Die A.T.U-Zentrale in Weiden
A.T.U hat einen neuen Mehrheitseigentümer.
 

Entspannung bei A.T.U

Nach dem Rückzug des US-Finanzinvestors KRR ist der neue Mehrheitseigentümer der Investor Centerbridge.

05.12.2013 APA

Die finanziell angeschlagene Werkstattkette A.T.U (Auto-Teile-Unger) kann nach dem Rückzug von KKR wieder aufatmen. Der US-Finanzinvestor KKR, welcher dem Unternehmen zu viele Schulden aufgebürdet hatte, muss seine Beteiligung aber acht Jahre nach dem Einstieg aufgeben. Der neue Mehrheitseigner sei der größte Gläubiger des Unternehmens, der Investor Centerbridge, wie A.T.U am Donnerstag mitteilte.

600 Mio. Euro Schulden gestrichen

Die Anleihezeichner – unter ihnen auch die US-Investmentbank Goldman Sachs und der Fonds Babson Capital – verzichten auf die Rückzahlung von mehr als 600 Mio. Euro Schulden und tauschen ihre Ansprüche in Eigenkapital. KKR bleiben nur drei Prozent der Anteile.

Milde Winter, Abwrackprämie und Vertragswerkstätten

Die erfolgsverwöhnte KKR (ProSiebenSat.1, Kion) hatte ATU für 1,45 Mrd. Euro vom Rivalen Doughty Hanson gekauft. Schon 2008 musste der Eigentümer 140 Mio. Euro nachlegen. Milde Winter, die Spätfolgen der Abwrackprämie und der Kampf der Autohersteller um Reparaturen in den eigenen Vertragswerkstätten setzten A.T.U zu. Die klassische Klientel brach zum Großteil weg, nachdem zwei Mio. Deutsche mit Hilfe staatlicher Zuschüsse 2009/10 ihre alten Autos verschrottet hatten.

150 Mio. Euro Schulden

Die neuen Eigentümer geben A.T.U eine Finanzspritze von 100 Mio. Euro. Der US-Investor HayFin Management gibt der Kette einen bis 2018 laufenden Kredit über 75 Mio. Euro. Damit sinkt die Schuldenlast auf rund 150 Mio. Euro. „Die Restrukturierung wird die Zinsbelastung des Unternehmens um mehr als 90 Prozent verringern“, teilte die Werkstattkette mit, die rund 12.000 Mitarbeiter beschäftigt. Für drei noch bis Oktober 2014 laufende Anleihen hatte A.T.U bis zu elf Prozent Zinsen zahlen müssen.

Wachstum wird unterstützt

„Durch die neuen Investitionen wird zudem unsere finanzielle Ausstattung deutlich verbessert und das Wachstum von A.T.U unterstützt“, sagte der neue Geschäftsführer Hans-Norbert Topp. Er will das Geschäft im Internet – auch im Ausland – ausbauen und Verträge mit Firmen für die Betreuung ganzer Fahrzeugflotten schließen. Auch in den Markt für Autoglas wolle ATU einsteigen.

Guter Deal für Centerbridge

Centerbridge und die Private-Equity-Sparte von Goldman Sachs hatten sich billig in die Schulden von A.T.U eingekauft. Um den Konzern über den Winter zu bringen, hatte Centerbridge im Oktober bereits 25 Mio. Euro zugeschossen, als sich der Eigentümerwechsel abzeichnete.

Mehr zum Thema
pixel