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Abarth, komplizierter Skorpion

Keine Geschichte einer Automarke ist komplizierter und verworrener, als die von Abarth. Dennoch oder gerade deswegen lohnt der Versuch einer Aufstellung der Modellgeschichte.

15.10.2016 radical mag

Zwar haben wir die Werke, «Abarth – The Scorpion’s Tale» und «Abarth – The Scorpion Wins» vorliegen, beide Sergio Seccatore und gefühlte 10.000 Seiten dick. Und eigentlich wollten wir daraus eine schöne Sammlung von Stories spinnen. Aber je häufiger und intensiver wir da in diese Bücher reinschauen, etwas nachlesen, desto grösser wird die Verwirrung – gibt es eine Auto-Marke, deren Geschichte verworrener ist als jene von Abarth? Nachdem wir aber kürzlich an der Passione Engadina wieder ein paar Abarth live bewundern konnten, war der Drang da, doch etwas auf die Seiten zu stellen. Deshalb, hier: Abarth – die Story.

abarth

Denn wir haben in den vergangenen Jahren eine ziemlich grobe Masse von Bildern von Abarth gesammelt. Es kamen kürzlich noch ein paar mehr dazu, denn RM Sotheby’s versteigert am 7. September in London vier Abarth (die wir alle gerne haben würden). Und weil der Mensch ja sowieso lieber schaut als dass er liest (ok, ist nicht bei allen so), haben wir uns entschlossen, hier so etwas wie eine illustrierte Abarth-Geschichte entstehen zu lassen. Es wird so etwas wie eine Chronologie haben, selbstverständlich viele Bilder, dazu ein paar kurze Texte. Und wir hoffen, dass es nicht dermaßen unübersichtlich wird wie in den Büchern. Allerdings erheben wir auch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

1949 Abarth 205

1951 Vignale Abarth 205 Berlinetta
© Bild: Werk

1951 Vignale Abarth 205 Berlinetta

Eigentlich war der Anfang ja gar nicht so schwer. 1947 hatte Piero Dusio den Cisitalia 202 auf die Straße gebracht, eine großartige Konstruktion. Im gleichen Jahr entsteht der Kontakt zwischen Cisitalia und dem Konstruktionsbüro Porsche, dessen italienischer Repräsentant Carlo Abarth (ja, wir schreiben dann irgendwann mal noch so etwas wie einen Lebenslauf) ist. Cisitalia kauft einen Rennwagen, Mittelmotor-V12 mit 1,5 Liter Hubraum, Allradantrieb; Abarth wird Leiter der Rennabteilung von Cisitalia. 1949 macht er sich selbständig – und nimmt drei Cisitalia 204 mit, von ihm weiter entwickelte Cisitalia 202. Abarth bastelt an der Plattform, macht sie kürzer, leichter, stabiler, die Vorderachse erhält nach Vorbild von Porsche Längslenker und Torsionsstäbe. Michelotti, Vignale und Abarth selbst formen die drei Fahrzeuge zu sehr hübschen Coupé, für Vortrieb sorgt ein 1,2-Liter-Vierzylinder, dem Abarth 78 PS bei 7.000/min abringt.

1952 Abarth 1500 Biposto Bertone

1952 Abarth 1500 Biposto Coupe Bertone
© Bild: Werk

1952 Abarth 1500 Biposto Coupe Bertone

So richtig abgehoben hatte das Geschäft von Carlo Abarth Anfang der 50er Jahre noch nicht. Er wusste zwar, was er konnte, aber das erste eigene Fahrzeug, der 205, war kein kommerzieller Erfolg gewesen. Und immer nur Fiat-Motoren auf Vordermann bringen, das wollte der Österreicher ja nun auch nicht. Es musste wieder ein eigenes Gefährt her, aber diesmal eines, das wirklich Aufmerksamkeit erregte. Abarth, der ein gutes Auge für die jungen Turiner Designer hatte, sprach bei Bertone vor, denn dort arbeitete ein Mann, von dem er sich genau das Auto versprach, das er haben wollte: Franco Scaglione. Und der zeichnete ihm auf die Basis einer neuen Abarth-Plattform mit der Bezeichnung «Tipo 1500» ein Gefährt, das Geschichte schreiben sollte – den Bertone Biposto. Das dies der Vorläufer der B.A.T. von Alfa Romeo ist, dürfte auf den ersten Blick klar sein.

