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Joaquín Almunia ist "sehr überrascht über die Autoindustrie".
 

Almunia: „Vermuten Kartelle bei fast allen Teilen, die man für ein Auto braucht“

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia kündigte weitere Kartellstrafen für Autozulieferer an – Entscheidungen würden im Laufe des Jahres fallen

08.01.2014 APA

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia zeigte sich im Gespräch mit dem Hamburger Magazin „Stern“ „sehr überrascht über die Autoindustrie“: „Wir vermuten Kartelle bei fast allen Teilen, die man für ein Auto braucht. Das ist unglaublich.“ Almunia kündigte daher weitere Strafen gegen Autozulieferer wegen verbotener Preisabsprachen an. Im Laufe dieses Jahres werde es einige Entscheidungen geben.

EU untersucht Autoindustrie seit längerem

Brüssel untersucht die Branche seit längerem. Bereits im vergangenen Sommer hatte die EU-Kommission wegen verbotener Absprachen bei der Lieferung von Kabelbäumen eine Strafe von insgesamt 141,8 Millionen Euro verhängt. Den Löwenanteil musste der japanische Konzern Yazaki mit 125,3 Mio. Euro berappen, auf den Nürnberger Zulieferer Leoni entfiel ein vergleichsweise geringer Betrag von 1,38 Mio. Euro.

Schaeffler wappnet sich mit Rücklagen in Millionenhöhe gegen Bußgeldforderung

Wegen des nun drohenden Bußgeldes hat der Zulieferer Schaeffler bereits massive Rücklagen gebildet. Seit Ende 2011 untersucht die Europäische Kommission das Geschäftsgebaren der Gruppe sowie mehrerer anderer Wälzlagerhersteller. Für 2014 erwartet Schaeffler eine Entscheidung und „geht aus heutiger Sicht davon aus, dass es zu einem Bußgeld kommen wird“, wie es kurz vor Weihnachten in einer Mitteilung hieß. Entsprechend habe Schaeffler im vierten Quartal 2013 „bilanzielle Vorsorge in Höhe von rund 380 Millionen Euro“ getroffen.

Bis zu 10 % des Jahresumsatzes als Strafe für Preisabsprachen

Der Hannoveraner Zulieferer Continental sieht dazu keinen Anlass. „Die Einhaltung von Compliance-Richtlinien hat bei Continental hohen Stellenwert“, betonte ein Unternehmenssprecher. Europäisches Recht verbietet es Unternehmen, zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern miteinander zu kooperieren. Bei Verstößen kann die EU-Kommission Strafgelder von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen.

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