Audi A6 Avant Exterieur Dynamisch Front
Ein Spaßmobil. Auf geeigneten Straßen.
 

Vorstellung: Audi A6 Avant

Für jeden zweiten A6-Fahrer ist erst jetzt Modellwechsel.

23.08.2011 Autorevue Magazin

Avant, der Mehrheitsfähige. 55 Prozent der A6-Kunden entscheiden sich für den Kombi, ein Wunder einerseits: A6 ist ein klassischer Dienstwagen. Allerdings nicht von Installateuren, Bodenlegern und Steinobstverkäufern, sondern von Männern, ja, leider nur Männern, die die Krawatte nicht mehr tragen.

Ein Wunder andererseits, dass es nicht mehr als 55 Prozent sind. Man kann in der Limousine zwar neuerdings serienmäßig die Rücksitzlehnen umlegen, aber wenn man in den Kofferraum schaut und weit vorne einen Lichtschimmer sieht, das wäre dann das Wageninnere – so was macht noch keinen Kombi. Und ein Kombi ist das komplettere Auto, objektiv genommen. Im Falle des A6 auch das schönere. Wo die Limousine sich zu einem banalen Audi-Allerweltsheck herabkantet, sieht der Avant hinten einfach aus wie ein Kombi mit Audi-Leuchten. Ein über Jahre hinweg verträgliches Design von, okay: zeitloser Eleganz.

Und jetzt alles mit anderen Worten: Limousine wie Avant prickeln optisch nicht gerade, und das ist insofern kein Pro­­blem, als jene, die das stört, zum im Prinzip baugleichen A7 Sportback verwiesen werden. Das ist der mit dem erstaunlichen Heck und einem Kofferraumvolumen, das sich zwischen den beiden anderen befindet. Ein guter Kompromiss.

Vier Monate nach der Indienststellung des A6 sehen wir uns mit dem Avant abermals einem Übermaß an automobiler Hegemonie gegenüber, Limousine und Kombi sind – bis auf den Kofferraum – identisch. Der gleiche Innenraum, die gleichen Motoren, die gleichen Fähigkeiten.

Der Kofferraum setzt keine Standards, sondern bemüht sich, sie zu erfüllen. Nicht immer erfolgreich. Mit dem Volumen von 565 bis 1680 Liter bleibt er deutlich hinter der E-Klasse von Mercedes zurück (695 bis 1950). Mit dem BMW Fünfer-Touring hingegen liegt der Audi gleichauf (560 bis 1670 Liter). Und er bietet schon serienmäßig etwas an Ösen und Haken und sogar zwei Schienen mit Verzurr-ösen, die sich darin verschieben lassen. Das ist lobenswert. Es könnte aber genauso gut noch mehr sein – was auch für die Ablagen im Auto selbst gilt.

Das Fahrerlebnis ist nicht merklich anders als im normalen A6. Wir sagen „Erlebnis“: Im Wesentlichen souverän und sehr saturiert, jedoch mit der neugestalteten Vorder­achse und idealerweise quattro und optionaler Luftfederung überragend flink und leicht, ein Spaßmobil, wenn man durch Zufall auf eine geeignete Straße stößt. Der schwächste Avant ist der 2,0 TDI mit 177 PS, und der geht schon sehr gut. Der Rest steht arg im Saft: Lieblingsmotor wäre der 3,0 TDI mit 204 oder gar 245 PS.

Es wird Leute geben, die einen Chauffeur zu ihrem A6 dazubekommen. Der wird viel frei haben. Naturgemäß zählt auch der A6 Avant zur technologischen Avantgarde, alle Assistenzsysteme aus der Limousine sind angetreten: Adaptiver Tempomat, der ganze Spurwechselkomplex, Nachtsicht-Assistent, Head-up Display, dazu ist das ganze Auto ein WLAN-Hotspot. Internet hat eh schon jeder auf Smartphone und iPad? Ja, aber das Auto hat einen viel besseren Empfang, darin liegt der Witz.

Zum Jahreswechsel: der Audi A6 Hybrid

Um den von der EU bis 2015 geforderten CO2-Flottenausstoß von 130 g/km zu schaffen, kommt Ende dieses Jahres der A6 auch als Hybrid. Dabei werden ein 2,0-TFSI-Benziner mit 211 PS und ein Elektromotor (kurzfristig bis zu 54 PS und 210 Nm Drehmoment) unmittelbar hintereinander montiert. An Systemleistung bringt das 245 PS, das Systemdrehmoment beträgt 480 Nm. Bis zu 100 km/h soll der von einer Lithium-Ionen-Batterie gespeiste E-Motor das Auto alleine schieben, wenn auch nur kurz. Bei 60 km/h sind je nach ­Ladezustand bis zu drei Kilometer möglich. Der Normverbrauch soll unter 6,4 Liter, der CO2-Ausstoß bei 146 g/km liegen. Daraus folgt: Ganz alleine wird der A6 Hybrid die EU-Maßgaben auch nicht derblasen.

Mehr zum Thema
  • Geht es, wenn Sie die Italiener erwähnen, um das Design oder um das Gesamtpaket?

  • smartie

    Die unpackbare Belanglosigkeit, die Fadesse des aktuellen Audi-Designs, der über die Spaltmaße herausgewachsene Spaltmaßwahn sind einzigartig und halten mich zuverlässig davon ab, solch einen Krapfen mein Eigen nennen zu wollen.

    Dem Interieur gebe ich allerdings ein Pluspünktchen, zu dumm daß es hinter so einem sinnfrei-agressiven Grill mit den LED-Proletengirlanden verborgen ist.

    Zu dumm daß ich über die deutsche "Premium"-Konkurrenz nur wenig schmeichelhafteres sagen kann.

    Große Executive-Limousine? Volvo S80, zumindest mal andenken.
    Die Hoffnung auf einen kleinen Maserati (himmel, zu Fiat&Co. könnt ich stundenlang schreiben) läßt mich nicht völlig verzweifeln…

    So long

pixel