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Audi A5 Cabrio 3,0 TDI quattro Testbericht

Ein Top-Invest mit maximiertem Shareholder-Value durch extreme Eigenkapital-Minimierung. Seelischer Longterm-Profit aber serienmäßig.

01.05.2009 Online Redaktion

Das ist ja das Schöne an Aktien. Das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anderes. Wer nun also zufällig zu jenen gehört, bei denen die Euros gelandet sind, der sollte mal an Expansion denken. Übernahmekandidat: Audi A5. 3,0 TDI, weil Diesel sparsamer ist und Geld nicht zum Verbrennen existiert. Quattro, weil Allrad für dynamische Menschen ist. Ein langer, zusammengesetzter Name ist stets ein Menetekel für die anstehende Preiskalkulation: 58.910 Euro. Noch etwas wettbewerbsfähige Ausstattung, und der benötigte Cashflow wird auf 82.478,60 Euro upgegradet (19-Zöller, Leder-Feinnappa, Bang & Olufsen Soundsystem …), was dann eher an eine feindliche Übernahme erinnert.

Dabei meint Audi es ja gut. Jetzt hat der Steuerberater nämlich was zum Abschreiben, und Sommerfrische-Kompetenz in Form eines Stoffdaches gibt es ja quasi gratis dazu. Aus ästhetischen Gründen hätte es kein Fetzenverdeck sein müssen, das hat BMW mit dem 3er bewiesen und dabei auch gleich die Mär von den Gewichtsvorteilen widerlegt. Nur ist ein Stoffverdeck eben klassisch und stilvoller. Weil man während der Fahrt das Dach öffnen kann (bis Tempo 50) und Details wie die Heckscheibe aus Glas und eine Halogenleuchte für die Rücksitzbank (in einem Stoffdach!) noch das Herz erwärmen und nicht zur Banalität verkommen sind. Nein, nein, Audi hat schon recht. Sensible Cabrio-Typen können ja das stark dämpfende Akustik-Verdeck ordern.

Trotz oder gerade wegen dieser Stilfragen steht auch der 3,0 TDI nicht zur Diskussion. Wenn schon ein Diesel, dann dieser. Dank Partikelfilter sind die Zeiten optischer Todsünden, der versteckten, schlaff nach unten gerichteten Zweckentlüfter, vorbei. Die Endrohre strahlen einen optischen Grimm nach hinten, als würden sie sich für Jahrzehnte der Diskriminierung rächen wollen. Recht so.

Und fahrtechnisch gab es an diesem Motor sowieso noch nie etwas auszusetzen. 240 PS und 500 Newtonmeter sprechen eine klare Sprache und sind eine Ansage für die Landstraßen dieser Welt. Nur akustisch bleibt das Ganze hinter den Erwartungen – was positiv wie negativ gemeint ist. Einerseits brummelt der kalt gestartete Diesel nur wenige Minuten, bevor sich die Geräuschkulisse in eine Nebensächlichkeit verwandelt. Andererseits tut der Sound eben genau das – sich in eine Randerscheinung verwandeln. Der Diesel arbeitet stets höflich leise. Nie kommt er mal aus sich raus, nie wird er emotional. Eher fad.

Auf der Inventarliste taucht auch ein adaptives Fahrwerk auf. Die Einstellungen Comfort und Dynamik ergeben noch flächendeckend Sinn. Für das dazugehörige Sportdifferenzial (mehr Drehmoment ans kurvenäußere Rad) an der Hinterachse benötigt man eine gehörige Portion fahrerischen Ehrgeiz, um die Anschaffung zu rechtfertigen. Fast schon nicht mehr erwähnenswert, weil sich die Brillanz mittlerweile rumgesprochen haben sollte: 7-Gang-Direktschaltgeriebe. Sollte obligat werden.

In Summe wird der A5 der Star des Portfolios. Wertsteigerung zwar ausgeschlossen, aber Dividende gibt’s beim Fahren.

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