Alfa 147 3
 

Alfa Romeo 147 Testbericht

Ein Name als Titel. Als Sinnbild.

01.07.2009 Online Redaktion

Er heißt 1,9 JDTM 16V, ist im Grunde genommen aber nicht mehr als ein Vierzylinder-Diesel mit 16 Ventilen und Turboaufladung. Kennt man, hat jeder. Aber wie ein österreichischer Akademiker nicht auf seine Titel verzichten kann, kann Alfa keine noch so kleine Banalität aus der Namensgebung streichen. Dabei hätte es gereicht, sich auf die Kernbotschaft „Q2 Ducati Corse“ zu beschränken.

Mit Q2 ist ein Vorderachs-Sperrdifferenzial gemeint. Das kurveninnere Rad wird abgebremst, das äußere beschleunigt. „Ducati Corse“ deswegen, weil Fiat den Motorradhersteller bei der Superbike-WM sponsert und hiermit ein entsprechendes, nicht limitiertes Sondermodell lanciert. In der Praxis: 20 PS mehr Leistung – jetzt sehr giftige 170 – und reichlich hochwertiges Optik-Chichi (Ducati-Corse-Logos, Edelstahl-Einstiegsleisten, dunkle Innenausstattung).

Technisch jedoch hinkt der 147 den optischen Ansprüchen nach. Die viel zu leichtgängige und damit unpräzise Lenkung ist in der Stadt und auf der Autobahn nur dann von Vorteil, wenn man ruhig im Verkehr mitschwimmt. Lässt man es zackiger angehen, wird das Auto hektisch. Man fühlt sich immer schneller, als man eigentlich ist – was wenigstens das Blitzlichtgewitter im Rückspiegel minimiert. Dazu kommt, dass die Gänge zum Wechseln über viel zu lange Wege geführt werden müssen. Das ist bei einem Normalo o. k., zumal die Gänge sehr gut abgestuft sind und nicht viel Schaltarbeit nötig ist, sportliche Ansprüche befriedigt es nicht. Aber die sollten im Alltag ohnehin nicht ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.

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