Audi A3
Als erstes Modell des VW-Konzerns gründet der A3 auf dem Modularen Querbaukasten.
 

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Im Sommer kommt der neue Audi A3.

06.03.2012 Autorevue Magazin

Audi hat mit dem kommenden A3 wieder einmal getan, was es am besten kann: Mit Kraft und Vorwärtsdrang ein Auto geschaffen, das den Wert der Marke in jedem Sinne erhöht. Und mit seltsamem Konservativismus ein Auto gemacht, das sich von seinem Vorgänger nur marginal unterscheidet.

Stimmt nicht, sagte da der Audi-Mann, der uns jüngst ums Auto führte. „Sehen Sie hier die Tornadokante, und der Singleframe-Grill hat jetzt auch diese sechs Ecken wie alle anderen Audis, und, bitte, die Scheinwerfer mit diesem dreieckigen Tagfahrlichtknick – haben Sie sooowas schon mal wo gesehen?“ Ja, die Tornadokante, so nennen sie bei Audi die Kante, die unter der Fensterlinie entlangläuft. Sie ist jetzt in der Tat sehr akzentuiert, fast messerscharf tritt sie hervor.

Audi A3

Als erstes Modell des VW-Konzerns gründet der Audi A3 auf dem Modularen Querbaukasten. Herausgekommen ist, was die Audileute wollten, nämlich unbestreitbar ein Audi. Taucht er audidrohend im Rückspiegel auf, wird man erst, wenn er überholt, wissen, was es für einer war. Kann auch ein A8 sein. Das nennt man Familienbande, und man kann es so oder so betrachten: Corporate Identity oder Einfallslosigkeit.

Wir haben das ganze Auto abgegriffen, betatscht, gestreichelt, getreten und gezupft. Und sehen Sie, früher fühlten sich kleine Autos billig an und große Autos teuer. Heute fühlen sich beide teuer an (sind sie ja auch, relativ). Die Türen des Audi A3 schließen satt und zufrieden, das Lenkrad greift sich feist und sicher und bequem, alle Schalter kippen und klicken regelrecht luxuriös. Das ist nicht nur bei Audi so, auch die Südkoreaner fangen damit an. Endlich irgendwo Gerechtigkeit.

Auch die Premiumausstattung zieht sich mittlerweile durch praktisch alle Segmente. In den unteren muss man dafür allerdings noch extra bezahlen. Da sind zum einen die lebensrettenden Assistenzsysteme wie zum Beispiel ein Spurhalteassistent. Und da ist vor allem das Infotainment, auf das sich der Konkurrenzkampf der Hersteller zunehmend verlagert, weil gerade hier gibt es noch einiges Land zu erobern.

Audi A3

Innen ändert sich raummäßig zum Vorgänger wenig bis auf die Kopffreiheit im Fond, die dank tieferer Rücksitze stark gewachsen ist. Neben dem Lenkrad lassen vor allem die runden Lufteinlassdüsen sofort an den A1 denken, und natürlich an den derzeitigen, also ab Sommer alten A3. Da hätte man die Möglichkeit gehabt, das Auto im Handstreich vom billigeren Bruder und verbleichenden Vater abzusetzen.

Der A3 ist der erste Audi, der Elemente aus dem neuen „Modularen Infotainment-baukasten“ (MIB) an Bord hat. Dessen Rechner integriert neben einem Flash-Speicher (64 GB) den neuesten Tegra-Prozessor von Nvidia, der quasi für alles verantwortlich ist, was es im Auto noch nicht so lange gibt: Sprachsteuerung, Online, Media, Navi, leistungsfähiges Telefon. MP3-Audio- und MPEG4-Videodateien werden vom Prozessor in ihrer Wiedergabegeschwindigkeit deutlich verbessert. Außerdem arbeitet er mit einem Programm, das dreidimensionale Grafiken ermöglicht.

Die Steuerung der Infotainmentfunktionen erfolgt wie¬derum recht einfach, was lobenswert ist. Für die, denen die Sprachsteuerung zu spooky ist, gibt es das Touchwheel, das auf der Mittelkonsole und angenehm in der Hand liegt. Die Oberfläche ist berührungs-sensitiv, sie eignet sich zum Schreiben. Wir haben das ausprobiert, Eingaben zum Beispiel ins Navi gehen mühelos und präzise, der coole, nur elf Millimeter dicke Bildschirm im – einmal dürfen Sie raten – Appledesign zeigt das eigene Gekritzel akkurat im Augenwinkel an. Die wichtigen Bereiche Telefon/Navi und Media/Radio sind über zwei Kippschalter direkt vor dem Touchwheel aufzurufen.

Audi A3

Hinter dem Touchwheel ist eine Ablage, die man kommunikationstechnisch auf Höchststand bringen kann: Mittels einer Planarantenne werden hier hineingelegte Handys ans Auto gekoppelt. Stromversorgung geht noch via USB, sie arbeiten aber schon am kontaktlosen Laden.

Klassiker wie Klimaanlage, höhenverstellbare Vordersitze, neun Airbags und ein Bordcomputer sind in allen Varianten serienmäßig.

Zum Start ein TDI- und zwei TFSI-Motoren. Alle mit vier Zylindern, Turbo, Start-Stopp-Automatik und nicht viel Hubraum – volles Downsizing also. Die Motorenpalette wird Zug um Zug ausgebaut: Erdgas und Hybrid sind in Planung, der Vollhybrid soll Ende 2013 erscheinen. Zudem drohen S3 und RS3 am Horizont. Und noch 2012 kommt ein besonders sparsamer 1,6-TDI, der im Schnitt nur 3,8 Liter verbrauchen und dabei 99 Gramm Kohlendioxid ausstoßen soll.

1,4 TFSI
1.395 ccm, Leistung 90 kW (122 PS), max. Drehmoment 200 Nm, 0–100 km/h in 9,3 sec., Spitze 203 km/h. Verbrauch 5,2 l/100 km, CO2-Emission 120 g/km

1,8 TFSI
1.798 ccm, Leistung 132 kW (180 PS), max. Drehmoment 250 Nm, 0–100 km/h in 7,2 sec., Spitze 232 km/h. Verbrauch 5,6 l/100 km, CO2-Emission 130 g/km

2,0 TDI
1.968 ccm, Leistung 110 kW (150 PS), max. Drehmoment 320 Nm, 0–100 km/h in 8,6 sec., Spitze 216 km/h. Verbrauch 4,1 l/100 km, CO2-Emission 106 g/km

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  • Sonst hat man in ein paar Monaten nichts zu präsentieren…

  • edge07

    Geiles Auto, würde ich mir sofort holen, wenn ich nicht schon einen A1 Sportback hätte. Nur leider fehlen beim A3 halt wieder einmal 2 Türen. ;) Versteh nicht, dass Audi den Sportback nicht gleich mit dem 3-Türern mit einführen kann …

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