Der Audi A8 von vorne
An der Karosserie wurden keine groben Veränderungen vorgenommen
 

Testbericht: Audi A8

Mit technischem Feinschliff und Hightech-Scheinwerfern will Audi seinen Königstiger A8 auf die Fährte von Mercedes S-Klasse und BMW 7er bringen. Eine große Aufgabe.

19.10.2013 Press Inform

 

Man schaut dem aufgefrischten Audi A8 in die Augen und ist verzückt. Das LED-Matrixlicht, das jede Nachtfahrt zu einem gleißenden Erlebnis werden lässt, ist mit Abstand die größte Neuerung der Modellpflege. An der A8-Karosserie hat sich abgesehen von einem leicht modifizierten Heck mit wischenden Blinkermodulen wenig getan. Überraschend, weil der Audi A8 gegen die übermächtige Luxuskonkurrenz des exzellenten BMW 7er und insbesondere der neuen Mercedes S-Klasse an sich einen nennenswerten Rückstand aufzuholen hat.

Liebe zum Detail

Das versucht das Ingolstädter Aushängeschild mit viel Liebe zum Detail. Der Innenraum ist gewohnt exzellent verarbeitet und die nicht enden wollende Aufpreisliste lässt jeden A8 zu einem Traumwagen werden, der weltweit seinesgleichen sucht. Doch die Konkurrenz hat in den letzten Jahren auf- oder gar überholt. War der Audi A8 einst in Sachen Innenraumqualität allein auf weiter Flur, fährt der 7er BMW längst auf Augenhöhe und die neue S-Klasse sogar vornean.

Der Innenraum des A8

Der exzellent verarbeitete Innenraum des A8

Die Konkurrenz schläft nicht

Daran ändert auch die neu ausgerufene Manufakturqualität des Luxusmodells nichts. Der Vorsprung von einst ist futsch. Daran ändern auch die überarbeiteten Triebwerke nichts. Grenzenlosen Komfort,  edle Hölzer, schmeichelhaftes Leder, Hightech-Assistenzsysteme und ein Head-Up-Display gibt es auch bei der Konkurrenz.

Die Rücksitze des A8

Auf diesem Gebiet haben die Konkurrenten 7er BMW und die neue S-Klasse aufgeholt

Taghell mit dem A8

Mehr Leistung – weniger Verbrauch lautet die bekannte Devise, mit der die verwöhnte Kundschaft  nach Ingolstadt gelockt werden soll. Die Matrix-Scheinwerfer des Audi A8 kosten extra – beeindruckende 2.400 Euro. Vollvariabel passt sich der scheinbar unendliche Lichtkegel den lokalen Gegebenheiten seiner Umgebung an. In Sekundenbruchteilen werden Bäume, Sträucher, Verkehrsschilder und die Fahrbahn von den 25-LED-Modulen pro Scheinwerfer taghell ausgeleuchtet. Links und rechts am Frontfahrzeug vorbei strahlen die Hightech-LED-Leuchten des vollautomatischen Matrix-Fernlichts den Raum aus, sodass der Vorausfahrende so fast mehr sieht, als mit den eigenen Scheinwerfern.

Intelligente Lichter

Das punktgenaue Ausblenden des entgegenkommenden und vorausfahrenden Verkehrs erledigt eine Kamera hinter dem Innenspiegel. Wenn der Lichtschalter auf der Position „Automatik“ steht und das Fernlicht eingeschaltet ist, wird das System innerorts ab 60 km/h und außerorts ab 30 km/h aktiv.

Motorenangebot

Wichtiger als das Lichtsystem dürfte für viele Kunden das Motorenangebot sein. Der vier Liter große Achtzylinder mit vier Litern Hubraum und Zylinderabschaltung ist auf 320 kW / 435 PS und 600 Nm Drehmoment erstarkt. Eine Bestbesetzung neben dem großen Diesel. Während BMW und Mercedes die Achtzylinderselbstzünder aus dem Programm verbannten, grollt der 283 kW / 385 PS starke 4.2 TDI im A8 nicht nur auf der Autobahn und zaubert seinem Fahrer mit unnachgiebigem Vortrieb von 850 Nm Drehmoment mehr als ein Lächeln ins Gesicht.

Der Motor des Audi A8 3.0 TFSI

Der 3.0 TFSI mit 310 PS

A8 3.0 TDI

Wem der beeindruckend geringe Normverbrauch von 7,4 Litern Diesel noch zu viel ist, ist mit dem A8 3.0 TDI bestens bedient. Er genehmigt sich nur 5,9 Liter – trotz 190 kW / 258 PS und Allradantrieb. 0 auf Tempo 100 in 5,9 Sekunden und 250 km/h Spitze sind mehr als sportlich für eine Einstiegsmotorisierung. Die windigen Fronttriebler gehören abgesehen vom wenig überzeugenden A8 Hybrid der Vergangenheit an. Eindrucksvoll sind nicht nur beim Achtzylinder-Benziner die Geräuschdämmung und die sanft schaltende Getriebeautomatik mit ihren acht spurlos werkelnden Schaltebenen. Und selbst der Doppelturbo gibt nur dann etwas von sich laut, wenn man ihn so richtig scheucht. Dann wird es allerdings auch nicht mit dem in Aussicht gestellten Verbrauch von 9,1 Litern.

