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Archivfund: Der Autofriedhof Bästnas im Värmland

In Schweden gibt es einen Autofriedhof: Bästnas. Nahe bei Töcksfors an der norwegischen Grenze. Wir stolperten im Archiv über ein paar Bilder.

20.05.2015 Online Redaktion

Die Geschichte ist gut genug, um sie wieder und wieder zu erzählen. In den 1950er Jahren hatten die Norweger das Problem, dass der Import von Autos verboten war. Während also in Schweden sanft die Mobilität ihre Wurzeln in die Gesellschaft schlug, blieb Norwegen hinten dran. Doch der Import von Einzelteilen war erlaubt. Also gründeten die Brüder Ivansson in Bästnas eine Werkstatt.

Car cemetery, Sweden
© Bild: Flickr/Terje Enge

Der Autofriedhof in Bästnas

In Bästnas gab es nicht genug Kunden für eine Werkstatt. Aber das winzige Dorf war nah genug an der norwegischen Grenze, um in Schweden die Fahrzeuge auseinander zu bauen, die Einzelteile über die Grenze zu transportieren und sie in Norwegen wieder zusammen zu bauen.

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Das Geschäft lief so gut, dass immer mehr Autos rund um die Werkstatt darauf warteten, entweder ausgeschlachtet oder vollständig demontiert zu werden. Weil in einem solchen Verhau das ein oder andere Autos mehr nicht auffällt, kamen im Lauf der Jahre immer mehr Schweden auf die Idee, ihr Auto einfach direkt dort zu entsorgen. Schließlich liegt der Autofriedhof von Bästnas selbst für schwedische Verhältnisse im Nirgendwo.

Autofriedhof Båstnäs auf googleMaps

Die Natur holt sich die Fahrzeuge zurück

1986 gaben die Gebrüder Ivansson ihr Geschäft auf. Damals bildeten rund 1.000 Fahrzeuge diesen Autofriedhof. Es ist beinahe schon eine Zeitreise. Anhand der Auto-Kadaver lässt sich die Entwicklung der Mobilität in Nordeuropa nachvollziehen. Denn aus jedem Baujahr und von jeder Marke gibt es hier Fahrzeuge.

Car cemetery, Sweden
© Bild: Flickr/Terje Enge

Freilich holt sich Wald sein Revier zurück. Büsche und Bäume, Sträucher und Moose klettern die Autos entlang. Moos bedeckt die Karosserien. Oft liest man von den „sleeping beauties“, was schlichtweg falsch ist. Die Fahrzeuge schlafen nicht, sie sind bereits gestorben. Aber in Würde. Alle Bilder sind von Terje Enge.

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