Porsche Boxster Elektroantrieb Front dynamisch
Wahlweise mit Allrad- oder Heckantrieb.
 

Akkuracer

Porsche forscht mit einem elektrisch betriebenen Boxster.

30.05.2011 Online Redaktion

Sehr sexy, dieser Name. „Modellregion Elektromobilität Region Stuttgart“. Dieses Projekt ist Teil des Bundesprogramms „Elektromobilität in Modellregionen“, das wiederum von der „Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ (NOW GmbH) koordiniert wird. Das mag kompliziert und umständlich klingen, aber für acht Modellregionen gibt es immerhin 130 Millionen Euro Zuschuss von der Bundesregierung. Da muss man dann halt die Kafka-Strukturen in Kauf nehmen.

Und in besagter Modellregion Stuttgart ist Porsche mit dabei. Mit insgesamt drei Porsche Boxster, die, in zwei unterschiedlichen Ausführungen, rein elektrisch betrieben werden.

Variante eins ist eine Allradversion. Ein Elektromotor an der Vorder- und einer an der Hinterachse leisten jeweils 90 kW und zusammen 540 Newtonmeter, bei einer maximalen Drehzahl von 12.000 Touren. Auf Tempo 100 ist man nach 5,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 200 km/h begrenzt.

Der hintere Motor, das Getriebe und die Steuerungselektronik sitzen dort, wo beim konventionellen Boxster das Schaltgetriebe und die Abgasanlage untergebracht sind. Der vordere Motor wurde dort montiert, wo sonst der Benzintank liegt. Einen mechanischen Durchtrieb gibt es zwischen beiden Achsen nicht, die Motoren arbeiten unabhängig voneinander. Die Koordination der Antriebsmomente übernimmt die Steuereinheit.

Variante zwei ist ein Hecktriebler, der einfach um den Motor an der Vorderachse erleichtert wurde, also exakt die Hälfte der Leistung bietet – 90 kW und 270 Newtonmeter. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h, der Spurt auf Tempo 100 dauert 9,8 Sekunden.

Nun zur Batterie. Beide Varianten bekommen eine Hochvolt-Batterie mit 363 Volt Spannung verpflanzt. Eine Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie, die aus insgesamt 440 Zellen besteht. Jede einzelne hat eine Einzelnennspannung von 3,3 Volt und eine Kapazität von 20 Amperestunden (Ah). So ergibt sich eine Gesamtkapazität von 29 kWh, von denen 26 kWh genutzt werden können. Das soll, so behauptet Porsche, für eine maximale Reichweite von 170 Kilometern reichen. Ein Ladevorgang über eine gewöhnliche Haushaltssteckdose soll neun Stunden dauern.

Der E-Boxster wiegt 1600 Kilogramm – 341 Kilogramm stammen von der Batterie. Zwei Wasserkühlkreisläufe, sollen dafür sorgen, dass die Batterie nicht überhitzt (ein Problem, das wir beim Supertest mit dem Tesla Roadster auf der Rennstrecke hatten).

Die Batterie liegt an der Stelle, an der sonst der Verbrennungsmotor untergebracht ist – so ist vor allem im Falle eines Unfalls sichergestellt, dass die Einheit gut geschützt ist. Wie der Verbrennungsmotor beim Serien-Boxster wird auch die Batterie von unten eingebaut. Durch Spezialverschlüsse, die man aus dem Rennsport übernommen hat, kann die Batterie (angeblich) sehr schnell gewechselt werden, ohne das Luft in den Kühlkreislauf kommt.

Porsche treibt mit dem Boxster die Entwicklung seiner Elektrovarianten voran. Das Porblem ist, die Autos sollen sportlich bleiben:

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