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Altes Kleid, neue Technik

Außen nicht wesentlich von seinem Vorgänger zu unterscheiden, sind die größten Neuerungen beim Audi A4 vor allem innen und hinter dem Steuer zu finden.

20.07.2015 Press Inform

Mit dem neuen Audi A4 wird für die Limousine und den Avant das Modelljahr 2016 in der Mittelklasse eingeläutet. Markantere Scheinwerfer und Rückleuchten, ein paar Linien nachgezogen, viel fällt uns außen beim neuen A4 nicht auf. Innen gibt’s dann deutlich mehr zu bestaunen und auch beim Fahren werden die Unterschiede zum Vorgänger klar.

Blick auf die Konkurrenten des neuen Audi A4

Entspannt spricht Vorstand Dr. Ulrich Hackenberg über die fahrerische Qualität des aktuellen 3ers von BMW und den großen Sprung, den die aktuelle C-Klasse von Mercedes gemacht hat: „In Sachen Innenraumqualität stehen wir der C-Klasse in nichts nach. Und wenn es ums fahren geht, haben wir der Konkurrenz jetzt erst einmal einige Aufgaben gestellt.“ Das kann man kaum bestreiten, denn das Gesamtpaket des Audi A4 ist stimmig wie nie zuvor und so rollt der Vierer aus Ingolstadt in den breiten Spuren des erst jüngst vorgestellten Q7. Hatte dieser um rund 300 Kilogramm abgespeckt, hat sich der A4 während seiner Entwicklung und zweier Verschiebungen um bis zu 120 Kilogramm leichter gemacht. Das merkt man nach wenigen Kilometern.

Audi-A4-3.0-TDI-Quattro-2016
© Bild: Werk

Lautlos durch den Wind

Selbst ohne das optionale Dämmglas säuselt der Audi Dank einem cW-Wert von bis zu 0,23 nur so durch den Fahrtwind und rollt gerade im Komfortmodus entspannter denn je über den alles andere als ebenen Fahrbahnbelag der Testroute. Die Lenkung, betont leichtgängig, ist fein und gefühlvoll abgestimmt wie das gesamte Paket, bei der die Fünflenkerachsen vorne und hinten einen mit guter Rückmeldung die ersten steileren Passagen erklimmen lassen. „An die hinteren Dämpfer müssen wir noch einmal ran“, sagt Fahrwerksentwickler Dr. Hirst Glaser, „die Autos sind schließlich alle noch Prototypen, die in der finalen Abstimmung sind.“

Das Tempo wird erhöht

Mit der Zeit nehmen wir Fahrt und Tempo auf. Der Drehzahlmesser des 200 kW / 272 PS starken A4 3.0 TDI Quattro schnellt in die Höhe, die Lenkung wird schwergängiger und die Dämpfer verhärten sich. Mit seinem mächtigen Drehmoment von 600 Nm bei 1.500 U/min läuft der Diesel die kurvige Piste hinauf. Die nach wie vor nasse Fahrbahn bringt die 4,73 Meter lange Karosserie nicht in Unruhe, der Allradantrieb sorgt dafür, dass die Leistung nicht wie bei den kleineren Modellen mit Frontantrieb in Gummiabrieb und zuckenden Händen verpufft. Die Achtstufenautomatik arbeitet dabei so perfekt wie man es von ihr kennt; ambitioniert, aber jederzeit dezent genug im Hintergrund. Die schwächeren Modelle haben entweder Sechsgang-Handschaltung oder ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe.

Audi A4 3.0 TDI Quattro 2016 (11)
© Bild: Werk

Vorerst kein Plug-In-Hybrid

Mit dem 3.0-TDI-Quattro geht es aus dem Stand auf Tempo 100 in 5,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Werkseitig wird der Verbrauch mit knapp 5 Litern angegeben, dieser Wert wird wohl zumeist nicht erreicht werden. Neben den Vierzylinder-Dieseln mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum und Leistungen von 120 bis 190 PS bietet Audi seinen A4 als Business-V6-Einsteiger mit 218 PS und drei Litern Hubraum – wahlweise mit Front- oder Allradantrieb an. Das dürfte insbesondere BMW wehtun, die ihre Sechszylinder einst leichtfertig vor die Tür gesetzt haben und diese nur noch in den Topmodellen verbauen. Im Gegensatz zu BMW 3er oder Mercedes C-Klasse wird es beim neuen Audi A4 einen Plug-In-Hybriden aufgrund der geringen Kundenakzeptanz bis auf weiteres nicht geben. Er bleibt der nächsten Q5-Generation vorbehalten, die dann aus Mexiko kommt.

Komfort gesteigert und bei der Technik nachgerüstet

Neben dem starken Auftritt auf der Straße glänzt der Audi A4 insbesondere im Innenraum. Hier ist er deutlich besser, weil wertiger als der BMW 3er und technisch perfektionierter als die Mercedes C-Klasse. Nur gegen Aufpreis gibt es animierte Instrumente mit seiner präzisen Darstellung und leicht überladenen Bedienung über Pfeiltasten am Lenkrad. Zudem haben sich die Ingolstädter mit einem Komplettpaket an Fahrerassistenzsystemen, klimatisierten Sitzen, Drei-Zonen-Klimaautomatik und Head-Up-Display Technik in die Mittelklasse geholt, die es sonst nur ab den Oberklassemodellen von Audi gab. Der 8,3 Zoll große Bildschirm auf dem Armaturenbrett verzichtet endlich auf die entbehrliche Ein- und Ausfahrbarkeit; wirkt jedoch wie nachträglich eingebaut und verleitet zur Fingerberührung, doch eine Touch-Funktion gibt es nicht. Leicht gewachsen ist das Platzangebot im Fond. Sitzheizung, Jalousien rundum und eine getrennte Temperatureinstellung sorgen ebenso wie der WLan-Hotspot für angenehmes Reisen in Reihe Nummer zwei.

Audi A4 3.0 TDI Quattro 2016 (3)
© Bild: Werk

Preis und Markteinführung

Audi A4 und Audi A4 Avant starten im Herbst mit einem Motorenangebot zwischen 150 und 272 PS. Kleinere Basismodelle sowie S- und RS-Modelle kommen erst später. Neben dem sparsamsten Modell (3,7 Liter / 100 km), dem 150 PS starken A4 2.0 TDI Ultra, sind die Audi-Entwickler besonders stolz auf den A4 2.0 TFSI mit eine besonders effizienten Verbrennung, der mit seinen 190 PS 4,8 Liter Super verbrauchen soll. Preislich geht es ähnlich wie beim aktuellen Modell bei knapp über 30.000 Euro los. Das Topmodell 3.0 TDI Quattro dürfte mindestens 50.000 Euro kosten.

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