Audi A4 2,0 TDI Heck
Klare kühle Linien, millimeterkorrigiert.
 

Testbericht: Audi A4 2,0 TDI

Vor allem die Intelligenz der Mitte drückt sich durch freien Willen aus.

08.04.2012 Autorevue Magazin

Wenn Ingolstadt einen Gesandten zur Markenbotschafter-Konferenz schicken müsste, der ein gelebtes Echtbild von Audi abzugeben hätte, würden wir diesen weißen Audi A4 empfehlen: Als Zweiliter-TDI mit 136 PS repräsentiert er den ­gefühlten Markenkern, eine Geschmacks-Blaupause der Mitte. (Vergesst den Kombi, immer an die Eventualität zu denken ist auch eine Form von Zwangsneurose.)

Die Limousine hat ein gutes Format. 4,70 Meter (unverändert) als handliche Länge, die der Audiness ausreichend Ausdrucksfläche bietet. Der Audi A4 stellt sich hier jedenfalls in ­seiner jüngsten Auffrischungs-Stufe dar, was vor allem im ­Innenraum deutlich wird. So wurden etwa die Zahl der Bedien-Tasten reduziert und die Funktionen klug auf neue Ebenen verteilt. Klimaeinstellung und Navigationsschritte lassen sich in einer Leichtigkeit vollführen, die man sich nur allzu gerne als persönliche Smartness auslegt. Das macht fröhlich, denn wer klug den Alltag bewältigt, wähnt sich herrlich fit für Größeres.

Überhaupt ist es das Raffinement im Detail, das die Begehrlichkeit schürt. Materialien, Dekors, Verarbeitung – die Durchdringung reicht bis in die kleinste Ledernarbe. Wiewohl all das natürlich nicht ­geschenkt ist. Der A4 2,0 TDI etwa ist mit knapp 34.000 Euro teuer genug, um die Exklusivität der gehobenen deutschen Mittelklasse als Summe deutlich spürbar zu machen. Fast alles, was an unserem Test­wagen über die geeichte Erwartungshaltung hinaus als besonders auffiel, will extra ­bezahlt werden. Die beheiz­baren Sportsitze mit dem auf ironische Weise schicken Groß-Karo-Muster etwa. Die 17-Zoll-Räder (16 Zoll Serie) und die Xenon-Scheinwerfer. Oder das echt nicht billige Sport-Leder­lenkrad (619 Euro) mit den aparten Bedienknöpfen, die einem das Multitasking leicht machen, während man die schnell verfügbaren 320 Turbodiesel-Newtonmeter über das schön straffe Sportfahrwerk (Serie) anmutig in eine dynamische Bewegung umsetzt.

Klug ist es, die 256 Euro für das Fahrmodi-Wahlprogramm (Audi drive select) zu investieren. Per Economy-Programm, das in der Hauptsache Gas­kenn­­linie und Schaltpunkt-Empfehlungen auf ein optimales Verbrauchsergebnis ausrichtet, lassen sich gute Ergebnisse erzielen, während man gleichzeitig auch fahrdynamisch nachschärfen kann, wenn einem die Sinne danach stehen. Weil schließlich der freie Wille den Unterschied zwischen Schaf und Mensch ausmacht.

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