Audi A1 Sportback
Audi hat die Dachlinie des A1 um einen halben Fingerbreit nach oben versetzt...
 

Vorstellung: Audi A1 Sportback

Audi hat die Dachlinie des A1 um einen halben Fingerbreit nach oben versetzt.

10.01.2012 Autorevue Magazin

So inszeniert man erhöhte ­Erregung: In einem Fotostudio am Westrand von München, ein unscheinbares Industrie­gebäude mit weißer Fassade, steht in einer großen schwarzen Halle ein Auto unter weißem Überwurf. Ah! Es fällt das Tuch. Und. Im Scheinwerferlicht steht, aha!, ein: Audi A1.

Kennen wir doch schon, denkt man. Aber, bei näherem Hinsehen: Das ist nicht der, den wir kennen, das ist ein ­anderer, ein Fünftürer nämlich, in der Sprache von Audi Sportback genannt. Das Erstaunliche am Nicht-Erstaunen: Es zeigt, dass Audi seinen Job ausgesprochen gut gemacht hat, weil ein Dreitürer mit ­seiner coupéhaften Linie, vor allem auf der kurzen Länge ­eines Kleinwagens, eine gestaltmäßige Spannung erlaubt, die abgewürgt wird, sobald man versucht, daraus einen Fünftürer zu machen.

Audi A1 Sportback

Beim A1 Sportback aber wird nichts abgewürgt. Audi hat die Dachlinie des A1 um sechs Millimeter angehoben und konnte so die Falllinie der Heckschräge steiler stellen. Diese scheinbar geringfügige Veränderung führt dazu, dass der A1 sich hintenrum ganz anders anfühlt, ohne dies groß sichtbar zu machen. Die Fondpassagieren haben jetzt elf Millimeter mehr Luft über den Köpfen, was einem durchschnittlich ­gewachsenen Menschen einen angenehm uneingeengten ­Aufenthalt auf einem der zwei Fondsitzplätze ermöglicht, ­inklusive komfortablem Einsteigen, und das auf unverändert knapp geschnittener Länge des Premium-Kompakten.

An Länge und Radstand des A1 wurden nämlich nicht gerührt. Die vordere Türe ist jetzt kürzer gehalten, um der hinteren Platz zu machen, die wiederum ausreichend groß geschnitten ist, um per fließender, verrenkungsfreier Einstiegsbewegung in der zweiten Reihe Platz nehmen zu können. Übermäßiges Kopfeinziehen beim Einsteigen ist nicht nötig, die der optischen Dynamik zuträgliche ­Linienschräge wurde durch ein zusätzliches Dreiecksfenster hinter der Türöffnung direkt an der Karosserie fixiert. Eine ­Spezialität der Sportback-­Modelle von Audi übrigens.

Auch das Kofferraum-Volumen ist unverändert (270 bis 920 Liter), ebenso die Bedienung des Laderaums. Die Rücksitzlehnen lassen sich asymmetrisch umklappen. Um eine völlig plane Ladefläche zu erreichen, könnte man auch die Sitzflächen hochnehmen. Serienmäßig hat der Sportback wie der Dreitürer hinten zwei Sitze plus eine Mittelkonsole mit Cupholdern. Optional ist – aufpreisfrei – auch eine Dreier-Sitzbank erhältlich.

Die Einstiegspreise des Sportback, der seinen Marktstart im Februar nächsten Jahres haben wird, liegen bei 17.550 Euro für den Benziner und bei 18.950 Euro beim Diesel. Das läuft auf einen Aufpreis von 1.050 Euro gegenüber dem Dreitürer hinaus, wobei anzumerken ist, dass es die Klima­anlage beim Fünftürer – anders als beim Dreitürer bisher – ab Basis serienmäßig geben wird. Anders als beim Dreitürer wird der Fünftürer bei optional bestellbarer Zweifarben-Lackierung nicht nur den Dachbogen, sondern die gesamte Dachkuppel (inkl. Spoiler) in Kontrastfarbe lackiert haben. Gegen Aufpreis kann man sich den Sportback auch mit WLAN-Hotspot ausrüsten lassen, eine Option, die bisher nur in der Oberklasse zur Verfügung stand.

Audi A1 Sportback

Das Motorenangebot von drei Benzin- und drei Diesel-Varianten für den Sportback gleicht dem des Dreitürers, im Laufe des Jahres wird jedoch eine siebente Motorisierung nachgereicht: Eine 1,4-l-TFSI-Version mit 140 PS, die es per ausgeklügeltem Thermomanagement und Zylinder­abschaltung auf einen durchschnittlichen Normverbrauch von 4,7 Liter/100 km bringt, gleichzeitig aber auch mit sportlichen Fahrwerten (im Vierzylinder-Modus) bei Beschleunigung (8,1 sec auf 100) und Höchstgeschwindigkeit (212 km/h) lockt.

War der A1 für Audi schon bisher verkaufsmäßig eine Freude (die weltweite Produktion wurde von ursprünglich 80.000 auf 120.000 Autos hochgeschraubt), so wird der Sportback dem Erfolg wohl noch weiter in die Hände spielen. In Österreich, wo in den ersten zehn Monaten dieses ­Jahres knapp über 2000 drei­türige A1 verkauft wurden, soll das Verhältnis von Fünf- zu Dreitürer bei 80:20 liegen. Ab Anfang ­Dezember werden Vorbestellungen entgegengenommen. 

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