Vorstellung: Audi A8 4.2 TDI

Das letzte Achtzylinder-Einhorn der Luxusklasse. Begeisterung beim Triebwerk, Enttäuschung bei der Serienausstattung.

13.05.2014 Press Inform

Nimmt man die Verkaufszahlen als Gradmesser so tut sich Audi in der Luxusklasse weiterhin schwer. Der A8 schafft es einfach nicht sich gegen einen Siebener BMW oder die Mercedes S-Klasse durchzusetzen, die Ausnahme bleibt China. Die verkauften Einheiten hinken weit hinter denen der Konkurrenz. Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten, einen Audi A8 zu fahren. Abgesehen vom alles andere als überzeugenden Vierzylinder im nur frontgetriebenen A8 Hybrid kann jedes Modell auf seine Art überzeugen – vom 258 PS starken V6-Diesel bis zum prächtigen Doppelturbo-V8 im S8. Die beste Mischung aus Luxus, Antrieb, Sparsamkeit und Reisekomfort bietet jedoch der Audi A8 4.2 TDI. Der macht aus seinem Antrieb am Heck mit dem schlichten TDI-quattro-Signet auf Understatement, um an der Kotflügelflanke mit einem lieblos platzierten V8-T-Logo zu überraschen. Verstehen muss man das nicht._Audi-A8-4.2-TDI-quattro-(9)

Markant aber nicht auffällig

Kein anderer ist in dieser Limousinenliga noch mit einem Achtzylinder-Diesel unterwegs. Man fragt sich wieso, denn der 4,2 Liter große Achtzylinder ist mit einer Länge von 5,14 Metern ebenso dynamisch wie sparsam. Dem gewaltigen Drehmoment von 850 Nm zwischen 2.000 und 2.750 U/min stand im Praxistest ein Realverbrauch von gerade einmal 9,2 Litern Diesel gegenüber. Das sind selbst mit Winterreifen nicht einmal zwei Liter mehr als die von der Werksangabe in Aussicht gestellten 7,4 Liter. Weniger Trinkfreude ist in der elitären Zwei-Tonnen-Liga weit oberhalb von 100.000 Euro kaum zu realisieren, wenn man nicht nur außerorts im amerikanischen Highway-Tempo unterwegs ist. Das V8-Triebwerk selbst ist eine Glanzbesetzung in einer Luxuslimousine wie dem A8, der durch die Modellpflege Ende vergangenen Jahres zwar etwas markanter, aber kaum auffälliger geworden ist. Er mimt nach wie vor deutlich zu bescheiden den großen Bruder vom Volumenmodell Audi A4 – und derart ohne Ecken und Kanten reicht in dieser Liga einfach nicht. Da braucht es nicht zuletzt auf den Märkten in den USA und Asien mehr Pomp, mehr Glanz und mehr Noblesse._Audi-A8-4.2-TDI-quattro-(12)

Im Innenraum sieht das ganz anders aus

Hier ist der Audi A8 auch vier Jahre nach seinem Produktionsstart wohl immer noch der Beste seiner Art und muss sich selbst gegenüber der beeindruckenden Mercedes S-Klasse, erst jüngst neu aufgelegt, nicht verstecken. Edelste Materialien, perfekte Verarbeitung und eine eindrucksvoll präsentierte Bedienung treffen auf ein Platzangebot, an dem es trotz 2,99 Metern Radstand allenfalls den eingeschränkten Kopfraum im Fond zu bemeckern gibt. Sitzkomfort, Klimatisierung und Geräuschniveau sind vorbildlich, wenngleich der Audi A8 akustisch durchaus als Diesel zu erkennen ist. Das gilt nicht nur für die Start-Stopp-Automatik, die gerade beim Ampelstart Komfortwünsche offen lässt._Audi-A8-4.2-TDI-quattro-(21)

Der Vortrieb des allradgetriebenen A8 4.2 TDI ist gewaltig

283 kW / 385 PS und bullig grollende 850 Nm schieben aus jedem Drehzahlbereich wild und ungehemmt voran. Wer den über 2,1 Tonnen schweren Audi außerhalb des Stadtgeheges frei galoppieren lässt, bringt ihn in 4,7 Sekunden aus dem Stand an die Tempo-100-Marke. Nicht, dass das jemals jemand im Alltag ausprobieren würde. Doch die Zahl verdeutlicht nur allzu gut, wie sehr sich der 4,2 Liter große Commonraildiesel von einem Dreiliter-V6 unterscheidet. Der große Achtzylinder arbeitet dazu vorbildlich im Hintergrund mit der achtstufigen Getriebeautomatik aus dem Hause ZF zusammen und vollzieht Gangwechsel kaum spür- und hörbar im Hintergrund. Bei 250 km/h wird der Allradler mit der präzisen, aber etwas zu gefühllosen Lenkung abgeregelt, während die variable Luftfederung alles auf der Fahrbahn wegfedert, was sich einem in dem Weg stellt. Bei Querfugen könnte die Dämpfung in jedem Fahrprogramm etwas mehr Feinfühligkeit walten lassen._Audi-A8-4.2-TDI-quattro-(19)

