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Alfa Romeo Caimano: Keil auf Rädern

Wir befinden uns in den 1970er Jahren, Alfa Romeo zeigt seine Studie Caimano und auf den ersten Blick wird klar, es gibt keinerlei praktischen Nutzen. Futuristisch ist der Keil aber allemal.

28.02.2016 radical mag

Der Caimano ist ein von Italdesign 1971 im Auftrag von Alfa Romeo konstruiertes Showcar. Das heute im Alfa Romeo Werksmuseum „La macchina del tempo“ im Mailänder Vorort Arese stehende Einzelstück basiert auf dem Alfasud und wurde auf dem Turiner Automobilsalon 1971 einem staunenden Publikum präsentiert.

Alfa Romeo Caimano: Traumauto ohne jeglichen praktischen Nutzen

Italdesign – unter der Leitung von Giorgetto Giugiaro – hatte zuvor bereits das Design des Serienmodells Alfasud verantwortet, das sich als Urvater der so genannten Hatchback-Karosserie schließlich mehr als eine Million Mal verkaufte. Der Auftrag für den Caimano war begleitet von der Forderung, ein Traumauto fernab jeglichen praktischen Nutzwertes zu schaffen. Dem von unerschütterlichem Fortschrittsglauben geprägten Zeitgeist entsprechend, entwarf Giugiaro einen „Keil auf Rädern“, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte.

Alfa Romeo Caimano Concept Car (3)
© Bild: Werk

Keine A-Säule

Auf das um 20 Zentimeter verkürzte Chassis des Alfasud setzte Italdesign eine Karosserie, die direkt aus einem Science-Fiction-Roman zu stammen scheint. Das zweisitzige Cockpit wird von einer raumschiffartigen Glaskuppel umschlossen, die als Ganzes nach vorne aufgeklappt wird. Die A-Säule entfällt dadurch ganz, B- und C-Säule formen hinter dem Cockpit einen Überrollbügel. Den hinteren Abschluss des Dachs bildet ein Spoiler, der vom Cockpit aus in vier Schritten bis zu einem Winkel von 32 Grad angestellt werden kann.

Unter der Kuppel

Fahrer und Beifahrer nehmen unter der Glaskuppel in Schalensitzen mit integrierten Kopfstützen praktisch liegend Platz. Zu öffnende Fenster sind nicht vorgesehen. Kontakt zur Außenwelt – und Frischluftzufuhr – ist nur über zwei winzige Schiebeöffnungen in den seitlichen Rahmen der Kuppel möglich. Im ausladenden Armaturenbrett arbeiten zwei große Instrumente mit unkonventionellen Anzeigen. Die Zeiger sind fixiert, stattdessen drehen sich die zylinderförmigen Skalen.

Alfa Romeo Caimano Concept Car (13)
© Bild: Werk

Klappscheinwerfer, wir sind ja auch in den 1970er Jahren

Der Knick in der Motorhaube ist dem darunter platzierten 1,2-Liter-Triebwerk des Alfasud geschuldet. Der baut als Boxermotor zwar sehr flach. Giugiaro hatte allerdings eine extrem tiefe Front mit nur einem schlitzförmigen Kühlergrill im Sinn – der Motor ließ eine plane Haube schlicht nicht zu. Für die 1970er Jahre gewissermaßen obligatorisch sind die Klappscheinwerfer.

Bescheidene Motorisierung

Angesichts des futuristischen Designs muten die 68 serienmäßigen PS des Alfasud-Boxermotors geradezu bescheiden an. Aber der Caimano war ohnehin nicht für den Alltag gedacht…

Vielen Dank an den Beitrag von radical-mag.com – der Text stammt von Alfa Romeo

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