1952 Abarth 1500 Coupé Biposto Bertone
© Bild: Werk

1952 Abarth 1500 Coupé Biposto Bertone

Das Einzelstück hat eine schöne Geschichte. Noch auf dem Salon von Turin 1952, wo es zum ersten Mal ausgestellt wurde, kaufte Packard den Wagen. Für einen exorbitanten Preis, wie man so hört, denn Carlo Abarth wollte sein Ausstellungsstück eigentlich nicht hergeben. Doch als der Packard-Entwicklungschef Bill Graves sowie sein Chefdesigner Edward Macauley den Biposto in Amerika auspackten, hatte bei Packard ein neuer Chef das Ruder übernommen, die beiden Herren und der Abarth standen auf dem Abstellgleis. 1953 verschenkte Packard den Wagen an den Journalisten Dick Smith, der der Werbeabteilung einen Slogan geliefert hatte. Dieser fuhr den Abarth zwei Jahrzehnte lang, stellte ihn dann weg – und verschacherte ihn 2003 in einer Auktion. Angetrieben wird der Biposto von einer Abarth-Entwicklung auf Fiat-Basis, 1.480 cm3 Hubraum, 75 PS, der das 870 Kilo schwere Wägelchen stolze 180 km/h schnell machte.

1953 Abarth 1100 Ghia

1953 Abarth 1100 Ghia
© Bild: Werk

1953 Abarth 1100 Ghia

Es ist dies eine dieser Geschichten, die man gar nicht erst beginnen sollte. Man sollte nichts darüber lesen und ganz sicher auch nichts darüber schreiben. Denn ersteres ist nur verwirrend – und am zweiten kann man sich eigentlich nur die Finger verbrennen. Es beginnt schon bei der Benennung: ist dies nun ein Abarth 1100 Ghia (wie wir das oben zu schreiben wagen), oder gehört Fiat da auch noch dazu, oder steht vielleicht sogar Ghia ganz vorne? Muss vielleicht auch noch etwas mit 103 und/oder Sport hinein? Beginnen wir doch einmal bei der Technik. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Basis dieses Einzelstücks zwar auf dem Abarth 205 (siehe weiter oben) stand, ist groß. Doch gleichzeitig darf als sicher gelten, dass Abarth fleißig an diesem Chassis aus Stahlträgern arbeitete, denn es erhielt eine neue Seriennummer, eben: 103. Es sollte dies wohl das Fundament einer neuen Serie von Abarth-Produkten werden. Wahrscheinlich ist außerdem, dass der Motor und das Getriebe des im gleichen Jahr präsentierte Fiat 1100 verwendet wurden; ob Carlo Abarth an diesem Vierzylinder herumbastelte, das ist nicht bekannt (aber wahrscheinlich, denn es heißt, der 1100er habe 64 PS gehabt. Anstatt der serienmäßigen 36.). Man weiß nun aber, dass der erste Besitzer, der New Yorker William Vaughan, unbedingt einen Achtzylinder einbauen wollte in diesen Wagen; ob er es auch tat, das weiß man hingegen nicht. Überhaupt ist die ganze Lebensgeschichte dieses Fahrzeugs ein großes Rätsel, zuletzt wurde es 1954 gesehen – und tauchte dann 2015 in Pebble Beach wieder auf, perfekt restauriert. Und dann ist schließlich noch die ganz große Frage: wer hat diesen Abarth gezeichnet? Gut, klar: Ghia. Chef war damals Felice Mario Boano (den wir später im Zusammenhang mit Ferrari wiedersehen). Doch es war auch sonst eine ganze Menge an Talent an Bord damals bei Ghia, Giovanni Michelotti zum Beispiel (definitiv der «leader» in jenen Jahren), aber auch Giovanni Savonuzzi und Virgil Exner. Und wenn man nun diesen Abarth ansieht und gleichzeitig die «Firearrow»-Chrysler (1951/52), dann könnte man wohl auf die Idee kommen, dass Exner die Idee gehabt haben könnte. Aber man weiß es halt nicht (mehr).

1954 Abarth 1100 Ghia
© Bild: Werk

1954 Abarth 1100 Ghia

Und übrigens: es gibt auch einen Simca-Abarth, der fast gleich aussieht. Und dann gibt es noch ein Cabrio davon. Einfach, um die Verwirrung noch etwas zu steigern.

