Aston Martin Vantage N420 Exterieur dynamisch front
Es stellt sich nie die Frage nach dem Warum.
 

Vorstellung: Aston Martin Vantage 2010

Ein Auto, in dessen Takt man wippt. Aber wir verzeihen gerne.

07.10.2010 Online Redaktion

Aston Martin zu verstehen heißt, den neuen Vantage N420 zu verstehen (und um­gekehrt). Man muss kurz ­darüber hinwegsehen, dass sie ihn völlig leidenschaftslos N420 genannt haben. Aber was hätten sie auch tun sollen? Die Gene der aktuellen Aston-Martin-Palette, wir reden jetzt ausschließlich von Würde und Optik, sind auf Henrik Fisker zurückzuführen. Der ist zwar schon seit ein paar Jahren ­selbständig und damit nicht mehr für die Engländer zuständig, aber seine Handschrift ist noch erkennbar. Vor, während und nach Fisker galt und gilt: ein Aston Martin muss (mindestens, will man ergänzen) zwei Jahrzehnte aktuell sein. Das soll nicht heißen, dass die Technik nicht erneuert und der Fortschritt ausgeschlossen wird, es heißt nur, dass Aston Martin für seine Modelle Zeitlosigkeit beansprucht. Eine unberührbare Schönheit fernab schnell­lebiger Trends.

Die Sportversion N420 will man als ersten Anfang verstanden wissen, den Vantage langsam in eine neue Generation zu führen. Ein guter Anfang. Das N steht für „Nürburgring“, die 420 stehen einerseits für die Leistung, andererseits für die Stückzahl. 420 Roadster und 420 Coupés sollen gebaut werden. Klingt nach einer ­Limitierung, ist es einerseits auch, andererseits aber eine normale Größenordnung bei einem Hersteller, der eben nur fünf- bis siebentausend Autos pro Jahr verkauft, verkaufen muss, verkaufen will – wirklich edle Autos sind so selten wie wirklich edle Menschen. Nicht einmal eine Prognose, wie lange diese Stückzahlen reichen könnten, will man ­abgeben.

Kernkompetenzen des Sport-Vantage sind das adaptive Fahrwerk und die neue Sportauspuffanlage. Ersteres nagelt den Vantage humorlos auf die Straße, wenn man es schnell angehen lässt, und haut einem kleinere Schlaglöcher und Bodenwellen direkt gegen den Steiß. Das ist nicht weiter wild, weil es das nur tut, wenn einen der Hafer sticht. In der Stadt ist der N420 mit der ­erwarteten Erhabenheit unterwegs. Was für den Sound so nur eingeschränkt gilt. Der Sport-Vantage brüllt einem die Gänsehaut auf den Körper. Beim Starten, beim Beschleunigen, beim Zurückschalten. Ein Geräusch, das noch lange nach dem Einparken nachhallt.

Eigentlich ist der N420 ein Auto wie geschaffen zum Selber-Schalten. Noch eigentlicher lieben Aston-Fahrer aber Automatikgetriebe, weil sie dem Fahren im Stadtverkehr mehr Grandezza verleihen. Die Alterna­tive zum manuellen Getriebe heißt Touchtronic (Aufpreis: 4.900 Euro). Eine automatisierte Schaltung, die den Spagat zwischen Sport und stiller Würde lediglich ­beherrscht, wenn man sie über die Schaltpaddles bedient. Auf Land­straßen lässt sie einen im Takt der Zugkraftunterbrechung nach vorne und hinten mitschunkeln. Schaltet man per Wippen selbst, schaukelt man zwar immer noch, weiß aber erstens wann und kann es zweitens bei sportlicher Fahrt genießen. Und wen es wirklich stört, der kann ja schalten, während der Wagen rollt – ruckfrei rauf und runter.

Letztlich geht es um all das nicht. Es geht darum, ­einen Aston zu besitzen und zu ­fahren, der den Sport und die Zukunft heraufbeschwört wie Wolken an zu heißen ­Tagen ein erfrischendes Sommer­gewitter. Und dann tanzt man im Regen.

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