Alfa Romeo Giulietta dyn links
 

Testbericht: Alfa Romeo Giulietta 2,0 Multijet 140

Der Motor, der den Blick auf das schöne Ding an sich frei lässt.

15.10.2011 Autorevue Magazin

Wer fragt, was die Giulietta dem deutlich günstigeren, aber technisch quasi siamesisch verzwillingten Fiat Bravo voraushat, hat schon verloren. ­Beziehungsweise Geld gewonnen, das er nicht ausgeben muss, weil auch der Bravo eigentlich ein fesches Auto ist, was allerdings in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur 490 Kunden so sahen. Die Giulietta hingegen verkaufte sich 1274-mal, da mischt seit Frühling auch ein mehrheitsfähiger 140-PS-Turbodiesel mit Start/Stopp-Automatik mit, und es ist gut so: Ein ­feines Aggregat, etwas knuspernd beim Wegfahren, danach aber löst sich die Geräuschkulisse in Gefälligkeit auf. Und die Beschleunigung ist saftig im heute gebräuchlichen Sinn: Also keineswegs fad, aber es bleibt noch Luft für die sportlichen Versionen (1750 TBi mit 235 PS bei den Benzinern, zum Beispiel, oder den 170-PS-Diesel). Das Sechsgang-Schaltgetriebe ist die logische Ergänzung, weil gut abgestuft und ebenso gut schaltbar.

Sagen wir so: Der neue 140-PS-JTD ist ein Motor, um den man sich nach dem Kauf keinerlei Gedanken mehr machen muss, besonders in der Giulietta: Er lenkt durch souveräne Alltagsbewältigung nicht von Schönheit und Stil des Autos ab, drängt sich nicht vor, bleibt (auch durch die Unterstützung per Start/Stopp-Automatik) beim Verbrauch auf Augenhöhe mit der Zeit: Wir tankten im Schnitt 5,9 l auf 100 km nach, ohne bei der Fahrweise eine Langeweile auszurufen, die der Giulietta nicht passen würde. Und weil auch Langweiliges innen am Charakter dieses Autos kratzen würde, wollen wir noch eine Empfehlung für das Lederpaket inklusive Sitzheizung, elektrisch verstellbarer Lendenwirbelstütze vorne und vieler Ablagen aussprechen: Die mehr als 2.000 Euro Aufpreis sind schneller vergessen, als jede Freude verlöschen könnte.

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