Schöne Bilder, wie das Fahrzeug heute aussieht, gibt es auf ultimatecarpage.com. Und ein feines Bilderset von der Restauration.

1953 Abarth Ferrari 166 MM

1953 Abarth Ferrari 166 MM
© Bild: Werk

1953 Abarth Ferrari 166 MM

Und dann, es ist schon spät abends, überlegt man sich noch, was man denn am nächsten Tag alles schreiben will. Noch eine weitere Abarth-Geschichte, klar, eigentlich wäre der Abarth 750 Bertone von 1956 an der Reihe gewesen. Aber weil wir gerade den Abarth Alfa 2000 von Ghia hatten (siehe weiter unten), kommt dann auch noch die Frage auf, ob es denn noch weitere Kooperationen zwischen Abarth und Alfa Romeo gab. Und ja, es gab sie, mindestens einmal noch – und dies mit einem wunderbaren kleinen Wägelchen, das auch eine wunderbare Geschichte hat (die wir dann noch schreiben werden).

1953 Abarth Ferrari 166 MM
© Bild: Werk

1953 Abarth Ferrari 166 MM

Bei der Recherche zu solchen Themen konsultieren wir zuerst einmal die einschlägigen Werke, das große Abarth-Werk von Seccatore haben wir schon erwähnt, wir haben da aber auch Deganello/Rizzoli und das Werk von Anneliese Abarth, «Mein Leben mit dem genialen Konstrukteur». Doch noch viel spannender wird es, wenn man die einschlägigen Foren durchstöbert, nicht die deutschsprachigen, die sind nicht viel wert, aber die amerikanischen, etwa alfabb.com, großartig, oder dann, fast noch wichtiger: ferrarichat.com, die wahrscheinlich großartigste Quelle, wenn es um italienische Fahrzeuge geht. Aber: es braucht Geduld, man blättert und liest sich durch viele Seiten und Kommentare, bis man auf die wahren Schätze trifft. Und wenn man sich ein bisschen treiben lässt, sich merkt, wer wirklich etwas weiß und wer bloß schwadroniert, dann den Links folgt, dann ist es plötzlich drei Uhr in der Früh, der Kopf dreht sich, die ursprüngliche Story, also den Abarth 750 Bertone von 1956, haben wir völlig aus den Augen verloren, dafür wissen wir jetzt viel mehr zum großartigen Abarth Alfa 1000 von 1958 – und haben auch gleich noch einen wahren Schatz gehoben, nämlich die einzige Kooperation von Abarth mit Ferrari. Von der wir bisher nicht nur nichts wussten, sondern auch ein Gefährt ans Tageslicht beförderte, das wie nur wenige andere aufzeigt, welch großartiger Konstrukteur und Designer Carlo Abarth war.

1953 Abarth Ferrari 166 MM
© Bild: Werk

1953 Abarth Ferrari 166 MM

Andererseits: es bleibt weiterhin vieles unklar. Klar ist eigentlich nur, dass Carlo Abarth es mit der Buchführung nicht besonders genau nahm. Es mag zwar tonnenweise Konstruktionszeichnungen und technische Beschriebe geben, die ganzen Seccatore-Bücher sind voll davon (und entsprechend unübersichtlich), doch zu Chassisnummern, Aufträgen oder diesem Ferrari-Einzelstück findet sich: fast gar nichts.

