, dass man häufiger Vorderräder und ­Sättel abmontieren muss als bei Mittelklasse-Kombis.

Die 18-Zoll-Felgen sind zwar fesch, wenn wir auf den Audi zugehen, dem Federungskomfort wären allerdings die serienmäßigen 16-Zöller zuträglicher. Auch so aber bleibt der Federungskomfort im alltagstauglichen Bereich, mit leichter Schlagseite zum Harten allerdings.

Gut gewählt ist das Naviga­tionssystem, das uns noch nie in Versuchung geführt hat, ihm zu widersprechen. Was uns ­allerdings jetzt schon ein wenig, sagen wir, unnötig billig vorkommt, ist die Hut­ablage. Sie geht beim Öffnen der Heckklappe nicht mit in die Höhe. Damit steht der Q3 hier auf ­Augenhöhe mit dem VW Up!, und der ist doch etliche Segmente weiter unten daheim.

Sonst aber formt der Q3 2,0 TDI quattro jenen perfekten Allrounder, in dem wir gerne dem Rest des Dauertest-Jahres entgegenfahren.

 

Zum Dauertest-Zwischenbericht unseres Audi Q3.

 

Zum Dauertest-Abschlussbericht unseres Audi Q3.

 

Mehr zum Thema
pixel