Alfa Romeo Spider Oldtimer Gebrauchtwagen Generation Drivestyle
Drei Stunden wurde der Alfa Romeo Spider geputzt, bis er endlich so aussah.
 

Amore mio im Alfa Romeo Spider

Dieser Alfa Romeo Spider ist Gerhard Hölzl (22) einfach passiert. Ein Sommernachtstraum.

02.04.2013 Online Redaktion

Zugegeben, dieser Alfa Romeo Spider steht nicht im klassischen ­Alfarot in der Garage. Das hat seinen Grund. Als Neuwagen war der Alfa Romeo Spider 1983 ein Sonderangebot. Aber eben noch silbern. Da hat Thomas – der damalige Erstbesitzer – das Auto einfach umlackiert. Seitdem hat der Alfa Romeo Spider dieses satte Rot. Thomas wird zu einem guten Freund der Familie Hölzl. Und als deren Spross Gerhard nach der Matura ein Auto braucht, bekommt er diesen Spider.

Zwar ist Gerhard damit erst der zweite Besitzer, aber es ist schon viel mit dem Alfa Romeo Spider passiert – von der neuen Farbe mal ganz abgesehen. Die ­Felgen stammen von einem ­Jaguar und wurden auf Zen­tralverschluss umgebaut. Die Schalensitze sind von der ­Firma König und wurden verwendet, weil es die einzigen waren, die schmal genug für den Alfa Romeo Spider sind.

Was ja auch ein Geheimnis des (einstigen) Alfa-Erfolgs ist. Das Auto ist so schmal, die ­Sitze so eng beisammen, dass schon das Fahren eine knisternde Angelegenheit
ist. Ein Hochgefühl, das man bewahren sollte. Der Niedergang kam allzu schnell. Als bräuchte es dafür noch einen Beweis, gibt auch Marlies Wonisch (21), die Freundin von Gerhard, an, die Sitze seien ihr an diesem Alfa Romeo Spider das Liebste. Vordergründig natürlich weil man tief ins Leder sinkt, ohne auf Landstraßen herumgeschubst zu werden.

Alfa Romeo Spider Oldtimer Gebrauchtwagen Generation Drivestyle

Außerdem ist das gesamte Instrumentenbrett eine Eigenkreation, die in den 1980ern entstand. Deswegen ist das Handschuhfach jetzt unter dem Beifahrersitz, an dessen eigentlicher Stelle eine Analoguhr liegt. „Damals habe ich noch nicht daran gedacht, dass der Spider mal ein Oldtimer wird“, entschuldigt sich Thomas bei ­allen Alfisti. Gerhard ist egal, wie viel am Auto umgebaut wurde. Er studiert Maschinenbau in Wien und hat viel zu viel Spaß am Selberschrauben, als dass er gesteigerten Wert auf Originalteile legen würde.

Als Beweis dient sein VW T3 Syncro, den er für gröbere Einsätze besitzt. Dem hat er ­mittlerweile drei Differenzialsperren, einen quietschgelben Dachhimmel und einen Pflanzenöltank verpasst. Irgendwo muss man ja üben. Weil Gerhard mit dem Alfa behutsam umgeht und ihn sparsam nutzt (in vier Jahren kamen nur zehntausend Kilometer zusammen), ist er sehr pflegeleicht. Außer erhaltenden Maßnahmen fiel kaum ­Arbeit an. Soll heißen: Vergaser reinigen und neu abdichten, Bremsen tauschen, Auspuff lackieren, Zündverteiler reinigen, Motoraufhängung getauscht. Ein Drama blieb aus. Woher sollte das auch kommen? Sommer, Sonnenschein, rotes Cabrio, junge Liebe. Das Dach hält dicht. Kein Wunder, es liegt stets zusammengefaltet hinter den Rücksitzen. 

  • Christian Vana

    Lasst die Origialitätsfetischisten reden. Das Auto ist gut so, wie es ist, vor allem, wenn ihr Spaß damit habt. Den Spiderpurismus hat Alfa Romeo schon selbst mit den Gummmistoßstangen und dem Gummipürzel gestört. Ihr habt wenigstens was daraus gemacht.
    Weiter viel Spaß damit, es würde auch keiner auf die Idee kommen, von Dean Jeffries zu verlangen, den Mantaray wieder in einen originalen Maserati-Rennwagen zurückzuverwandeln.

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