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Erfolg ist ansteckend

Die Alfa Romeo 6C 1500/1750 brachten der italienischen Marke große Erfolge – und wunderbare Siege.

23.11.2016 Online Redaktion

Sie hatten damals ein gutes Gespür dafür, was der Markt haben wollte, die Italiener. In den höchsten Ligen des Motorsports war Alfa Romeo Ende der 20er Jahre bestens vertreten, aber in der Mittelklasse, die sich auch Privatfahrer leisten konnten, da fehlte noch ein Modell. Ein Fahrzeug, das sich zwar sportlich bewegen ließ, aber über eine einfachere und damit auch günstigere Technik verfügte. Vittorio Jano hatte die Antwort: den 6C 1500. Das Chassis, relativ simpel im Aufbau, wurde schon 1925 vorgestellt, doch die ersten Reihensechszylinder in der Alfa-Geschichte konnten erst 1927 eingebaut werden. Der 1,5-Liter entwickelte in seiner ersten Version 44 PS bei 4.200/min; nicht die ganz große Revolution, aber im Vergleich mit der eh kaum vorhandenen Konkurrenz sehr anständig. Denn Jano hatte ja noch ein paar Tricks auf Lager: Schon 1928 kamen der Sport mit 54 PS, der Super Sport mit 60 PS, der Super Sport Compressore mit Roots-Gebläse und bereits 76 PS bei 4.800/min. Und dann war da auch noch der Super Sport Compressore Testa Fissa, also: Roots und direkt auf dem Block fixierter Zylinderkopf. So aufgebrezelt brachte es den 6C 1500 auf beachtliche 84 PS bei 5.000/min – und eine Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h.

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© Bild: Werk

Rennerfolg wird zum Verkaufserfolg

1927 hatte die erste Mille Miglia stattgefunden, es gewannen Minoia/Morandi auf einem OM Tipo 655 Sport. Alfa Romeo hatte aber schnell erkannt, dass dieses Straßenrennen von Brescia nach Rom und wieder zurück die perfekte Plattform sein könnte, um nicht nur großartige Erfolge feiern zu können, sondern diese auch publikumswirksam abzufeiern. You know: win on sundays, sell on mondays. 1928 trat Alfa Romeo mit gleich sechs Fahrzeugen zur Mille Miglia an, darunter dem 6C 1500 MMS (Mille Miglia Speciale), der eigentlich von Marinoni/Guidotti hätte gefahren werden sollen, aber dann kurzfristig von Giuseppe Campari und Mechaniker Giulio Ramponi übernommen wurde. Kurz vor Rom übernahm Campari die Führung vor den drei Werks-Bugatti – und gab sie bis Brescia nicht mehr ab. Der erste Sieg von Alfa Romeo bei der Mille Miglia war Tatsache – und das mit einem Schnitt von 84,13 km/h. Der 6C 1500 entwickelte sich auch dank diesem prestigeträchtigen Sieg zu einem Verkaufserfolg für Alfa Romeo. Zwischen 1927 und 1929 konnten stolze 1.064 Exemplare verkauft werden.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

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