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Das Ergebnis ist alarmierend: Telefonieren ist schlecht, Surfen ist noch schlechter und Navigation eingeben überhaupt ganz schlimm.
 

Statistik: Ablenkung beim Autofahren

Ein HMI-Vergleichstest bestätigt massiven Verbesserungsbedarf an der Schnittstelle Mensch-Maschine.

05.11.2013 Autorevue Magazin

Das Zentrum für ICT&S an der Universität Salzburg hat in Zusammenarbeit mit dem auf Auto-Elektronik spezialisierten Systemlieferanten Audio-Mobil einen Vergleichstest der besonderen Art durchgeführt, nämlich getestet, wie viel Ablenkung das Telefonieren, das Navigieren und das Surfen im Internet während des Autofahrens zur Folge hat. Im Gegensatz zu unserer rein subjektiven Wahrnehmung erlaubt der streng wissenschaftliche Versuchsaufbau nachvollziehbare Ergebnisse. Gemessen wurden Durchführungszeiten, Augenbewegungen nach unterschiedlichen Kriterien, Lenkwinkel, Herzschlagrate und die subjektiv empfundene Anstrengung der Probanden.

Ruckartig Lenken als Maßstab

So haben etwa Ruckartigkeit und Winkel von Lenkbewegungen hohe Aussagekraft über die Intensität der Ablenkung eines Autofahrers. Sieht er nämlich vorübergehend nichts, aus welchem Grund auch immer, muss er das spät und schnell korrigieren, je später, umso heftiger. Auf dieser Basis funktionieren auch die manchmal sogar serienmäßig eingebauten Müdigkeitswarnungs-Anzeigen.

Ergebnis mit Alarmstimmung

Entsprechend unseren eigenen Erfahrungen ist das Ergebnis dann auch alarmierend. Telefonieren ist schlecht, Surfen ist noch schlechter und Navigation eingeben überhaupt ganz schlimm. Aber es gibt Unterschiede, und nicht nur erheblichen Verbesserungsbedarf, sondern auch mannigfaltige Möglichkeiten, die Bedienbarkeit zu verfeinern, schließlich ist es eher undenkbar und auch mehrheitlich unerwünscht, all die Ablenkungsquellen wieder aus dem Auto zu verbannen. Was sich auch herausgestellt hat: Sprachsteuerung verringert die Ablenkung bei der Navigation am deutlichsten, ist aber insgesamt auch kein Allheilmittel. Die Herzrate etwa steigt beim Sprechen.

BMW vor Mercedes und Audi

12 Personen testeten also Audi A3, BMW 1er und Mercedes A-Klasse, zur Hälfte männlich/weiblich, jeweils zwei unter 36 Jahren, zwei über 51 Jahren und zwei dazwischen. Das Ergebnis: Im Detail ist es ein Kampf um Naselängen, im Gesamtvergleich gewinnt BMW. Mercedes leidet unter langsamem Verbindungsaufbau, Audi profitiert durch gute Sprachsteuerung. Detailergebnisse entnehmen Sie dem beigefügten Film. Thomas Stottan, CEO von Audio-Mobil brachte die Herausforderung bei der Oberösterreichischen Automobil-Cluster-Tagung auf den Punkt: „Es gibt in den USA eine Vorgabe der NHTSA (National Highway Traffic Safety Association). Eine Aufgabe, etwa Navigation eingeben oder ein Telefongespräch aufbauen, muss in einer bestimmten Zeit abgewickelt werden. Heute schafft kein Autohersteller das in der vorgegebenen Zeit.“

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