Der Wiener Westbahnhof innen
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AK und VCÖ für Ausbau des öffentlichen Verkehrs

Immer mehr Beschäftigte in Wien pendeln aus der Ostregion zu ihrer Arbeitsstelle, seit 2006 über 200.000, Tendenz steigend.

11.12.2013 APA

Die Zahl der Wien-PendlerInnen ist seit 2006 auf über 200.000 angestiegen, vor 7 Jahren waren es noch um 30.000 weniger. „Dieser Trend hält seit Jahren an und wird so weitergehen“, sagt AK Präsident Rudi Kaske anlässlich des AK Pendlertages. Bisher nutzt etwa jeder dritte Pendler und jede dritte Pendlerin Bahn und Bus für die Fahrt zur Arbeit. „Wenn wir wollen, dass bei stetig wachsen-dem Verkehrsaufkommen mehr Menschen auf die Öffis umsteigen, müssen wir ihnen gute Verbindungen anbieten und das Umsteigen erleichtern. Wir brauchen eine Öffi-Offensive für die Ostregion“, so Kaske.

Forderungen der AK

Das heißt: Die öffentliche Bahn, die den Großteil der Pendler und Pendlerinnen befördert, muss gestärkt werden. Bund und Länder müssen mehr Verkehrsdienste bestellten. Die Bahn muss mit einem integrierten Taktfahrplan schnelle Umsteigemöglichkeiten schaffen. „Bis zur vollständigen Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofes müssen die Weichen dafür gestellt werden. Wir brauchen mehr, nicht weniger öffentlichen Personen-nahverkehr“, sagte Kaske. Die künftigen Fahrpläne müssen noch besser auf die Bedürfnisse der PendlerInnen abgestimmt werden. Die AK werde dazu rechtzeitig zur Fertigstellung des neuen Hauptbahnhofs entsprechende Studien vorlegen, kündigte Kaske an. Scharfe Kritik übte der AK Präsident an den Aufschlägen, die die Westbahn GmbH seit September von ZeitkartenbesitzerInnen zusätzlich einhebt. Ab 15. Dezember sollen auch Schüler und Lehrlinge mit Top-Jugendticket auf Westbahnstrecken mehr zahlen: „Das ist eine Abschreckungs-Preispolitik für Nah-verkehrskundInnen. Das muss sofort gestoppt werden“, so Kaske.

Der Wiener Westbahnhof innen

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Mehr Information

Etwa 80 Prozent der Fahrgäste der Bahnunternehmen sind im Nahverkehr unterwegs. „Sie sind die Stammkunden der Bahn und müssen auch so behandelt werden“, so Kaske. Dazu gehört gute und leicht zugängliche Information am Bahnhof und im Zug, insbesondere bei Zugausfällen und Verspätungen. Laut AK Umfragen wünschen sich etwa 60 Prozent der Beschäftigten auch in Zukunft AnsprechpartnerInnen in Zügen und an Bahn-höfen. Außerdem setzt sich die AK für bessere und leicht zugängliche Information der Fahrgäste durch Bahnunternehmen und Verkehrsverbünde ein. „Es gibt in Österreich sehr gute Fahrgastrechte für die NahverkehrskundInnen, aber sie werden noch nicht kundenfreundlich umgesetzt“, so Kaske.

Ausbau von Park&Ride

Der AK Präsident forderte zusätzliche Anstrengungen von den Ländern um Park&Ride zu ermöglichen und damit die Stellplatzkonflikte in Wien zu entschärfen: Rund 8.500 Park&Ride Plätze gibt es in Wien, weitere 7.000 sollen gebaut werden. Im Wiener Umland gibt es weitere ca 30.000 Park&Ride Plätze. Das ist aber noch viel zu wenig. Gerade im Umland braucht es mehr kostenlose Park&Ride Möglichkeiten, damit die Pendler schon vor den Toren der Stadt in die Bahn umsteigen können. „Die Bahn ist dann eine Alternative zum Auto, wenn sie sich für PendlerInnen rechnet: als schneller, aber auch bezahlbarer Weg zur Arbeit“, so Kaske.

VCÖ-Analyse : 2,1 Millionen Pendler in Österreich

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass es heute drei Mal so viele Pendler gibt wie im Jahr 1971. Im Jahr 1971 arbeiteten laut Statistik Austria 786.000 Personen außerhalb ihres Wohnortes, heute sind es bereits mehr als 2,1 Millionen. „Das Angebot an Bahn- und Busverbindungen ist zwar in den vergangenen Jahren besser geworden, aber nicht in dem Ausmaß wie es nötig ist. Die Zeit des billigen Erdöls ist vorbei. Es ist die Aufgabe der Politik, durch ein dichtes Öffi-Netz die Abhängigkeit vieler Pendler vom Auto zu verringern“, betont VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer. Jahreskarten für den Öffentlichen Verkehr sind um eine Vielfaches günstiger als das Pendeln mit dem eigenen Auto.

Forderungen des VCÖ

Der VCÖ fordert mehr Investitionen des Bundes in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Zudem appelliert der VCÖ an die Betriebe und Unternehmen ihren Beschäftigten ein Öffi-Jobticket zur Verfügung zu stellen.

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