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Testbericht: Alfa Romeo Giulietta 1,4 TB Multiair TCT Distinctive

Aber nur, wenn Giulietta doppelt kuppelt.

01.02.2012 Autorevue Magazin

Wichtig: Eine Giulietta braucht Metallic, vorzugsweise in rot. In der abgelösten Modefarbe weiß kommt man daher wie ein Germknödel ohne Mohnhaube, was einfach nicht sein muss. Erst in rot offenbart sie ihre wahre Schönheit, trägt die historisch korrekte Karosseriefarbe, mutiert zum Headturner unter den Kompakten.

Wo wir beim nächsten Irrtum wären: Eine Giulietta darf nicht mit einem Golf verglichen werden. Kein Mensch, der einen schicken, rassigen Kompakten sucht, wird einen Golf Probe fahren und umgekehrt wird niemand, der ein Auto wie einen schnöden Gebrauchsgegenstand wahrnimmt, beim Alfa-Händler vorständig. Der Golf zielt aufs Hirn, die Giulietta mitten ins Herz.

Dabei sind Vorurteile unangebracht: Von der technischen Seite ist die Giulietta voll auf Höhe der Zeit.

Der 1,4-Liter Turbo mit vollvariabler Ventilverstellung gibt sich wie ein Großer und bleibt beim Spritkonsum moderat. Während wir bei unserem Dauertester (handgeschalten, sonst ident) im Schnitt 9,6 Liter verbrauchten, half hier das neue 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe den Schnitt auf 8,8 zu drücken. Vermutlich, weil die Elektronik die Gänge nicht so pubertär ausdrehte wie wir. Die Schaltwechsel passieren nicht so flink wie im Wolfsburger Pendant, dafür schnappt die Kupplung beim Anfahren nicht zu, als ganzes wirkt das Getriebe homogener. Manuelle Eingriffe sind in der entsprechenden Schaltgasse möglich und werden knallhart exekutiert – dadurch ist es möglich, am Begrenzer zu fahren. Optional gibt es um schlanke 137 Euro griffgünstige Schaltpaddel am Lenkrad.

Fahrwerksseitig ist die Giulietta ihrem Äußeren verpflichtet: Sportlich, straff, aber nicht hart. Die Lenkung ist präzise und in idealem Maß servounterstützt, lässt sich per DNA-Schalter künstlich verhärten.

Sonst? Ergonomie prinzipiell ohne Tadel.

Wir würden jedoch denjenigen, der den USB-Anschluss intelligenterweise im Handschuhfach versteckt hat, selber gerne beim Anstecken eines Sticks vom Fahrersitz aus beobachten. Es darf mit Sicherheit gelacht werden.

Das Kofferraumvolumen ist absolut brauchbar, hat man erst einmal die hohe Ladekante überwunden. Auch der Schmäh mit den versteckten hinteren Türgriffen funktioniert immer noch bestens. Sowohl beim Design, als auch bei verwirrten Fondpassagieren.

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