1953 Abarth Ferrari 166 MM
© Bild: Werk

1953 Abarth Ferrari 166 MM

Also, wir versuchen es: das Fahrzeug erblickte das Licht seines Lebens am 2.2.1953 als Ferrari 166 MM mit der Chassisnummer 0262/M (mehr Ferrari 166 MM? Aber gern!). Es war geplant, dass der Wagen bei Vignale eingekleidet wird, doch dazu kam es gar nicht – der Käufer, ein Signore Franco Cornacchia, seines Zeichen Gründer der Scuderia Guastalla, wollte/musste seinem Fahrer Giulio Musitella etwas Besseres bieten als den konventionellen 166 MM, der gerade für die Targa Florio etwas lahm war. Wer genau den Kontakt mit Carlo Abarth machte, Enzo Ferrari selber oder einer seiner Mitarbeiter oder ob die Scuderia/Musitella selber auf die Idee kamen, ist nicht bekannt. Was aber Abarth aus dem Ferrari machte, war mehr als nur unkonventionell: er baute ein acht-teiliges Modular-System aus Aluminum, das von Dzus-Schnellverschlüssen zusammengehalten wurde. Eine Idee war, dass kaputte Teile schnell ersetzt werden konnten (Abarth war übrigens der Dzus-Vertreter in Italien, eines seiner vielen Nebengeschäfte). Eine andere: Gewichtsersparnis. Und das klappte bestens: es wird ein Gewicht von knapp über 600 Kilo angegeben für den Wagen. Musitella schaffte den Klassensieg an der Targa Florio, der Abarth-Ferrari, genannt «Smontabile Spider», klassierte sich auch bei weiteren Rennen gut, etwa mit einem Gesamtsieg bei den 10 Stunden von Messina, doch 1954 kam ihm in die Quere, was eigentlich sein großer Vorteil hätte sein sollen: es gab keine Ersatzteile mehr. Also kam 0262/M zu Scaglietti, wurde dort neu eingekleidet, erhielt anstelle des Colombo-1,5-Liter-V12 einen 3-LIter-V12 – und verschwand plötzlich für mehr als 50 Jahre von der Erdoberfläche. Erst 2004 tauchte er wieder auf, wieder mit dem Abarth-Artwork.

Wenn man den Wagen so ansieht, dann denkt man sofort: Franco Scaglione. Doch es heißt, dass Carlo Abarth persönlich für das Design zuständig war. Und das die Alu-Blech von Giuseppe Manera in Form gehauen wurden. Wie auch immer, er sah schon sehr großartig aus.

1954 Abarth Alfa Romeo 2000 Ghia

1954 Abarth Alfa Romeo 2000 Ghia
© Bild: Werk

1954 Abarth Alfa Romeo 2000 Ghia

Bisher gab es ja nur «echte» Abart zu sehen, dazu Fiat-Derivate und, wenn man genau hinschaute, dann war da auch noch ein Simla zu finden. Doch es gibt da auch diesen ganz einmaligen Abarth Alfa Romeo 2000 Ghia aus dem Jahre 1954; einmalig deshalb, weil nur ein einziges Exemplar entstand. Dabei hatte sich Carlo Abart gerade mit diesem Wagen außerordentlich viel Mühe gegeben, nicht auf einer bestehenden Plattform aufgebaut, sondern selber eine konstruiert. Und darin die Technik des gerade kurz vorher vorgestellten Alfa Romeo 1900 Super verbaut; das Gewicht lag bei 890 Kilo (der Serien-Alfa wog knapp über eine Tonne). Wobei: der Motor wurde auf 1975 cm3 aufgebohrt, zwei Weber-Doppelvergaser 40 DRSP wurden montiert, am Auspuff gebastelt (ein Doppelrohr): so stieg die Leistung von 115 auf 135 PS. Ob das nun der beste Ghia-Entwurf aller Zeiten ist, sei dahingestellt; die Zweifarben-Lackierung war damals Mode. Vorgestellt wurde der Alfa-Abarth 1954 auf dem Salon von Turin; er existiert heute noch.

1956 Fiat-Abarth 750 GT Zagato

1956 Fiat-Abarth 750 GT Zagato
© Bild: RM Sotheby's

1956 Fiat-Abarth 750 GT Zagato

Eigentlich war der 750er-Motor, den Abarth 1955 auf Basis der Fiat-600-Maschine entwickelte, so etwas wie ein erster großer Erfolg für die junge Marke. Abarth verkaufte den 41,5 PS starken Motor mit 747 cm3 als «derivazione» an die Fiat-Händler, damit diese ihn selber in die 600er einbauen konnten. Doch es gab dazu noch den von Zagato eingekleideten Fiat-Abarth 750 GT, der als «Double Bubble» in die Geschichte einging. Die Dinger waren leicht – und so richtig schnell, gleich drei 750 GT Zagato waren auf dem Podium ihrer Klasse bei der Mille Miglia 1957. Es handelt sich hier um ein frühes Exemplar, was man an den schmalen Heckleuchten und der Form der Motorhaube erkennen kann (ja, bei Abarth geht es immer um Details…).

1956 Fiat-Abarth 750 GT Zagato
© Bild: RM Sotheby's

1956 Fiat-Abarth 750 GT Zagato

(Man kann auf die Anordnung der Lampen achten, auch auf das Heck, das sich über die Jahre, nein, eigentlich von Fahrzeug zu Fahrzeug immer wieder veränderte. Dies oben ist nochmals ein Modell aus dem Jahre 1956.)

