(Nicht nur) in Amerika werden die Menschen immer dicker...
(Nicht nur) in Amerika werden die Menschen immer dicker...
 

Der weltweit erste fettleibige Crash Test Dummy

(Nicht nur) in Amerika werden die Menschen immer dicker – höchste Zeit also, einen dicken Crash Test Dummy in die an einer Wand endenden Rennen zu schicken.

29.10.2014 Online Redaktion

Die amerikanische Firma Humanetics entwickelt seit den 1950er Jahren Crash Test Dummies. Sie haben große, kleine, mittlere und sehr kleine Dummies entworfen, um den verschiedenen Familienmitgliedern, die bei einem Crash verletzt werden könnten, zu entsprechen. Eine Personengruppe wurde bis dato aber außer Acht gelassen: Die Dicken.

Dicker Dummy hat 123 Kilo

Mehr als ein Drittel der US-Amerikaner ist fettleibig. Die Idee, einen fülligen Dummy zu entwickeln, ist also keineswegs weit hergeholt. Ganz im Gegenteil: „Fettleibige Menschen sind einer 78 Prozent höheren Gefahr ausgesetzt, bei einem Autounfall zu sterben“, so Humatenics-Chef Chris O’Connor zu CNN. Ein Prototyp der neuen Dummy-Generation wurde bereits produziert, mit einem Gewicht von 273 Pfund (etwa 123 Kilo) und einem Body Mass Index von 35 (zum Vergleich: Übergewicht beginnt bereits bei einem BMI von 25).

Auch alte Dummies werden entwickelt

Aber nicht nur dicke Menschen sind beim Autofahren besonders gefährdet. Auch bei älteren Fahrern ist die Gefahr von schweren Verletzungen bei einem Unfall erhöht: Um 20% bereits bei 50-jährigen, um 40% bei 80-jährigen. Deshalb arbeitet Humanetics auch daran, einen Dummy zu entwickeln, der wie ein älterer Mensch reagiert. Ein Prototyp soll 2015 fertig gestellt werden.

Sterben Crash Test Dummies bald aus?

Mittlerweile sind die Dummies so weit fortgeschritten, dass sie 5-Mal mehr Informationen liefern können als noch vor wenigen Jahren. Auf über 130 Kanälen werden bei Humanetics‘ aktuellen Dummies Informationen gesammelt, und die Entwicklung geht immer weiter. Trotzdem könnte das Konzept der realen Crash Test Dummies von Computersimulationen überholt werden, so O’Connor: „Autohersteller streben danach, virtuelle Szenarien zu entwickeln, um so jede Anatomie berücksichten zu können. Bei der Computersimulation könnte man Dinge sehen, die Dummies nicht vermitteln können, und die Modelle leichter modifizieren, zum Beispiel indem man subkutanes Fett hinzufügt, um einen „größeren“ Menschen zu simulieren“.

Ein bewegter Einblick in die Welt der Crash Test Dummies

Die Zukunft liegt im Computer

Auch wenn es einen hohen Aufwand bedeuten würde, solche Computersimulationen möglich zu machen, ist das Modell doch zukunftsweisend: Immerhin kosten die hochmodernen Dummies bis zu 500.000 Dollar pro Stück, zudem wird mit jedem Test ein neues Auto geschrottet. Die Zukunft liegt also vermutlich wie so oft auch hier in der virtuellen Welt.

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