Der Motor des Audi A8 W12 FSI

Die deutsche Bundeskanzlerin bevorzugt den W12 mit 500 PS

Die A8-Preisliste

Der Basispreis für den nunmehr 310 PS starken Audi A8 3.0 TFSI liegt bei 76.900 Euro. Kauftipp ist der 435 PS starke Achtzylinder-Benziner ab 96.900 Euro, während sich Sparfüchse in den kleinen Diesel mit 258 PS vergucken, der mindestens 74.500 Euro kostet. Für jeden ist in dem Programm etwas dabei – auf Wunsch mit langem Radstand, der den Fond noch komfortabler werden lässt. Und mit diesen Scheinwerfern kann es doch nur in eine strahlende Zukunft gehen. Das wird sich auch Angela Merkel denken. Die alte und neue Bundeskanzlerin fährt bevorzugt einen 500 PS Audi A8 W12 – auch als neuen Dienstwagen.

 

  • Alexander Schmit

    Chronologie des Zweifelns…

    „Daran ändert auch die neu ausgerufene Manufakturqualität des Luxusmodells nichts. Der Vorsprung von einst ist futsch. Daran ändern auch die überarbeiteten Triebwerke nichts.“

    An dieser Stelle des Textes bin ich zum ersten Mal gestolpert, konnte mir nach mehrmaligem Lesen aber selbst einreden, dass es sich hier um keine schlampig hingefetzten Wiederholungen, sondern um ein gewolltes Stilmittel des Autors handelt…also weiter…

    „Wenn der Lichtschalter auf der Position „Automatik“ steht und das Fernlicht eingeschaltet ist, wird das System innerorts ab 60 km/h und außerorts ab 30 km/h aktiv.“

    Kann sein, dass ich mich irre, aber sinnvoll wäre es meiner Meinung nach eher umgekehrt, wenn man die üblichen Geschwindigkeitsbeschränkungen her nimmt…gibt mir jetzt ein wenig zu denken – solche Fehler bin ich von meiner geliebten AR so gar nicht gewohnt.

    „Der vier Liter große Achtzylinder mit vier Litern Hubraum…“

    Das war’s dann…

    Sehr geehrter Herr Grundhoff,

    als langjähriger Leser der Autorevue ist man sicher sehr verwöhnt, was die Qualität der Artikel angeht. Über den Stil des Geschriebenen lässt sich auch streiten, aber solche leicht vermeidbaren „Fehler“ zeugen meiner Meinung nach von Schlampigkeit und sind dieser Zeitschrift unwürdig.

    Ich habe fertig.

  • franz cibulka

    habe mir vor einem Jahr einen neuen A8 gekauft und bin jetz nicht sehr glücklich, bereits nach einem Jahr nicht mehr das neueste Modell zu haben.

  • Ravenbird

    Seit Jahrzehnten frage ich mich, was das Leben eines Autojournalisten eigentlich schön macht.
    Brot- und Butterautos einem Langzeittest zu unterziehen sicher nicht, man liest das ja nie.
    Gebrauchte Autos machen auch keinen Spaß, schließlich könnten sie ja versteckte Schäden aufweisen und der ach so wichtige Redakteur könnte auf seiner Dienstfahrt von A nach U (wie unnötig) liegen bleiben.
    Da wird kräftig mit dem Maßband gemessen und jeder Zentimeter mehr bringt Punkte. Dadurch schwellen unsere Kisten immer mehr und mehr an, bis sie aussehen wie fette Kröten. Deshalb muß ich mir heute einen Lupo kaufen, wenn ich eine Golf-Klasse von 1980 haben möchte.
    Jedes PS und jeder Newtonmeter zählt mehr als Alltagstauglichkeit, Paßform und Langlebigkeit. Von Reparaturfreudigkeit will ich gar nicht reden.

    Wen interessieren schon diese Luxusliner in der 70.000 Euro-Klasse und darüber?
    Jene, die sich diese Wagen leisten können, lesen das hier alles nicht, die wissen nur, welcher Hersteller den größten Schmatt ausläßt – wurscht, ob Ringe, Stern oder Propeller.

    Klar testete ich auch lieber einen Bugatti Veyron als einen gebrauchten Diesel-Kleinwagen, aber letzterer ist von volkswirtschaftlichem Interesse! Ich kenne keine Pendler mit einem Bruttogehalt von 1.200 Euro, die sich einen NEUEN Millionenschlitten leisten könnten.
    Schon vergessen? 70.000 Euro sind rund eine Million selige Schillinge!

    Natürlich gehören auch solche Autos in die Zeitungen, aber ernsthaft zu testen braucht ihr die nicht.

    So – jetzt hab ich genug kritisiert, noch dazu weil ich zugeben muß, daß sich die AutoRevue wohltuend von dem schleimigen, unterwürfigen Geschmiere vor allem deutscher Autozeitschriften unterscheidet. Trotzdem würde ich mir viel mehr Nähe zu jenen 90 Prozent jener Arbeitnehmer wünschen, die keine 1.000 Euro netto im Monat verdienen – inklusive aller Arbeitslosen.

    Träumen soll man dürfen von solchen Protzbombern, aber als Alltagsautos suggeriert sollten sie nicht werden.
    Ich persönlich würde mir einen flinken Zweisitzer mit einem großen Kofferraum wünschen, aber solche Autos gibt es nicht, obwohl 99 Prozent aller Fahrten alleine oder maximal zu zweit gemacht werden.
    Allerdings haben die keine 5000 Liter Kofferraumvolumen und Platz für 7 Menschen und eine Innenraumhöhe eines Felsendomes, 300 PS und eine Option zum Entriegeln der 250 km/h-Grenze.
    Diese Dinger machen Spaß beim Testen, aber auf der Straße braucht sie keiner.

    • Josef

      Schöner Klartext.

    • schmid ernst

      wohltuend! und zu 100% stimme ich mit der meinung bez der(gesponserten) und mit vielen emotionskriterien be-
      hafteten vergleichstests der auf einheitsschiene lfden
      jubelbetrachtungen deutscher autos überein.der einheitsbrei bei audi und bmw MUSS gewinnen!

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