Vorstellung: Audi A4 Avant

Die logische Erweiterung einer Erfolgsstory: Die Sprache des A6 allroad, um eine Klasse verständlicher.

01.05.2009 Autorevue Magazin

Nischen wollen entdeckt, erobert und im Fall von Automobilen auch befahren werden. Klingt ein bisserl nach Abenteuer, da können also etwas mehr Bodenfreiheit, Robustbeplankung rundum (wo kein Lack, da kann auch keiner zerkratzt werden) und die Spur eines Wanderschuhs nicht schaden. Auch die durchwegs saftige Motorleistung wird gerne genommen, wenn die mitfahrende Mission bisweilen neben die Straße weist.

Dort fährt ideologisch auch der A6 allroad in zweiter Generation, rund 125.000 bislang verkaufte Exemplare lassen Audi von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Sie findet ihre Fortsetzung jetzt im A4 allroad, er soll das Konzept
„in die Breite tragen“, was durchaus wörtlich zu verstehen ist, obwohl auch die Bodenfreiheit zart gehoben wurde, auf nunmehr 180 mm. Sollte das einmal knapp nicht genügen, dann verhindern Unterfahr-Schutzbleche aus Edelstahl vorne wie hinten gröbere Flurschäden am Bauch.

Der Audi A4 allroad also, wieder strikt ausschließlich als Kombi erhältlich, wiewohl das Kofferraumvolumen als Kaufgrund nicht ganz vorne rangiert. Dort steht nämlich in Kundenbefragungen eindeutig das Design, die Nische des A4 allroad ist also an den Wänden mit Lifestyle tapeziert, nur der Untergrund darf ein bisserl rauer sein. Somit passen auch die unlackierten Radläufe perfekt, in der Praxis werden allroad-Käufer damit aber eher am Rosenstrauch in der eigenen Einfahrt anschrammen denn an der wild wuchernden Haselnuss.

Weitere Features des A4 allroad: Allradantrieb quattro, also automatische Verteilung der Kraft zwischen den Antriebsachsen, bei leicht heckbetonter Auslegung. So zielt der A4 allroad auf dynamisches Fahrverhalten (die Motoren helfen mit, siehe Daten), und abseits der Straße übernimmt die Offroad Detection: Sie erfühlt quasi die Fahrbedingungen und passt die ESP-Feinabstimmung exakt dem Untergrund an.

Zum Verkaufsstart werden drei Motoren antreten: Ein 2,0-l-TFSI, mittels Turbolader und Benzin-Direkteinspritzung auf 211 PS gepusht, die 350 Nm liegen zwischen 1500 und 4200 U/min bereit; vorübergehend in die Rolle des Einstiegsmotors kommt der 2,0 TDI mit 170 PS und 350 Nm, als Topmotor werkt der 3,0-l-V6-TDI mit 240 PS und üppigen 500 Nm, da wird dann dem Allradantrieb auch auf trockenem Asphalt nicht fad, wenn man alle Möglichkeiten abschöpft.

Der kleinere Diesel kommt zur Markteinführung mit manuellem Sechsgang-Getriebe, TFSI und 3,0 TDI lassen die Kraft von Audis Siebengang-DSG mit geschmeidiger Brutalität verwalten.

Erste Fahreindrücke: Der TFSI fällt eindeutig ins sportliche Fach, er knetet die Kraft lässig in die Straße, der Antritt bleibt dank DSG lückenlos, das Aggregat klingt dabei unaufgeregt kernig, insgesamt fährt der Eindruck perfekt aufeinander abgestimmter Fehlerlosigkeit dem A4 allroad TFSI voraus, und er lässt sich gerne vom Auto selbst einholen.

Der V6 TDI beherrscht den schnellen Antritt noch flinker, und was die Geräuschkulisse nicht ganz perfekt zum subjektiv Gefühlten passt, wiegt er mit den freundlicheren Verbrauchswerten wieder auf. Und der 170-PS-TDI lässt in seiner ausgewogenen Agilität noch Raum für den Einstiegs-TDI, der den Allroad besser erden wird als die bisher erwähnten Motorisierungen.

Verkauft wird der A4 allroad ab April, also bereits jetzt. Im zweiten Quartal wird das Sechsgang-Schaltgetriebe für den 3,0-l-TDI nachgereicht, der volksnähere 2,0-l-TDI mit 143 PS und Schaltgetriebe folgt im dritten Quartal, gemeinsam mit dem Schaltgetriebe für den TFSI.

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