Scharfe Kanten, klar gezeichnete Linien.
scharfe Kanten, klar gezeichnete Linien.
 

Testbericht: Audi A3 Sportback 2,0 TDI

Die perfekte Umsetzung des Planes, mit einem neuen Auto keine Kontroverse auszulösen.

16.05.2013 Autorevue Magazin

Wie perfekt kann ein Auto sein? Und was passiert, wenn es maximal perfekt ist? Ein Glück, dass dieser Fall nicht eintreten kann, denn die Welt ist dynamisch, folglich auch alles, was darin vorkommt. Was heute perfekt ist, ist morgen mangelhaft. Und sowieso werden in zehn Jahren alte Audi A3 Sportback Baujahr 2013 ­herumfahren, und sie werden zerlempert sein und staubig, und das MMI Interface wird auch nicht mehr funktionieren. Schadenfreude?

Weil jetzt, 2013, lässt uns dieses Auto abperlen, und das nicht einmal arrogant, was uns direkt noch mehr ärgern könnte. Sondern absolut wohlerzogen. Nirgends, weder außen noch innen, bleibt der so gewollt kritische Blick hängen. Das ist auch wörtlich zu ver­stehen. Alles glatt und modern und technoid. Auch in der ­Autorevue wird immer wieder die Theorie strapaziert, dass die Autos immer eintöniger werden. Das stimmt zwar nicht, wird vom A3 aber trotzdem bestätigt.
Abgesehen vielleicht von einer kurzen Alleswirdimmergleicher-Diskussion, wird der Stammtisch schnell durch sein, wenn es um den Audi A3 Sportback geht.

Wir schränken hier aber ein: Das eigentliche Fahren mit dem Audi A3 Sportback ist alles andere als fade. Zu sehr ist die fühlbare Perfektion ein Genuss. Allein, wie der Schalthebel nach Überwindung eines kleinen Druckpunktes in seine ­Position regelrecht einfedert. Oder wie gut sich das Lenkrad anfühlt, wie überhaupt alles, was man greifen und bewegen kann, intelligent und mit Hintergedanken designt wurde. Ganz gewiss auch mit Hingabe. Die silberfarbenen Drehregler rund um die Belüftungsdüsen zum Beispiel, zwar nur aus Plastik, vermitteln beim Einrasten eine Haptik, die vor ein paar Jahren einem Rolls vorbehalten war.

Achtzig Prozent der A3 sind Sportback

Außerdem ist der 150-PS-Diesel ein extrafeiner Motor. Wirklich smooth, elastisch und stark, außerdem mäßig im Durst. Der wird auch nach 1000 Kilometern am Stück nicht schal. Der Aufenthalt an Bord ist ohne Tücken. Das mit der Langeweile müssen wir für das Armaturenbrett zurückziehen: Es ist mit seiner Glattheit und den runden Luftdüsen von ­einer ins Moderne übersetzten klassischen Schönheit. Alle Maße, Entfernungen, Relationen passen oder sind leichterhand passend zu machen.

Der fünftürige Audi A3 Sportback  ist der wahre A3. Achtzig Prozent der Baureihe werden als Sportback verkauft. Dieser übertrifft den Zweitürer um sieben Zenti­meter. Da jetzt aber das Auto trotzdem kaum länger als 4,3 Meter ist, kann sich für die Fond­passagiere keine übermäßige Beinfreiheit ergeben. Das ist der Wettbewerbsnachteil der Kompaktklasse.

Der Komfortgewinn durch die zwei Mehrtüren ist freilich immens, allein das Einladen von Einkäufen und Kindern wird von der Tragödie zu normaler Alltagsbewältigung. Auch der Kofferraum ist für den Sportback geringfügig gewachsen, es gilt hier dasselbe wie bei der Beinfreiheit – kompakt bleibt kompakt. Im direkten Klassenvergleich schneidet er gut ab (siehe Daten). Will man aus dem A3 einen reichhaltigen Audi A3 Sportback machen, muss man tief in die Aufpreiskiste greifen. Um die 28.750 Euro Basispreis für den 2,0 TDI bekommt man auch Basis: außer elektrischen Fensterhebern und Klimaanlage keine Kür. Für diese kalkuliere man fünf bis sieben Tausender ein.Wolfgang Hofbauer

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