Der Audi A3 wird künftig auch in Brasilien produziert.
Der Audi A3 wird künftig auch in Brasilien produziert.
 

Audi produziert ab 2015 wieder in Brasilien

Die Modelle Audi A3 und Q3 werden ab 2015 im VW-Werk in Curitiba vom Band rollen.

18.09.2013 APA

Audi wird ab 2015 die Produktion in Brasilien wieder hochfahren. Von September übernächsten Jahres an soll die A3 Limousine, ab Mitte 2016 das SUV-Modell Audi Q3 in Curitiba (Bundesstaat Paraná) in Südbrasilien produziert werden. Die Investitionen belaufen sich auf 150 Millionen Euro. Audi hatte in Curitiba bereits von 1999 bis 2006 den A3 Sportback gebaut, die Produktion aber wegen Unrentabilität eingestellt.

Audi produziert bald mehr Autos im Ausland als in den Stammwerken

Das Comeback der VW-Tochter verkündete Audi-Chef Rupert Stadler persönlich in Brasília nach Gesprächen mit Staatschefin Dilma Rousseff. Die Produktion soll unter dem Dach des VW-Werkes in Curitiba laufen. Stadler sprach von einem weiteren Meilenstein für die Internationalisierung des Unternehmens, der die Basis für weiteres Wachstum in der Region schaffen soll. Der Audi-Chef verwies auf auch die inzwischen acht ausländischen Produktionsstandorte: „Im kommenden Jahr bauen wir erstmals in der Geschichte von Audi mehr Autos außerhalb Deutschlands als in unseren Stammwerken.“

Kampf um Premium-Markt

Audi hatte erst kürzlich in Mexiko den Startschuss für ein Werk zum Bau des Q5 gegeben und rechnet sich in Brasilien gute Chancen auf dem Markt für hochpreisige Oberklasse-Modelle aus. In diesem Jahr will die VW-Tochter 7000 Autos in Brasilien verkaufen – ein Plus von 40 Prozent. Beschaffungs-Vorstand Bernd Martens sieht noch viel Luft nach oben: „Mit dem Ausbau unserer Kapazitäten wollen wir langfristig die Absatzschwelle von 30.000 Einheiten in diesem Markt überschreiten.“ Diese Marke soll 2017/2018 erreicht werden.

Trotz des gebremsten Wirtschaftswachstums boomt der Auto-Markt in Brasilien. Bis 2020 könnten alleine auf dem Premiummarkt 100.000 Fahrzeuge abgesetzt werden, schätzen Experten. In den ersten acht Monaten 2013 hatte Audi in diesem Segment einen Marktanteil von 13,7 Prozent. Bis zum Ende des Jahrzehnts wachse diese Sparte um 170 Prozent, prognostizierte Martens.

Auch Konkurrent BMW eröffnet 2014 Werk in Brasilien

Auch Audis Erzrivale BMW wird künftig in Brasilien, der sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt, selbst bauen und wird dazu 2014 sein Werk eröffnen. Beide Autobauer haben gute Gründe für den Schritt, denn so kommen sie in den Genuss von Steueranreizen und umgehen höhe Einfuhrzölle, die für Importautos fällig werden.

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