Enttäuschung bei der Serienausstattung

Vollkommen üblich in der Luxusliga lässt sich der Audi A8 4.2 TDI nahezu nach Belieben mit allem nur erdenklichen Komfort ausstaffieren. Das Serienpaket des Vorzeige-Audi ist dabei für einen Einstiegspreis von 87.900 Euro dünner denn je. Wer den Fond noch langstreckentauglicher machen möchte: der verlängerte Radstand kostet 10.770 Euro extra. Peinlich und wenig standesgemäß, dass der Topdiesel in der A8-Modellpalette ab Werk weder über klimatisierte Komfortsitze, noch Vier-Zonen-Klimaautomatik oder Sitzheizung im Fond verfügt. Alles, was den Audi luxuriös und edel macht, muss für teures Geld extra bezahlt werden. So ist noch nicht einmal das gute Navigationssystem beim 385-PS-Diesel oder das sanft illuminierende Ambiente-Licht für den Innenraum an Bord. Und auch beim Thema Sicherheit kosten viele sinnvolle Assistenzmodule teures Aufgeld._Audi-A8-4.2-TDI-quattro-(20)

Nach oben offen

Wer sich exklusives Sonderleder, Einzelsitze im Fond oder abgedunkeltes Dämmglas mit zusätzlicher Frontscheibenheizung, eine elektrische Heckklappe, Navigation und schöne 20-Zöller gönnt, kann den Preis des Audi A8 4.2 TDI selbst mit kurzem Radstand an die 150.000-Euro-Marke drucken. Dafür gibt es nobelstes Ambiente, serienmäßigen Allradantrieb, jede Menge Fahrspaß und grandiosen Reisekomfort – zu einem realen Verbrauch. Wenn nur der gigantische Preis nicht wäre.

Dank an die Kollegen von press-inform

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  • helmut Kainz

    Daß Audi gute und vor allem TEUERE AUTOS baut, ist ja schon lange bekannt. Man kann von Glück reden, wenn bei der Standard-Ausstattung schon das Lenkrad dabei ist.

    Daß man aber bei AUDI wegen einer kleinen defekten Platine eine GANZE LENKSÄULE kaufen muß und dann noch erfährt, da0 diese nicht mit der alten Bord-Elektronik zusammenpaßt, ist eine andere Sache.
    ( macht zusammen EUR 1800,– )
    Ich fahre seit 40 Jahren (!!) fast ausschließlich Audi, aber mein derzeitiger ist SICHER DER LETZTE AUDI, den ich mir kaufen werde.
    Als “TROST” für diesen SCH…. wurde mir ein “Nachlaß” von 2 % (in Worten ZWEI ) auf einen Neuwagen angeboten, eine “Kulanz” sei wegen der hohen Kilometerleistung von 100 000 km nicht möglich.
    Frage: Muß man einen AUDI nach 100 000 km jetzt wegschmeißen ???

    Auf die eigentliche Problematik dieses Ersatzteil-Wuchers wurde mit keinem Wort eingegangen.

    Die entsprechende Korrespodenz kann ich gerne als Beweis für den “kundenfreundlichen” Umgang von AUDI vorlegen.

  • Mist

    Bullshit !
    Eine Anhängerkupplung für einen A8 muss deutlich mehr aushalten als eine für einen Golf.
    Hast du bei Führerschein nicht aufgepasst, du weißt schon, Anhängerlast und so ;)
    Und was soll denn das ganze Gejammere über die höheren Aufpreise ?
    Sollen die Reichen doch zahlen, was interessiert uns das ?
    Oder bist du einer der „Armen“, die sich einen A8 leisten können ?
    Es gibt genug Vernunftautos, muss es wirklich unbedingt ein Deppenauto sein ?

  • Flo

    Beim kleineren Diesel ist nichtmal Sitzheizung serienmäßig, und darf für arge 550 Euro dazu gekauft werden.
    ACC: 2700 Euro — man merkt, dass der VW-Konzern bei teureren Modellen auch bei den Extras deutlich tiefer in die Tasche greift.

    Skurriler Höhepunkt: eine Anhängekupplung für 1700 (!) Euro…
    (die gleiche kostet im Golf 800 Euro)

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