1956 Fiat-Abarth 750 GT Zagato
© Bild: RM Sotheby's

1956 Fiat-Abarth 750 GT Zagato

1956 Abarth 750 (Bertone)

1956 Abarth 750 (Bertone)
© Bild: Werk

1956 Abarth 750 (Bertone)

Hätte Carlo Abarth auch nur geahnt, welchen Erfolg er mit dem 750er-Motor für den 1955 vorgestellten 600er-Fiat haben würde, dann wäre diese Geschichte wahrscheinlich anders verlaufen. Doch er wusste es damals eben nicht – und deshalb verzettelte er sich massiv (was sich allerdings auch wie ein roter Faden durch seine Geschichte(n) zieht). Abarth arbeitete mit etwas gar vielen Designern zusammen, die seine eigenen Autos einkleideten, zuerst war es Boano für den 210A, viel berühmter sind die Zagato (die wir weiter oben ausführlich zeigen…) – und dann war da auch noch Bertone. Oder besser: Franco Scaglione. Es gab zwei Stück im Jahre 1956, 215A, ein Roadster, und 216A, ein Coupé. Und bei genau diesem zwei Exemplaren blieb es auch, denn es stellte sich schnell heraus, dass eine Serien-Produktion zu teuer werden würde. Doch man muss sich diese beiden Fahrzeuge unbedingt genauer anschauen: man erkennt schon klar den Scaglione-Stil. Und wahrscheinlich waren diese beiden Bertone-Abarth ziemlich fröhliche Fahrmaschinen: 41,5 Ps auf nur gerade 410 Kilo, das ist doch eine gute Ansage.

1958 Fiat-Abarth 750 GT Zagato

1958 Fiat-Abarth 750 GT Zagato

1958 Fiat-Abarth 750 GT Zagato

So, und damit die Unterschiede jetzt noch deutlicher erkennbar werden, kommt hier ein Exemplar des 750 GT Zagato aus dem Jahre 1958. Man darf davon ausgehen, dass 1958 der letzte Jahrgang des «double bubble» war, wobei, es gab schon noch andere, optisch ähnliche Fahrzeuge, doch die verfügten dann über andere Motoren. Ab 1959 war dann die Liebe von Abarth und Zagato so weit abgekühlt, dass sie nicht mehr weiter stattfand.

Einen haben wir noch, also, nochmals einen 58er Zagato:

1958 Fiat-Abarth 750 GT Zagato

1958 Fiat-Abarth 750 GT Zagato

1958 Abarth 1000 GT

1958 Abarth 1000 GT
© Bild: Werk

1958 Abarth 1000 GT

Es gibt da noch einen Abarth mit Alfa-Motor. Wobei, hier darf Abarth mit gutem Gewissen Abarth draufschreiben, denn er baute die Maschine komplett um, verwandelte den 1,3-Liter aus der Giulietta in eine 1-Liter-Rennmaschine. Dafür wurde der Hub von 75 auf 58 Millimeter reduziert, die Bohrung verblieb bei 74 Millimetern; das ergab einen Hubraum von 998 cm3. Damit hätte Abarth in einer weiteren Hubraum-Klasse um Siege fahren können; bei den 750ern war man ja schon dominant. Die 88 PS, die der Motor entwickelte, wären wahrscheinlich ausreichend gewesen, denn der kleine Alfa-Abarth wog nur 640 Kilo. Geschaltet wurde übrigens über fünf Gänge, «System Porsche»

1958 Abarth 1000 GT
© Bild: Werk

1958 Abarth 1000 GT

Die Form stammte wieder einmal von Bertone, genauer: von Franco Scaglione. Und man darf sie als sehr gelungen bezeichnen, auch dies: einmal mehr. Wahrscheinlich wurden drei Stück gebaut, wahrscheinlich wurden alle drei zerstört bei Unfällen während der ersten Testfahrten in Deutschland. Aber ein Alfa-Abarth 1000 GT hat überlebt – und existiert heute noch. Es dürfte eine der allerersten kompletten Umbauten eines Mannes gewesen sein, der bis 1957 noch Lutz, danach dann aber Luigi Colani hieß.

Alfa-Abarth 1000 GT

Alfa-Abarth 1000 GT

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

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