Audi Q3 Exterieur Dynamisch Front
Man findet Ebenmaß, perfekte Nähte, präzise Zwischenräume, gesunde Materialien und hört sauber-trockene Klickgeräusche.
 

Vorstellung: Audi Q3 2011

Das Auto für die jungen Freigeister aus den hippen Stadtteilen… so sie denn erwachsen geworden sind.

21.08.2011 Autorevue Magazin

Atemberaubend geht aber anders. Audi verlässt sich so vollkommen auf den Eindruck, den die inneren Qualitäten des Q3 machen, dass man darauf verzichtet hat, ihn auch äußerlich zu bewitzen. Ist ganz im Sinne der Corporate Identity der einzelnen Baureihen. Die Limousinen von Audi sind ja auch alle gleich, vielleicht wegen der Angst: Ein Millimeter nach links oder rechts, und das Auto sieht nicht mehr wie ein Audi aus. Und so kommt es, dass man dem Q3 erstmals
gegenübertritt mit dem enttäuschten Gefühl, ihn schon seit Jahren zu kennen. Kreativ sind wir selber, mögen sich
die eben aus der Generation Umhängetasche Herauswachsenden denken, an die der Q3 herantritt. Recht haben sie.

Flexibler gelebte CI findet sich im Innenraum, man erkennt den Audi am Grundsätzlichen eher als am Detail. Und man erkennt: Hier wurde mit höchster Messlatte gearbeitet. Genau so muss das ­Interieur für ein Auto dieser Kragenweite aussehen, sozu­sagen als einzig denkbares ­Ergebnis einer zwingenden Evolution – so und so ist der Stand der technologischen und ästhetischen Entwicklung, und hier ist er ausgestellt.

In seiner Marktverwirklichung (siehe dazu auch Seite 42) stößt der vom VW Tiguan abgeleitete Q3 vor allem auf den deutlich markanteren BMW X1, mit dem er sich, was die inneren Werte betrifft, klar auf Augenhöhe befindet. Man ist in Sekunden fein eingepasst, greift die Schalter und Regler, findet Ebenmaß, perfekte Nähte, präzise Zwischenräume, gesunde Mate­rialien und hört sauber-trockene Klickgeräusche. Natürlich riecht es nach nichts. Eine Kultiviertheit teilt sich da mit, und wie gut technologisches Wissen und Freude an eleganter Mechanik angenehm ins echte Leben übertragen wurde.
Das setzt sich fort bei den fahrprimären Komponenten Lenkrad und Pedalerie, wo der Widerstand, der Armen und Beinen entgegengesetzt wird, um kein Nanopascal zu groß oder zu klein ist. Alles wurde konstruiert und designt und abgeschmeckt von Autofahrern. Das ist aufgrund der sonst nicht so hohen Treff­sicherheit hervorzuheben.

Vergleichsweise schmal ist die Mittelkonsole geraten, was gescheit ist: bleibt mehr Platz für die Menschen. Hinten sitzt man gut, Einschränkung droht nur sehr Großgewachsenen am Kopf. Der Kofferraum ist um Nuancen größer als der im BMW X1 und etwas kleiner als im VW Tiguan: kein kaufentscheidendes Argument.

Fahrdynamisch ist der Q3 erwartungsgemäß hauptfit. Kaum Wankneigung, kein Einknicken. Auditypisch eher streng natürlich, und als aktiver Audi-User wird man um Drive Select nicht herumkommen, welches um 250 Euro via Knopfdruck die Charakteristik von Gaspedal, Lenkung und S-tronic einstellen lässt (Programme: Comfort, Auto, ­Dynamic und Efficiency). Da man – wiederum als aktiver Audi-User – sehr sinnvollerweise auch zum Fahrwerk mit Dämpferregelung gegriffen hat (1.230 Euro), wird auch dessen Verhalten hier einbezogen. Das Comfort-Programm ist meistens das beste. Will man es lustig haben, muss Dynamic sein.

Wir fuhren den starken Diesel und den 170-PS-Benziner. Man erkennt schon am Datenblatt, dass hier zwei Motoren antreten, die sich keine Schwächen leisten. Der Diesel auch akustisch nicht, er tönt sauber, glatt und direkt wohlig in den Innenraum hinein.

Ab Herbst 2012 wird ein 2,5-Liter-Turbobenziner mit 300 PS zu haben sein. Das spricht indirekt ein Problem an, nämlich: Wie viel muss ich investieren, um einen Q3 zu haben, der zeigt, dass ich nicht die letzten Kreuzerln zusammenkratzen musste? Die Aufpreisliste ist voll mit Must Haves. Gehe ich vom 40.000 Euro teuren 177-PS-Diesel aus und gönne mir zum Beispiel, nur so als Basics, Ledersitze, ein einfaches Navi, hübsche 18-Zöller, Xenon, das Glasdach und die Dämpferregelung, bin ich schwupps bei fast 50.000 Euro. Im Grunde ist es das, womit man rechnen muss. Und bedenkt man, was heutzutage schon ein Fahrrad kostet, ist es das auch wert.

Der Audi-Teaser zum Q3:

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