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Audi A5 Cabrio Testbericht

Schnelles Dach, beheizter Nacken, umlegbare Rücksitzbank: Audi ­erledigt die allerletzten Argumente, die noch gegen einen Cabrio-Alltag sprechen könnten.

01.04.2009 Autorevue Magazin

Hallo Dach! Das geht aber schnell. 15 Sekunden und offen. Was 15 Sekunden bedeuten, lässt sich lesend jetzt natürlich schwer nachvollziehen (nein, bitte nicht den Atem anhalten und fünfzehn Mal 21 sagen). In Echt und aufs Dach bezogen, fühlt sich diese Viertelminute richtig schnell an und ist damit eine neue Feelgood-Benchmark in der Abteilung der klassisch offenen Viersitzer. Von jetzt an wird sich jedenfalls jede Mehr-Sekunde, die ein Dach zum Wegfalten braucht, zur schnarchenden Langeweile dehnen (hey, Hartdachfalter, das geht euch an!).

Entwickelt wurde die schnelle schlaue High-Class-Mütze des A5 Cabrio von Quasi-Unsrigen. Vor ein paar Jahren hat Magna International die damalige Porsche-Tochter CTS gekauft und sich damit dachspezifisch ordentlich Know-how ins Portfolio geholt. Der Kampf um die Sekunden war trotzdem ein harter, hört man, und wenn man sich das komplexe Ineinandergreifen von Schaltkreisen und beweglichen Teilen vergegenwärtigt, will man sich gar nicht vorstellen, was im Wettlauf mit der Zeit an Vermankelungen aufgetreten sein mag, wenn der Ehrgeiz in den Versuchsreihen einmal auf dem falschen Takt gegriffen hat.

Was das Dach noch kann: Es arbeitet auch in Fahrt. Und zwar bis 50 km/h. Im Stadtgebiet kann im A5 Cabrio also jederzeit dem spontanen Wunsch nach Frischluft oder Mützenschutz nachgegeben werden, womit eine Art möglichkeitstechnischer Idealzustand erreicht wäre. Zudem faltet sich der Stoff Platz sparend in den Kofferraum und lässt 320 Liter Staukapazität übrig (380 Liter bei geschlossenem Dach). Für die große Show und ein erhöhtes Maß an Einstiegskomfort lässt sich das Verdeck auch per Fernbedienung (zweimal „Auf“ drücken) öffnen, aus Sicherheitsgründen allerdings nicht vom Café aus, damit keine unliebsamen Überraschungen passieren.

Der offene A5 ersetzt das bisherige A4 Cabrio. Das ist ein Modellschritt nach oben, der als substanzieller Gewinn rüberkommt. Mehr Platz im Innenraum, hohe Karosseriesteifigkeit, und jetzt wird einem sogar der Gurt zum Anschnallen elektrisch entgegengereicht. Auch lassen sich nun die Rücksitzlehnen umlegen, was eine Erweiterung des Laderaums auf 750 Liter möglich macht und damit die Alltagstauglichkeit erhöht. Gegen Aufpreis kann man sich eine besonders geräuschdichte Stoffdach-Ausführung bestellen, die den akustischen Fahrtwind-Level auf Limousinen-Niveau dämpft (Stichwort Ganzjahres-Betrieb). Und mit der Nackenheizung, die einem einen wohligen Warmluftkragen um die Schultern legt, wird die Cabrio-Saison um wertvolle Wochen verlängert.

Das Line-up der Motoren entspricht dem aktuellen Trend: Direkteinspritzung mit oder ohne Turbo auf der Benzinseite (180 bis 333 PS), Common-Rail-Diesel wie gehabt im Selbstzündereck (derzeit zwei Sechszylinder, der Zweiliter-Vierzylinder mit 190 PS wird im Herbst nachgereicht). Durch diverse Effizienzsysteme konnten durchschnittlich fünf Gramm CO2 pro Kilometer querbeet eingespart werden, es gibt auch ein Bordcomputer-Programm, das Spartipps gibt und aktuell in Betrieb befindliche Energiefresser in die Wahrnehmung rückt (Klimaanlage, Heckscheibenheizung etc.).

Bleibt eigentlich kaum ein Gegenargument, sich nicht sofort mit diesem Cabrio zu belohnen, totschick wie es ist. Außer vielleicht diesem: Der Einstiegspreis liegt bei knapp unter 46.000 Euro und damit ein Stück jenseits der Schmerzgrenze für anstrengungsfrei finanzierbare Open-Air-Träume. Schon gar der S5, der mit 333 PS und dem Sportdiff aus dem S4 antritt. 72.000 Euro sind derzeit eine echt heftige Hürde, auch da hilft Luftanhalten jetzt nicht. Leider.

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